Sie sichern ein ruhiges Fest

  • Weitere
    schließen
  • schließen

Reichsstädter-Samstag, 22 Uhr. Draußen auf dem Marktplatz steppt der Bär. Drinnen, im kleinen Sitzungssaal des Rathauses, herrscht konzentrierte, aber entspannte Ruhe. Hier ist die Sicherheitszentrale des Stadtfestes untergebracht. "Bislang ist nichts passiert", sagt Michael Felgenhauer, der für die öffentliche Ordnung verantwortliche Amtsleiter.

Hier, im kleinen Sitzungssaal des Rathauses, läuft sie bei den 42. Reichsstädter Tagen also erstmals zusammen: Die Koordination von Polizei und Rettungskräften, von Gemeindevollzugsdienst (GVD) und privatem Sicherheitsdienst, die einen friedlichen und sicheren Ablauf des dreitägigen großen Aalener Stadtfestes garantieren soll. "Die Bildübertragung haben wir ausgeschaltet", sagt Michael Felgenhauer und deutet auf die große Leinwand. Klar, der Datenschutz muss gewährleistet sein, wenn die Presse im Raum steht. Insgesamt sechs Webcams übertragen Livebilder vom Platz an der Stadtkirche, vom Marktplatz, dem Gmünder Torplatz, der Helferstraße, dem Spritzenhausplatz und der Reichsstädter Straße. Polizeioberkommissar Gerald Marek, Michael "Flex" Flechsler, der als Eventmeister für die Firma CM-Sicherheit tätig ist, und Deniz Saglam, stellvertretender Bereichsleiter des DRK-Aalen, verfolgen auf ihren Laptops die Laufströme der Festbesucher. Und haben ein Auge darauf, dass die Rettungsgassen nicht doch noch von Bewirtungs- oder Ausschankbetrieben zugestellt werden. Hat es sich schon bewährt? "Definitiv", meint Felgenhauer. "Auf den Webcambildern können Sie zwar niemanden identifizieren. Aber Sie erkennen rechtzeitig, wenn sich Besucherströme verdichten. Oder wenn ein Fahrzeug im Halteverbot die Rettungsgasse blockiert." Zusätzlich zur Überwachung in der Sicherheitszentrale sind ständig gemischte Streifen des Gemeindevollzugsdienstes und des privaten Sicherheitsdienstes unterwegs. Allein am Samstagabend sind 23 private Sicherheitsleute unterwegs in Streifen, dazu vier Mitarbeiter des Gemeindevollzugsdienstes. "Und zehn Polizeibeamte zusätzlich zur normalen Besatzung", ergänzt Gerald Marek. An der Wand hängen diverse Pläne, die Basis ist jeweils dieselbe: Das Karree der City zwischen den vier Stadtgräben, eingeteilt in über 30 Parzellen. Alle Feststände sind eingetragen und nummeriert, daneben eine Liste der Standbetreiber und deren Handynummern. Ergänzend eine Erreichbarkeitsliste mit Notfallnummern vom Bauhof, den Stadtwerken, der Toilettenbetreuung, von OVA, Feuerwehr und diversen Sicherheitsdiensten. "So können wir im Einzelfall prompt auf die individuelle Situation reagieren", sagt Felgenhauer. Stopp. Toilettenbetreuung? Was hat das mit Sicherheit zu tun? "Nichts", sagt Felgenhauer. Aber auch das liegt im Aufgabenbereich der Sicherheitszentrale: schnelle Hilfe bei einer verstopften Toilette zu koordinieren. "Und mal unter uns: Das ist mir lieber als eine Massenschlägerei", schmunzelt Felgenhauer. Auch das gibt es: gelbe Karten und rote. Sie werden verteilt, wenn Standbetreiber den erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen nicht nachkommen. "Wenn wir zum Beispiel feststellen, dass der Schlauch einer Gasflasche perforiert ist und der Standbetreiber ihn trotz Aufforderung nicht austauscht." Für solch massive Verstöße gegen die Sicherheitsvorschriften gibt es die rote Karte. "Gleichzeitig wird dem Standbetreiber ein Teilnahmeverbot fürs Fest ausgesprochen", sagt Felgenhauer. Dass es der Stadt sehr ernst ist mit der Sicherheit und den Rettungswegen. Das betont der Amtsleiter wiederholt. "Wir haben in der City viele enge Gassen und sehr alte Gebäude. Wenn's da brennt, muss alles ganz schnell gehen." Sprich: Die Feuerwehr muss innerhalb von wenigen Minuten mit vollem Einsatztrupp, mit Schlauchwagen und Drehleiter am Brandherd sein. Als "doppelten Boden" sind zwei Rettungsleitern deponiert – eine in der Mittelbachstraße, die andere in der Helferstraße. Übrigens: Auch die aktuelle Wetterlage steht in der Sicherheitszentrale unablässig unter Beobachtung. Aber auch von hier droht am Wochenende zum Glück keine Gefahr – die Gewitterzellen an den Alpen sind weit genug entfernt. Trotz entspannter Lage: Die Sicherheitszentrale im Rathaus bleibt sowohl am Freitag- als auch am Samstagabend bis drei Uhr nachts besetzt. "Wir sind so lange präsent, bis wir feststellen, dass die Zahl der Festbesucher sich langsam einer normalen Sommernacht in der City annähert", versichert Deniz Saglam.

Mehr als ein halbes Jahr Vorbereitungszeit

Eine

lange Vorbereitungszeit

brauchen die Reichsstädter Tage. "Wir beginnen bereits im Februar/März", sagt Michael Felgenhauer. Die Bewerbungsfrist endet am 31. Mai.

Etwa

200 Absagen

wurden Standbetreibern von außerhalb erteilt. "Die Reichsstädter Tage sollen weiterhin eine Bühne bleiben für die städtischen Vereine", so Felgenhauer.

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL