Spione wachen über die Reichsstädter Tage

+
Die Spionköpfe des Projektes „BimBam Pfeife“ werden am Gebäude des früheren Spielzeug Wanner gezeigt Fotos: Oliver Giers
  • schließen

Aalens Wahrzeichen ganz anders: Kreativ gestaltete Spionköpfe werden erstmals öffentlich gezeigt an der Fassade des ehemaligen Wanner.

Aalen

Der Aalener Spion, das Wahrzeichen der Stadt, wird zu diesen Reichsstädter Tagen nicht nur von seinem Turm am Alten Rathaus auf das Festgeschehen herunterblicken. Er schaut sich das bunte Treiben auch vom ehemaligen Spielzeug-Wanner aus an: Im Rahmen eines privaten Kunstprojekts unter dem Titel „BimBamPfeife # Aalener Spion“ sind zehn fantasievoll gestaltete Spionköpfe entstanden, die zum ersten Mal öffentlich gezeigt werden.

Zwölf Frauen haben über ein halbes Jahr hinweg einmal die Woche an ihrem ganz persönlichen Spion gearbeitet und ihn kreativ gestaltet: als Hippie etwa, mit Rastalocken und buntem Tuch um den Kopf. Als Hemingway, mit Käpple und eisgrauem Bart. Oder, ganz anders: als Medusa aus der griechischen Mythologie, mit Reißzähnen und Schlangen ums Haupt. Ein Hingucker auch: der Spion als Design-Ikone Harald Glööckler, natürlich mit viel Gold. Oder auch als Fabelwesen, halb Mensch, halb Fuchs sowie als Illusion, über und über geprägt von Schwarz-Weiß-Muster.

Federführend bei diesem privaten Kunstprojekt war Andrea Lingel, Chefin des Ateliers „MalSein“ in Aalen. Sie hatte die zwölf Köpfe als Rohlinge gefertigt und zur Verfügung gestellt, bot Räume in ihrem Atelier, stellte Farben und Materialien und beriet die Hobbykünstlerinnen bei der Umsetzung.

Nun sind die Köpfe aus Acrylharz fertig, wetterfest lackiert. Sie den Aalenerinnen und Aalenern öffentlich zu zeigen, war der Traum der Kreativen. Citymanager Reinhard Skusa habe die Möglichkeit angeboten, die Werke an der Fassade des Kubus zu zeigen, sagt Andrea Lingel. Doch sie habe dabei „Bauchschmerzen“ gehabt. „Da war keinerlei Attika unten drunter, das war fragwürdig wegen der Sicherheit.“

Ihre Idee war: Der ehemalige Spielzeug Wanner – „das wäre ein super Platz“. Sie ging auf die neue Eigentümerin Simone Grimminger zu, die ihr Projekt sofort unterstützt habe.

Auf die Fensterflügel an der Fassade zur Reichsstädter Straße wurden Holzplatten geschraubt, darauf die Spionköpfe montiert. Der „Spion als Hemingway“ steht unten im Schaufenster, dazu Plakate mit kleinen Texten, die die Köpfe und ihre Macherinnen einzeln vorstellen. Wer den QR-Code scannt, findet ein YouTube-Video zur Entstehungsgeschichte.

Bis in die letzte Septemberwoche hinein werden die Spione die Wanner-Fassade zieren. Dann wird abgebaut. Wie geht es weiter? „Wir haben noch keinen Plan“, sagt Andrea Lingel freimütig. In der nächsten Woche ist ein Treffen der Macherinnen mit OB Frederick Brütting vor Ort terminiert. Vielleicht, so hoffen die Frauen, zeigt die Stadt ja Interesse, die Köpfe als Dauerausstellung im öffentlichen Raum zu zeigen. Aber auch ein Verkauf sei durchaus vorstellbar, ja sogar erwünscht, so Lingel. Schließlich hat sie selbst das Projekt komplett vorfinanziert.  

Mehr Bilder online unter www.schwaepo.de

Hintergrund: Das Gebäude des ehemaligen Spielzeug Wanner steht seit der Schließung des Fachgeschäfts Ende November 2019 leer. Es wurde verkauft, nun entstehen dort ein Boutique-Hotel, Gastronomie und eine Buchhandlung.

Genau hinsehen lohnt sich: Der Spion - halb Mensch, halb Fuchs.
Der Spion als George Clooney.
Die Spionköpfe des Projektes "BimBam Pfeife" am Gebäude des früheren Spielzeug Wanner.
Der Spion als Hippiefigur. Die Spionköpfe des Projektes „BimBam Pfeife“ am Gebäude des früheren Spielzeug Wanner. Foto: OLIVER GIERS
Der Spion als Medusa. Foto: OLIVER GIERS
Der Spion als Hemingway. So stellt man ihn sich vor, den „alten Mann und das Meer“. Foto: OLIVER GIERS
Der Spion als Illusion: "black and white".
Gold ist ein Muss: der Spion als Harald Glööckler.
"The wall": Der Spion, der durch die Wand bricht.

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Kommentare