Sperrstunde und Glühwein-Aus: Wie es jetzt im Ostalbkreis weitergeht

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Angesichts der steigenden Zahl von Coronainfektionen im Ostalbkreis gilt ab diesem Samstag eine Allgemeinverfügung. Was nun auf Märkten und in der Gastronomie gilt.

Aalen

Nachdem am Donnerstag die 7-Tage-Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner überschritten wurde, hat Landrat Dr. Joachim Bläse am Freitag in einer Pressekonferenz im Landratsamt über weitere Schritte informiert. Stand Freitag liegt der Wert der 7-Tage-Inzidenz bei 62. "Wir müssen einmal mehr mit Corona leben", sagt der Landrat zur Begrüßung. Man müsse schauen, welche Maßnahmen nun über die Gesetzgebung hinaus sinnvoll sind und in welchem Rahmen das öffentliche und private Leben ermöglicht werden kann. Dazu wurde eine Allgemeinverfügung erlassen, die ab diesem Samstag, 24. Oktober gilt.

Sperrzeit: Keinen Spielraum gibt's in Sachen Sperrzeit. Das sei ein Länderbeschluss und müsse deshalb umgesetzt werden, erklärt die Erste Landesbeamtin, Gabriele Seefried. Die Sperrstunde für die Gastronomie gilt von 23 Uhr bis 6 Uhr. Während dieser Zeit gilt ein generelles Ausgabeverbot für Alkohol. Auf diese Maßnahme habe der Landrat eigentlich verzichten wollen. Denn "der Großteil der Neuinfektionen findet im privaten, häuslichen Umfeld statt", sagt Bläse. Diese Maßnahme hat der Krisenstab eigentlich als unverhältnismäßig eingestuft, werde jetzt aber in der Verfügung ergänzt.

Markt mit Maske, ohne Alkohol: Ein weiterer Punkt der Allgemeinverfügung umfasst die Pflicht, auf allen Märkten einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Das gilt für das gesamte Marktareal. Zudem gilt diese Pflicht an Außenverkaufsstellen oder in deren Wartebereichen.

Auf allen Märkten gilt zudem ein Alkoholverbot. Alkoholische Getränke dürfen nicht ausgegeben werden. Dazu zählen auch die anstehenden Weihnachtsmärkte. "Leute, lasst an den Märkten den Alkohol weg. Wir wollen kein Verbreitungsrisiko schaffen", sagt Bläse.

Kontrollen und Verstöße:Beim Verstoß gegen die Anordnung der Sperrzeit, wird ein Zwangsgeld von 15 000 Euro angedroht. Wer in dieser Zeit Alkohol verkauft, muss mit 5000 Euro rechnen – 2000 Euro, wer Alkohol auf Märkten ausgibt. Wer gegen die Masken-Anordnung verstößt, muss mit einem Bußgeld von 100 Euro rechnen. Kontrollen im Raum würden vermehrt durchgeführt, so Bläse.

Es ist eine beherrschbare, aber eine schwierige Lage.

Dr. Joachim Bläse Landrat

Personenbeschränkung: Private Feiern werden auf zehn Personen begrenzt. Bei Ansammlungen "ohne Zweck" dürfen nicht mehr als zehn Personen zusammenkommen, es sei denn, alle Personen sind miteinander verwandt oder sie kommen aus zwei Haushalten. Eine Vermischung gilt hier nicht mehr, erklärt Seefried. Bei Veranstaltungen gilt eine maximale Teilnehmerzahl von 100. In Kunst und Kultureinrichtungen, wie Kino und Theater sind bis zu 500 Teilnehmer erlaubt, wenn der Abstand eingehalten werden kann.

Die Lage in den Kliniken: "Wir haben aus der ersten Welle, in die wir ganz unbedarft reingegangen sind, gelernt", sagt Professor Dr. Ulrich Solzbach, Vorstandsvorsitzender der Kliniken Ostalb. "Jetzt können wir planen", sagt er weiter. Aktuell sei es nur eine leichte Belastung in den Kliniken. 15 Corona-Patienten seien derzeit in den Krankenhäusern im Ostalbkreis. Von den sechs Fällen in Mutlangen seien zwei intensivmedizinisch. In Ellwangen sind es zwei von acht. In der Klinik in Aalen gebe es nur einen Fall, auch dieser "intensiv", so Dr. Solzbach. Wichtig sei jetzt, 30 Prozent der Intensivkapazität an den Kliniken für Corona-Patienten freizuhalten.

Schulen und Busse: Auch die Verstärkerbusse waren Thema in der Pressekonferenz. 25 dieser Busse seien im Kreis unterwegs, sagt Thomas Wagenblast, Dezernent für Ordnung, Verkehr und Veterinärwesen. Zur ersten Schulstunde reichen aber die Fahrer nicht aus, um nachzulegen, sagt er weiter. "Viele Schüler drängen in den ersten Bus", sagt er. Da brauche es Verhaltenstipps. Erste Gespräche mit Schulen haben bereits am Donnerstagabend stattgefunden. Wagenblast betont aber: "Es gibt derzeit keinen Hinweis auf eine Ansteckung im ÖPNV."

Im Gespräch mit den geschäftsführenden Schulleitern sei es zudem um Entzerrungen der Anfangs- und Endstunden gegangen. Das werde aber nicht in der Allgemeinverfügung festgesetzt, erklärt Wagenblast. Man werde das Geschehen an den Schulen und in den Bussen nun genauer beobachten und, falls nötig, nachziehen.

Was im Sport gilt: Im Spitzensport sind ab einer 7-Tage-Inzidenz von 35 generell keine Zuschauer erlaubt. Wenn die Abstandsregeln eingehalten werden können, sind im Breitensport insgesamt 500 Personen erlaubt. Dazu zählen Zuschauer und Sportler. Der Trainings und Übungsbetrieb wird auf 20 Personen beschränkt.

In den drei großen Städten, Aalen, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd, sowie in Waldstetten sind die Zahlen hoch. SDZ-Grafik: BO
Im großen Sitzungssaal im Landratsamt in Aalen informiert der Krisenstab im Ostalbkreis über die aktuelle Lage und weitere Maßnahmen.
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