Spaziergang zu den zwölf Aposteln

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In sanftem Auf und Ab führt der Weg zu einer Skipiste des Ostalb-Skilifts.
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Dr. Günther Eitel beschreibt für die SchwäPo leicht zu gehende Wege rund um Aalen.

Aalen

Der Spaziergang ist der kleine Bruder der Wanderung", sagt Dr. Günther Eitel, der sich sehr für "abgesteckt", die Wanderserie der Schwäbischen Post, interessiert. Spaziergänge in der Nähe von Aalen, gern mit einem geschichtlichen Bezug – und daraus eine kleine Reihe machen: Die Idee dazu hatte er, als er nach einer USA-Reise zurückkam nach Deutschland während einer "Jetlag-Nacht", in der er nicht habe schlafen können, wie er berichtet.

Aalen biete "eine Vielzahl wunderschöner Spazier- und Wandermöglichkeiten", so Eitel. Vieles sei beschrieben, ein Aalener Rundwanderweg mit hervorragenden Panoramablicken bestens markiert. "Manchem fehlt die Zeit oder die Lust für ausgedehntere Wanderungen – kurze hübsche Wege, die weniger bekannt sind, könnten aber locken", so sei die Idee zur Zusammenstellung "Spazierrunden in und um Aalen mit Blick auf Landschaft und in Geschichte" entstanden. Eitel beschreibt 15 Rundwege in, um, oder nahe Aalen, die mit geringem Zeit- und Kraftaufwand zu bewältigen seien. Maximal zwei Stunden müssten für die Touren einkalkuliert werden.

"Es sind Rundwege mit schönen Ausblicken, vielfach abseits markierter Wege. Es sind Wege, die wir im Laufe vieler Aalener Jahre lieb gewonnen haben und immer wieder gehen", erklärt Eitel. Dabei mache es Freude, neben der Natur "auch ein wenig über das örtliche Geschehen" kennenzulernen: "Man sieht dann mehr", sagt er und weiter: "Ich habe deshalb zu den einzelnen Spaziergängen in einem extra Abschnitt entsprechende Anmerkungen gestellt. Diese seien als Hinweise, "nicht als erschöpfende Erklärung" zu sehen – und bei Interesse durch Infomaterial ausbaufähig. Eitel nennt zum Beispiel die Tourist-Info Aalen oder die "Aalener Jahrbücher".

Wichtiger Hinweis: Die Gehzeiten seien Circa-Zeiten. "Mal lockt der ‘Kampf' gegen die Uhr, mal die Freude an Gesehenem", das könne jeder halten, wie er will. Aber es handle sich um Spaziergänge – und nicht um Wanderungen. Die Orientierung sei meist einfach "und sollte ohne Karte gelingen". Rasch werde man Variationen finden und bei Bedarf die bewusst kurz gehaltenen "Runden" vergrößern. Manche Wege sind mit Kinderwagen zu bewältigen. An manchen Wegen besteht die Möglichkeit zur Einkehr. Jahreszeitliche Einschränkungen gebe es kaum.

Die Route für Spaziergängerinnen und Spaziergänger

Aalen. Vom Parkplatz circa 100 Meter der Straße nach oben folgen, dann Rechtskurve, nach der meist offenen Schranke etwa 100 Meter weiter. Dort führt die Waldstraße nach links oben – wir gehen aber den ebenen breiten Waldweg rechts leicht bergab. Dieser führt in sanftem Auf und Ab zur Skipiste der Familienabfahrt des Langert-Skilift. Dann quert man die Trasse der "Familienabfahrt", um nach einem kurzen Waldstück Liftspur und steile Abfahrtstraße zu queren. Rechst liegt die Talstation des Liftes und etwas weiter die Hütte des Aalener Skiclubs. Kurz durch Wald nach oben – und wir erreichen den höchsten Punkt unseres Spazierganges und können eine sehr schöne Aussicht über Aalen bis zu den Türmen von Ellwangen erleben. Unmittelbar danach stößt man auf die Osterbucher Steige. Wir folgen dieser rund 300 Meter abwärts nach rechts (Vorsicht, Autos!), sehen links das Thermalbad mit schöner Caféterrasse, gehen über den ersten Parkplatz nach rechts und erreichen einen asphaltierten, aber autofreien Weg. Durch Streuobstwiesen am Auslauf der Skipisten vorbei geht es bis zu einer Bank auf der rechten Seite. Dort befand sich die Bohrstelle für das Thermalwasser und ein provisorisches Thermalbad. Das Tälchen, das sich von dort nach links unten zieht, ist das Heuchelbachtal.

