Sozial-Landratsamt kommt gut an

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Das ehemalige Union-Areal wird überbaut. Über eine Nutzung des Dampfkesselhauses wird noch nachgedacht.
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Zwei statt drei Gebäude – dafür sechsgeschossig – und Parkhaus statt Tiefgarage: Die Fraktionen loben die überarbeitete Planung für das Projekt auf dem Union-Areal.

Aalen

Zwei statt drei Gebäude und ein Parkhaus statt einer Tiefgarage – das sind die augenfälligsten Änderungen in der Planung für das "Sozial-Landratsamt", das auf dem ehemaligen Union-Areal entstehen soll. Damit wird das Projekt um insgesamt rund 5,6 Millionen Euro billiger. Der Finanzausschuss hat am Dienstag dem Kreistag empfohlen, der Planung zuzustimmen.

Bereits Mitte Dezember 2020 wollte sich die Kreisverwaltung eine einstimmige Empfehlung für das Projekt holen. Weil es aber deutlich vernehmbares "Grummeln" gab, wie Landrat Dr. Joachim Bläse sagte, war eine erneute Runde nötig. Dass die sich gelohnt hat, zeigt der nun einstimmig gefasste Beschluss, der beinhaltet, was die Fraktionen zuvor kritisiert hatten.

Das späte Umdenken allerdings hat seinen Preis: 445 000 Euro. So viel betragen die "verlorenen Planungskosten". Das sind Planungen und Untersuchungen, die beim Konzept mit zwei Gebäuden und dem Verzicht auf die Tiefgarage nicht mehr verwendet werden können.

Holzhybridbauweise siegt

Das Büro Hirner und Riehl und die Fachplaner entwickeln nun zwei Gebäude in Holzhybridbauweise. Diese erhalten dann aber sechs, statt, wie in der alten Planung, nur drei Etagen. Die neue Höhe sei wohl machbar, das letzte Wort für die Baufreigabe habe aber der Gemeinderat, sagte hier OB Thilo Rentschler.

Die Fassadengestaltung ist noch offen. Klar ist aber, dass ein möglichst CO2-neutrales Gesamtkonzept für den laufenden Betrieb angestrebt wird, dass weitestgehend Barrierefreiheit und eine einheitliche Erdgeschossfußbodenhöhe zwischen den Gebäuden geschaffen wird.

Neben Büro- und Nebenflächen ist eine Teilunterkellerung für die Haustechnikzentralen und Laborräume des Veterinärwesens vorgesehen. Geschaffen werden insgesamt 473 PC-Arbeitsplätze. Davon werden 30 zunächst an Dritte vermietet.

Es werden Kosten von 49,8 Millionen Euro für den Hochbau ohne Außenanlagen und ohne Parkhaus definiert. Rund fünf Millionen Euro plant die Verwaltung als Puffer ein.

Parkhaus statt Tiefgarage

Beim Parkhaus wird mit Kosten von 26 000 Euro je Stellplatz gerechnet. Bei 162 Stellplätzen wären das Investitionskosten von 4,2 Millionen Euro (brutto). Für eine Tiefgarage wurde von Kosten von 66 000 Euro pro Stellplatz ausgegangen. Es steht im Raum, dass sich hier auch "Dritte" einmieten können. Für die Bediensteten wird das Parken in jedem Falle aber künftig teurer.

Wie viele Parkplätze tatsächlich entstehen, soll noch diskutiert werden. Gestalt, Fassade, technische Ausgestaltung, Investitions- und Betriebskosten, gar ein externes Betreiberkonzept des Parkhauses, all das soll eine Konzeptstudie darlegen. Das Parkhaus soll von einer kreiseigenen oder dem Kreis nahe stehenden Gesellschaft erstellt werden, heißt es.

Komplexe Außengestaltung

Im Freien entstehen Stellplätze für Besucher sowie Fahrradabstellplätze und ein ÖPNV-Anschluss. Dies alles wird in der Konzeption der Außenanlagenplanung berücksichtigt, mit deren Entwicklung das Büro Steinbacher-Consult Ingenieurgesellschaft (Neusäß) beauftragt wird. Städtebauliche Durchlässigkeit und Barrierefreiheit sind hier die Schlagworte. Mit Kosten von 2,41 Millionen Euro, inklusive Honorar, wird hier gerechnet.

Wie bei der Generalsanierung des Berufschulzentrums in Gmünd soll die Bauherrenfunktion organisatorisch mit kreiseigenem Personal erfolgen.

Ämter werden zentralisiert

Der zweite Verwaltungsstandort wird jeweils rund zur Hälfte durch Umzüge aus dem Landratsamt (226 Arbeitsplätze) und den Dienststellen (208 Arbeitsplätze) im Stadtgebiet (Quadrat I und III in der Gartenstraße, Arbeitsagentur und Jobcenter in der Hopfenstraße) belegt.

Der Zeitplan zum Neubau

Am 9. März soll der Kreistag das beschriebene Vorgehen beschließen. Im August 2022 soll die Baugenehmigung vorliegen und im Juli 2023 sollen die Rohbauarbeiten beginnen. "Es wäre fantastisch, könnten wir 2023 zum Jubiläum 50 Jahre Ostalbkreis den Spatenstich machen", blickte der Landrat in die Zukunft. Im Sommer 2026 sollen die Bauten fertig und bezugsreif sein.

So soll alles finanziert werden

Der Landkreis will Kredite im Volumen von 29,2 Millionen Euro aufnehmen. Die Laufzeit ist über 30 Jahre gedacht, mit einer Zinsfestschreibung von 20 Jahren. Hierfür ergibt sich aktuell einen Zinssatz von 0,25 Prozent mit fünf tilgungsfreien Anlaufjahren.

Weil durch die Zentralisierung der Dienststellen Mietverträge beendet werden und zudem Liegenschaften neu vermietet werden können, rechnet sich das Projekt. Für die vier Aalener Dienststellen fällt derzeit, inklusive Stellplätze, ein jährlicher Mietaufwand von rund 850 000 Euro an. Die Mietverträge werden zwischen 2024-2031 auslaufen. Die Anmietungen im Gebäude der Arbeitsagentur Aalen und in der Hopfenstraße 65 (Jobcenter) seien dagegen relativ günstig, hieß es. Unter der Annahme, dass alle Mietflächen für einen Mietzins von elf Euro je Quadratmeter pro Monat verlängert werden könnten und die Mieten gemäß Verbraucherpreisindex regelmäßig angepasst werden, würde sich über eine Laufzeit von 50 Jahren ein Gesamtmietaufwand von 64 Millionen Euro ergeben. Bei einem Mietzins von zwölf Euro wären dies 69,1 Millionen Euro, berechnete Kreiskämmerer Karl Kurz.

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So sieht das neue Konzept aus. Grafiken: ca

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