Sie drückt der Krise ihren persönlichen Stempel auf

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Auch ihre Boutique „Beautykit“ samt Nagelstudio in der Mittelbachstraße ist vom Lockdown nicht ausgenommen. Inhaberin Corinna Kitzsteiner hat in der Krise Erfolg mit einer neuen Geschäftsidee: Mithilfe eines Plotters beschriftet sie liebevoll allerlei Geschenkartikel je nach individuellem Kundenwunsch.
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Wie die Aalener Kleinunternehmerin Corinna Kitzsteiner den Lockdown nutzt, um eine neue Geschäftsidee umzusetzen.

Aalen

Kreativ war sie schon vor der Krise, aber jetzt ist sie es noch ein bisschen mehr: Von Not und Existenzängsten will sich Corinna Kitzsteiner nicht ausbremsen lassen. Im Gegenteil. Die Monate des Lockdowns, in denen sie ihren Geschenkartikelladen „Beautykit“ mitsamt Nagelstudio geschlossen halten muss, hat sie genutzt, um eine neue aussichtsreiche Geschäftsidee umzusetzen. „Mit überraschendem Erfolg“, strahlt sie. „Ich habe in eine spezielle Maschine, in Werkzeuge, Lizenzen und Folien investiert und mich in die Kunst des Plottens eingearbeitet.“

Wieder so ein Tag, an dem sich die 33-jährige Unternehmerin alleine in ihrem kleinen Laden in der Mittelbachstraße 7 aufhält. Freilich nicht, um auf Kunden zu warten. Die Ladentür ist im Lockdown vorschriftsmäßig verschlossen.

Corinna Kitzsteiner sitzt mit dem Rücken zum Schaufenster an einem kleinen Tisch, an dem sie normalerweise die Fingernägel ihrer Kundinnen repariert, manikürt und mit Lack, Gel oder Glitter kreativ verziert. Doch heute, wie auch an vielen Tagen zuvor, hat sie kein Gegenüber, sondern nur eine kleine Maschine vor sich, über die sie sich beugt. Der Plotter hat als Werkzeug ein feines, tiefenverstellbares Messerchen eingebaut, das Linien auf Papier oder Folien abfährt. Und schließlich das Motiv ausschneidet, das Corinna Kitzsteiner zuvor mithilfe eines Computerprogramms auf ihrem Laptop gezeichnet hat. Das ausgeschnittene Motiv klebt sie dann mittels einer sogenannten Transferfolie auf den vom Kunden gewünschten Geschenkartikel.

Auftrag eines Modehändlers

Zumeist sind es Initialen oder komplette Vornamen in geschwungener Schrift, umspielt mit Ranken und verspielten Herzen, die die junge Mutter etwa auf Wein- und Weckgläser, auf Babylätzchen, Türschilder oder Korbtaschen plottet. „Die Idee ist ein voller Erfolg“, sagt Corinna Kitzsteiner, die übers Handy gerade einen größeren Auftrag eines Aalener Modehändlers erhalten hat. Für eine Muttertagsaktion darf sie 50 Kosmetiktäschchen mit liebevoll-individuellen Schriftzügen versehen.

Oft bis Mitternacht

„Täglich kommen mehr und mehr Bestellungen rein, obwohl ich meinen neuen Geschäftszweig bisher nur im Schaufenster und auf den Kanälen der sozialen Medien bewerbe.“ Die erfinderische Geschäftsfrau sitzt jetzt oft bis Mitternacht am Plotter - trotzdem sprüht sie vor Tatendrang. „Ich kann den geschlossenen Laden als Produktionsfläche nutzen und damit aktiv der drohenden Insolvenz entgegenwirken.“

Auch nach dem Lockdown will Corinna Kitzsteiner dieses Geschäftsmodell weiter betreiben - parallel zu ihrer kleinen Damen-Boutique. „Der Kunde, der nach einem Geschenkartikel sucht, kann ihn dann gleich von mir personalisieren lassen.“

In der Krise den Kopf hängenzulassen, kommt für Corinna Kitzsteiner jedenfalls nicht in Frage. Denn: „Vom Jammern allein wird nichts besser“, stellt sie fest.

„Aalen ist meine

Corinna Kitzsteiner ist gelernte Arzthelferin, hat sich dann aber zur Nageldesignerin und Visagistin ausbilden lassen und ist 2014 von Bopfingen nach Aalen umgezogen, wo sie gemeinsam mit ihren Eltern das Gebäude Mittelbachstraße 7 saniert hat. Dort wohnt sie gemeinsam mit ihrem Partner und ihrem einjährigen Sohn Carlo über ihrer kleinen Boutique „Beautykit“, in die sie auch ihr Nagelstudio integriert hat. „Ich wollte als Kind schon immer nach Aalen. Aalen ist meine absolute Traumheimat“, bekennt die 33-Jährige.

Die Idee ist ein voller Erfolg.“

Corinna Kitzsteiner, Unternehmerin

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