Man sieht etwas weiter unten ein Wasserreservoir. Nun geht es weiter mit wunderbarem Blick auf Aalen. Man kann mal schauen: Wer sieht den Turm der Stadtkirche? Es geht weiter bis zu einem Kruzifix in einer Gruppe von zwölf Birken, den "Zwölf Aposteln" , dann in eine Senke (der dort abzweigende Weg nach rechts führt zu der im Sommer an Wochenenden meist bewirtschafteten Kolpinghütte mit Terrasse und großem Kinderspielplatz) und weiter wieder etwas nach oben, bis wir an die Mährenstraße kommen. Dieser folgen wir circa 300 Meter und stoßen auf unseren Ausgangspunkt.

Variante: Von den "12 Aposteln" den Weg über einen Wiesenrücken mit wunderbarer Aussicht hinunter bis zum Seniorenheim, dem "Albstift", und von dort im spitzen Winkel durch ein Tälchen hinauf zum Ursprungsweg, der an einem großen Weißdornbusch erreicht wird – das sind rund 35 Minuten zusätzlich, die sich lohnen.

Übrigens: Die Zusammenstellung wendet sich an Menschen, die mit wenig Zeit Aalener Umgebung und etwas "Geschichte" kennenlernen möchten, Neubürger und Gäste.

"Viel Freude in unserer schönen Landschaft mit ihrer vielfältigen Geschichte" wünscht Günther Eitel.

Wie der Weg beschaffen ist und was am Wegesrand spannend ist

Der Weg: Nahezu eben, zunächst breiter Waldweg, dann asphaltierter Weg durch Wiesen und Felder. Davon gibt's auf etwa 500 Metern Autoverkehr, kinderwagengerecht, Dauer etwa 60 Minuten, prächtige Aussicht auf Stadt Aalen und Welland, Hohenstadt, Ellwangen, Einkehrmöglichkeiten. Weg besticht durch seine Aussicht. Bei Schnee kann der Weg durch die Wiesen sehr glatt sein. Von Mitte November bis Mitte Februar teilweise sehr schattig. Einkehr: Café im Thermalbad, Kolpinghütte an Sommerwochenenden.

Die Geschichte:

Thermalbad: 1981 wurde in 650 Meter Tiefe Thermalwasser mit 36,5 Grad gefunden und ein erstes Minibadebecken aufgestellt. Die Einweihung des jetzigen Thermalbades in Aalen war 1985.

Skilift: Erbaut 1969. Gehörte damals zu den längsten Liften der Alb. Lift (950 Meter). Zwei Abfahrten: Familienabfahrt 1200 Meter; sportliche Abfahrt: 800 Meter, Flutlicht.

Heuchelbach: Aus diesem Quellgbiet wird Aalen seit dem 16.Jahrhundert mit Frischwasser versorgt. Das Wasser wurde durch eine Deichelleitung in die Stadt geführt. Deichel sind Tannenstämme, die zentral mit einem Deichelbohrer durchbohrt werden und als Wasserleitung dienten.1871 wurden die Deichelrohre durch Stahlrohre ersetzt und ein Hochbehälter gebaut. Noch heute stammen circa 50 Prozent des Aalener Trinkwasser aus diesen Quellen, die anderen 50 Prozent von der Landeswasserversorgung Schwaben, deren Hochbehälter übrigens benachbart dem Heuchelbach steht.

Dr. Günther Eitel
In sanftem Auf und Ab führt der Weg zu einer Skipiste des Ostalb-Skilifts.

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