Sie ist die jüngste Professorin an der Hochschule Aalen

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Doris Aschenbrenner wurde im April dieses Jahres als Informatik Professorin an die Hochschule Aalen berufen. Hier ist sie seitdem die jüngste Professorin.

Doris Aschenbrenner hat ein Faible für die Mensch-Roboter-Koproduktion. Die 36-Jährige liest Fächer wie Elektrotechnik und Industrie 4.0.

Aalen

Doris Aschenbrenner ist eine der jüngsten Professorinnen für Informatik in Deutschland. Seit April lehrt und forscht sie an der Hochschule Aalen. Sie ist eine Frau mit großer Liebe für Roboter. Das sind nicht gerade günstige Voraussetzungen dafür, schon mit Mitte 30 auf eine Professur in der männerdominierten Informatik berufen zu werden. Aber: „Das war mein Plan“, sagt Doris Aschenbrenner.

Geboren ist sie 1985 und sie kommt aus der Nähe von Coburg. Nach dem Abitur ging sie an die Uni Würzburg zum Informatikstudium, anschließend promovierte sie dort in dieser Disziplin. Roboter waren und sind ihr Schwerpunkt. „Ich finde sie cool und elegant“, schwärmt Aschenbrenner. Sie fasziniert Software, die nicht nur eine Anweisung ausführen, sondern die darüber hinaus etwas bewegen.

Schon in der Schule war für sie klar, dass sie ein technisches Fach studieren wird. Ihre Eltern sind Lehrer, beide mit Nebenfach Informatik. „Das hat meine Entscheidung sicher begünstigt.“

Aschenbrenner ist das Gegenteil eines typischen Nerds. Denn sie engagiert sich ebenso intensiv sozial. 2012 hat sie für den Landtag und 2017 für den Bundestag kandidiert, jeweils für die SPD. In dem einen Jahr hat sie ihr Studium abgeschlossen, im anderen ihre Promotion. „Ich habe kandidiert, weil die Politik die Digitalisierung nicht versteht.“ Unter den Politikern gebe es nur wenige mit digitalem Fachwissen, eine davon sei Saskia Esken. Die Bundesvorsitzende der SPD ist ebenfalls Informatikerin und eine gute Freundin Aschenbrenners, nicht erst, seit Esken bekannt ist.

Aschenbrenner ist nach wie vor politisch aktiv. So ist sie Mitglied im Observatorium für künstliche Intelligenz, einer Initiative des Arbeitsministeriums, das die Auswirkungen dieser Technologie auf die Arbeitswelt und die Gesellschaft untersucht. Die Politik als Wissenschaftlerin zu unterstützten, ist für sie momentan das richtige Maß ihres politischen Engagements.

Beruflich konzentriert sie sich auf die Wissenschaft. 2017 ging sie an die international renommierte Technische Hochschule Delft in den Niederlanden. Dort wurde sie Post-Doc, das ist die Vorstufe zu einer Professur. 2019 wurde die damals 33-Jährige zur Junior-Professorin berufen.

In Delft arbeitete sie erstmals mit Frauen zusammen. „Das kannte ich aus Deutschland überhaupt nicht.“ Hier sind nur sieben von 100 Professoren in der Informatik Frauen. Die internationale Wissenschaft sei wesentlich weiblicher.

Aschenbrenners Faible ist die Mensch-Roboter-Koproduktion. Sie forscht daran, wie eine räumlich nahe Zusammenarbeit mobiler Roboter mit Menschen möglich ist.

Im April wurde sie auf eine Professur an der Hochschule Aalen berufen. Es ist eine Stelle, wie sie üblicherweise an Universitäten, aber nicht an Fachhochschulen besoldet wird und daher eine absolute Ausnahme. Gestiftet wird die Professur von Zeiss. Aschenbrenner liest Fächer wie Elektrotechnik, Industrie 4.0 und Vernetzung von Produktionsanlagen. Um Automatisierungstechnik geht es auch in der Firma Awesome Technologies, in der sie Mitinhaberin ist.

Ihr Wechsel auf die Ostalb hat sich für sie finanziell und privat gelohnt. „Ich sehe wieder Wald und Wiesen und es gibt hier viel weniger Menschen pro Quadratmeter.“ Sie lebt nahe Aalen ländlich wie früher und ist ihrer Familie wieder näher, was ihr wichtig ist.

Ihre Studierenden will Doris Aschenbrenner vor allem für Technologien begeistern in der Hoffnung, dass sie ihre Aufgaben mit der gleichen Leidenschaft angehen, wie sie selbst.

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