Sieger Köders „Schubartlied“ im Aalener Rathaus

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Vier der neun Werke, die der Künstlerpfarrer Sieger Köder zum „Schubartlied“ geschaffen hat.
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„Das Schubartlied vom Feuerhaus“ gewährt im Foyer einen Blick auf die humorige Seite des Künstlers.

Aalen. Humor und feine, klar erkennbare Ironie – das kann man gut brauchen dieser Tage. Auch, wenn es nicht um Aktuelles geht. Wie etwa bei einer klitzekleinen Ausstellung im Foyer des Aalener Rathauses. „C.F.D. Schubart und Sieger Köder – Das Schubartlied vom Feuerhaus“ ist sie überschrieben“ und zeigt neun Arbeiten des Künstlerpfarrers. Arbeiten, die den mitunter momentan zu stark fokussierten Blick auf das Jetzt öffnen für Vergangenes. Denn auch für Schubart ging es um die Freiheit, nicht nur um die persönliche.

Da sitzt er nun, der Dichter, Journalist und Literat. Erfreut sich, durchaus wohlgenährt, in einem Wirtshaus in geselliger Runde an einer Art Blutwurst. Ein Lebemann, das zeigt Köder (1925 bis 2015) in dieser Zeichnung trotz eher schemenhafter Darstellung unmissverständlich in seiner ersten Umsetzung des „Schubartliedes vom Feuerhaus“. Das entstand aus einer wohl ähnlich anzusehenden Feierlaune heraus. Im Gasthaus Feuerhaus in Neßlau reimten der damalige Kunsterzieher Sieger Köder und einige Kollegen, die in den 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts wie er zum Lehrkörper des Schubart-Gymnasiums gehörten, Verse auf die Melodie „Preisend mit viel schönen Reden“. Verfasst wurden diese Reime bis in die frühen Morgenstunden auch aus Freude über den ersten Ferientag, wie eine Schrift zum Zyklus verrät.

Pro Strophe eine Zeichnung

Einen Vierzeiler gibt es zu jeder der Arbeiten, die Köder zum 50. Geburtstag des Schubart-Literaturpreises 2005 geschaffen hat. Eine Kunstausstellung mit 26 Künstlerinnen und Künstlern widmete sich damals Christian Friedrich Daniel Schubart. Dafür rekonstruierte Sieger Köder das Schubartlied und fertigte zu jeder Strophe eine Zeichnung an. Es geht um Schubarts Leben in Aalen, den verhängnisvollen Ausflug nach Blaubeuren, seine Haft auf dem Asperg. Farbe sucht man vergeblich, die Zeichnungen sind in Schwarz und Grautönen gehalten. Hier ein königlicher Bote mit spitzen Fingern unter den schwarzen Handschuhen, da der gebeugte, wenn auch breite Rücken des Dichters auf dem Asperg. Auch die Schubartbüste wird von Köder nicht ausgespart: „Seither wird der Geist von Schubart, Dort am Kocherstrand bekränzt, Doch nur ab und zu vom Ruhme, Des OB noch überglänzt.“ Wer dieser Tage etwas im Aalener Rathaus zu erledigen hat, sollte einen Blick auf die Werke werfen. Lachen geht auch unter der Mund-Nasen-Bedeckung.Dagmar Oltersdorf

Die Bilder sind im Foyer des Rathauses zu den üblichen Öffnungszeiten ausgestellt: Montag: 8.30 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr; Dienstag: 8.30 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr; Mittwoch: 8.30 bis 12 Uhr; Donnerstag: 8.30 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr; Freitag: 8.30 bis 12 Uhr.

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