So wird die Marienkirche für die Zukunft ertüchtigt

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Baustelle Kirchenraum: In der katholischen Kirche St. Maria sind derzeit die Handwerker zugange. Dort wird eine neue Heizungsanlage mit Sitzbankheizung installiert und die Elektrik erneuert. Später schließt sich der Austausch der Fenster an.
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Das Gotteshaus im Zentrum von Aalen erhält eine moderne Heizungsanlage mit Bankheizung, eine zeitgemäße Elektrik und ein neues Raumkonzept.

Aalen

Die Zufahrt zu den Parkplätzen für die Marienkirche ist gesperrt. Eine Passantin will wissen, weshalb. "Die Leitungen für das Abwasser müssen neu verlegt werden – statt unter dem Pfarrbüro verlaufen sie künftig in der Straße", erklärt Elisabeth Petasch vom Bauausschuss St. Maria. Doch das ist nur ein äußeres Zeichen dafür, dass an der Marienkirche gebaut wird. Das Wesentliche spielt sich im Kircheninneren ab. Die Aalener Kirche erhält eine neue Heizungsanlage, die Raumaufteilung wird verändert und alles für eine künftige Nutzung ertüchtigt.

Wer das Kirchenschiff betritt und auf einen Raum der Stille hofft, wird enttäuscht. Der Lärm eines Presslufthammers ist kaum zu ertragen. Dort, wo sonst Kirchgänger während des Gottesdienstes Platz nehmen, ragen kurze Holzpfosten in regelmäßigen Abständen wie mahnende Relikte aus dem Boden. Die vielen Bänke sind ausgebaut. Der neuen Elektroheizung wegen. "Würde man die Bänke in eine Reihe stellen – die längste misst acht Meter – wäre das eine Giga-Bank mit 235 Metern Länge", sagt Elisabeth Petasch. Apropos Bänke. Die werden mit einer modernen Sitzheizung ausgestattet, die künftig für eine angenehme Wärme an kalten Tagen sorgen soll.

Die Basis dafür wird in den Boden verlegt. "Dafür sind Teile des Stirnholzbodens entfernt", sagt Petasch, die sich als Mittlerin zwischen Kirchengemeinderat und aller am Bau beteiligten Helfer versteht.

Wie Adern durchzieht der freigelegte Estrich das Parkett. "Die Arbeiter stemmen den Estrich mit dem Presslufthammer auf, in den dann die Leitungen verlegt werden", erläutert Elisabeth Petasch. Doch nicht nur eine Sitzheizung wird eingebaut. Die gesamte Kirche erhält eine zeitgemäße Heizungsanlage, für die die bisherigen Lüftungs- und Heizungsschächte genutzt und die 50 Jahre alten Leitungen ersetzt werden. Ersetzt wird auch die nicht mehr zeitgemäße Elektrik insgesamt.

Mit der Modernisierung begonnen wurde am 1. November vergangenen Jahres. Kreuz und Tabernakel wurden zum Schutz mit Folien eingepackt wie auch die Orgel. "Die wird am Ende der Bauarbeiten gereinigt und gestimmt", sagt Petasch. Wann deren Elektrik erneuert wird, sei derzeit noch offen – das hänge von den Finanzen und der Dringlichkeit ab. Helmut Schusters Wandteppich ist eingelagert und wird ebenfalls gereinigt.

Der Raum für die Nachbarschaftshilfe kann deshalb entstehen, weil wir das Pfarrbüro verkleinern.

Elisabeth Petasch Bauausschussvorsitzende St. Maria

Dann erläutert Elisabeth Petasch das neue Raumkonzept. Aus den beiden Beichträumen entsteht ein größerer Raum für Gespräche, wo gleichzeitig auch anonym gebeichtet werden kann.

Neu ist ein Meditationsraum – dort war früher die Wohnung des Pfarrvikars. Neu installiert wird zudem die Nachbarschaftshilfe. "Der Raum kann entstehen, weil wir das einstige Pfarrbüro verkleinern." Es bleibt eine Anlaufstelle in St. Maria. Das zentrale Pfarrbüro befindet sich inzwischen an der Bohlstraße.

Wiederbelebt werden soll der Atriumgarten des Gebäudes. "Den stellen wir uns als kleinen Treffpunkt vor."

Von einem "größeren Akt" spricht Petasch im Zusammenhang mit dem Austausch der Fenster. Viele der alten sind kaputt oder blind. Sie stelle sich das beeindruckend vor, wenn die großen Glasflächen ersetzt werden. "Wir hoffen, dass sämtliche Arbeiten bis zum 1. Advent abgeschlossen sind", sagt Elisabeth Petasch mit Blick auf die 2,6 Millionen Euro Investition.

Zahlen und Fakten zur Baustelle Marienkirche

Seit November 2020 wird die Kirche St. Maria renoviert. Die Maßnahme umfasst die Installation einer Elektroheizung, die gesamte Elektrik, ein neues Konzept für angrenzende Räume, neue Fenster, elektrische Eingangstüren, ein Quartiersplatz, neue Abwasserkanäle. Die Kosten für die Ertüchtigung des fast 50 Jahre alten Bauwerks belaufen sich auf rund 2,6 Millionen Euro. Geplante Fertigstellung: 1. Advent.

Blick in einen Heizungsschacht. Dieser wird auch für die neue Heizungsanlage benötigt.
Der Bereich des ehemaligen Pfarrbüros wird neu gestaltet. Es wird weiterhin einen Anlaufstelle für die Gemeinde geben, aber auch die Nachbarschaftshilfe erhält dort ein Büro.

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