Spielzeug Wanner ganz neu gedacht

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Stefanie Winter, Simone Grimminger mit Tochter Carlotta und Tanja Diemer vor dem Gebäude Wanner, in dem sie eine Buchhandlung, ein schickes Stadthotel und Gastronomie planen.
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Stadthotel, Buchladen und Gastronomie: Drei starke Aalener Frauen planen ein außergewöhnliches Projekt in einem außergewöhnlichen Gebäude.

Aalen

Die Katze ist aus dem Sack: Ein schickes Stadthotel soll in dem Gebäude entstehen, das den meisten Aalenerinnen und Aalenern als „Spielzeug Wanner“ bekannt ist. Doch das ist nur ein Teil: Gastronomie gibt's noch dazu - und eine Buchhandlung. Dies wurde diesen Donnerstag bekannt. Drei starke Frauen haben sich für dieses Projekt zusammengetan: Simone Grimminger, die das Gebäude „Spielwaren Wanner“ zusammen mit ihrem Mann Max erworben hat, die Architektin Tanja Diemer und Stefanie Winter, die man in Aalen als Gastronomin kennt und schätzt.

Simone Grimminger hat dafür den Anstoß gegeben. Wichtig sei ihr gewesen, „dass wir dieses zentral gelegene Stadthaus mit etwas Sinnvollem füllen“, sagt sie. Zudem will sich Grimminger, die unter anderem Germanistik studiert hat, einen Traum erfüllen: die Buchhandlung. Und mit dieser Idee hat das Projekt seinen Anfang genommen. „Dann hatten wir die Idee, die Buchhandlung zu ergänzen mit Gastronomie und einem Stadthotel, so dass hier ein weiterer, neuer Mittelpunkt in der Stadt entstehen kann“, so habe sich das herauskristallisiert in Gesprächen. Die hat Simone Grimminger zunächst mit Stefanie Winter geführt, Wirtin des Café Podium und seit zwei Jahren auch Eignerin des Eichenhofes mit Hotel und Gastronomie. Tanja Diemer ist die Architektin für das Projekt. Sie will dafür sorgen, dass das altehrwürdige Haus mit viel Liebe zu den vielen historischen Details für die neuen Aufgaben umgebaut wird. Im Erdgeschoss soll auf 145 Quadratmetern der Gastrobereich eingerichtet werden - ebenso auf 145 Quadratmetern entsteht Sabine Grimmingers Bücherhandlung. Wichtig ist den drei Powerfrauen, dass es zwischen diesen beiden Bereichen fließende Übergänge gibt. Ein gutes Buch anschauen, einen Kaffee dazu trinken. Oder aber auch eine literarische Veranstaltung an einer von Stefanie Winter gedeckten Tafel: „Wir wollen einfach, dass sich die Menschen hier wohlfühlen“, sagt Grimminger.

Und die oberen Geschosse? Dorthin wird der Gastrobereich etwas ausgedehnt, verbunden mit dem Erdgeschoss. Und zudem sollen dort die insgesamt 16 Zimmer des schicken, kleinen Stadthotels eingebaut werden. „Jeder soll auf ganz besondere Weise gestaltet und eingerichtet werden“, erklärt Tanja Diemer. Sie beschreibt den Ausblick aus den Zimmern: auf die Stadtkirche, in Richtung Spritzenhausplatz, in Richtung Salvatorkirche „und auf die Aalener Dächerlandschaft“.

Die Gastronomie: Da stellt sich Stefanie Winter ein modernes Konzept vor mit Schwerpunkten auf regionaler und saisonaler Küche. Sie selbst will sich darum kümmern - und auch das Hotel managen.

Die drei Frauen sehen durch das Projekt eine Aufwertung dieser eigentlich interessanten Aalener Ecke in städtebaulicher Hinsicht. „Es wird etwas aus dem ganzen Platz passieren“, da ist sich Simone Grimminger sicher - und man werde in diesem Zusammenhang „auch den Platz davor neu denken dürfen“, etwa den Bereich, an dem derzeit das Karussell steht. Winter ist sich sicher: „Wir erweitern mit diesem Projekt das Zentrum der Stadt“. Damit werde eine hochwertige Verbindung zum Sparkassenplatz geschaffen.

„Wir haben ein gutes Gefühl“, ergänzt Simone Grimminger - spannend sei, dass jede von ihnen aus einem ganz anderen Bereich kommt: sie als Buchexpertin, Stefanie Winter als Gastronomin und Tanja Diemer als Architektin. Alle drei hoffen jetzt auf einen raschen Baubeginn. „Wir scharren mit den Hufen“, sagt sie. Die Baugenehmigung haben sie beantragt. Jetzt warten sie auf die Freigabe: „Wir hoffen schon, dass das dieses Jahr noch klappt“, sagt Winter. Mit Nachdruck.

Es wird etwas aus dem ganzen Platz passieren.“

Simone Grimminger
  • Ein vielfach berühmtes Gebäude
  • Fast auf den Tag genau zwei Jahre ist es her: 2019, Ende November, ist in Aalen eine Ära zu Ende gegangen - und das bekannte Fachgeschäft „Spielzeug Wanner“ hat für immer seine Pforten geschlossen. Eine Ära, die irgendwann um die Wende zum 20. Jahrhundert begonnen hat. Das Gebäude ist aber wohl wesentlich älter. Auf aus Eisen gegossenen Tafeln steht, dass Johann Gottfried Pahl dort im Jahr 1768 geboren worden ist, ein großer Sohn der Stadt, Pfarrer und Publizist - und Kämpfer für die Pressefreiheit.
  • Auch der Aalener Stadtrat Christian von Heuchelin und die Mutter von Christian Friedrich Daniel Schubart sollen dort gelebt haben.

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Stefanie Winter, Simone Grimminger mit Tochter Carlotta und Tanja Diemer im ersten Stock des altehrwürigen Wanner-Gebäudes.
Stefanie Winter, Simone Grimminger mit Tochter Carlotta und Tanja Diemer vor dem Gebäude Wanner, in dem sie eine Buchhandlung, ein schickes Stadthotel und Gastronomie planen.
Das ehemalige Spielwarengeschäft Wanner.

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