Wie die Stadt die Sportvereine fördert

Sportvereine gefrustet: Stadt kürzt Übungsleiterpauschale

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Über 8000 Kinder und Jugendliche und rund 20 000 Erwachsene werden derzeit in den Sportvereinen der Stadt Aalen betreut und trainiert von ehrenamtlichen Übungsleitern. Archivfoto: MTV Aalen
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Die Aalener Stadtverwaltung muss sparen und hat den Vereinen mitgeteilt, dass sie in diesem Jahr weniger Geld bekommen.

Aalen

Wir sind alle sehr enttäuscht“, sagt Uli Rossaro, Vorsitzender des Stadtverbands der sporttreibenden Vereine Aalen. Mit „Wir“ meint er die Sportvereine der Gesamtstadt Aalen. Dort ist der Frust derzeit groß.

Denn die Stadt Aalen muss sparen und hat deshalb Ende April in einem Schreiben an die Vereinsvorstände eine Kürzung der jährlichen Übungspauschalen angekündigt – das aktuelle Coronajahr betreffend. Vorausgegangen war ein Gespräch mit den beiden Stadtverbandsvorsitzenden Uli Rossaro (Aalen) und Armin Peter (Wasseralfingen).

Den Grund für die Beschneidung der Pauschale nennt der städtische Pressesprecher Sascha Kurz: „Wegen der Coronaverordnung ruhten sehr viele Vereinsaktivitäten und damit auch das Engagement der Übungsleiter.“ Die Kürzung der Übungsleiterpauschale um insgesamt rund 32 000 Euro wirke sich nach Auffassung der Stadtverwaltung am wenigsten negativ auf die Vereine aus. Und sei in Anbetracht der Einsparungen, die die Vereine während der Pandemie bei den Betriebskosten hatten, angebracht.

Das sagt Uli Rossaro, Vorsitzender des Stadtverbands der sporttreibenden Vereine Aalen: „Die ehrenamtliche Arbeit, die die Übungsleiter leisten, ist enorm, vor allem auch im Leistungssport.“ Deshalb müsse man das ehrenamtliche Engagement der Trainer wenigstens mit einem kleinen jährlichen Obolus würdigen. Der Stadtverband fordere seit langem eine Erhöhung dieser städtischen Freiwilligkeitsleistung, deren Betrag seit 2014 eingefroren ist. „Wir sind eine riesige Sportfamilie mit derzeit 8000 Kindern und Jugendlichen und rund 20 000 Erwachsenen in den Sportvereinen der Gesamtstadt. Und trotzdem geht unser Anliegen unter.“

Manfred Pawlita, Vorstand der Aalener Sportallianz: „Eine Kürzung bei den engagierten und motivierten Übungsleitern und Trainern halte ich für einen schlechten Plan der Stadt.“ Denn diese seien die Pfähle eines jeden Sportvereins. „Wenn man diese Pfähle ausreißt, ist das eine schlechte Entscheidung.“

Karl-Heinz Vandrey, zweiter Vorstand der Aalener Sportallianz: „Auch wenn es sich um eine Freiwilligkeitsleistung der Stadt handelt: Die Übungsleiterpauschale um die Hälfte zu kürzen – das ist für die Vereine ein Schlag ins Gesicht.“ Vandrey bilanziert ein hohes finanzielles Defizit der Vereine. Denn Ausgaben seien ja nach wie vor vorhanden, vor allem in den Wettkampfabteilungen. „Fahrtkosten, Trikotwäsche, Sportgeräte und Übungsleiter – das muss man alles bezahlen.“ Die Sportallianz verharrte während Corona auch nicht im Stillstand. „Wir haben wöchentlich 50 Online-Kurse angeboten, mit gutem Erfolg.“

Achim Pfeifer, Vorsitzender der TSG Hofherrnweiler-Unterrombach, ist verärgert: „Das ist doch alles nicht mehr nachvollziehbar.“ Während der Pandemie sei über alles diskutiert worden – nur nicht über die Situation der Vereine. Aktuell komme die TSG zwar klar, auch weil sie versuche, sich unter den Rettungsschirm des Württembergischen Landessportbunds zu stellen. Aber die Rate der coronabedingten Vereinsaustritte spreche Bände: über zehn Prozent aktuell in allen Vereinen. Vereinseintritte? Fehlanzeige.

Das ist für uns ein Schlag ins Gesicht.“

Karl-Heinz Vandrey, Aalener Sportallianz

368 000 Euro in diesem Jahr

Mit über 400 000 Euro jährlich unterstützt die Stadt Aalen bislang die Sportvereine.

Die darin enthaltene Übungsleiterpauschale beträgt jährlich 64 000 Euro. Im aktuellen Coronajahr soll sie um die Hälfte gekürzt werden. Damit kürzt die Stadt Aalen die Sportförderung in diesem Jahr um insgesamt 32 000 Euro.

Unangetastet bleibt nach Auskunft des städtischen Pressesprechers Sascha Kurz die sonstige Sportförderung: die Jugendförderung (rund 95 000 Euro), die Unterhaltungszuschüsse für vereinseigene Sportanlagen (221 000 Euro), Zuschüsse für die Instandhaltung, beziehungsweise das Entgelt für die Nutzung von Vereinsanlagen durch Schulen (25 000 Euro). „Diese Summen werden auch in diesem Jahr voll an die Vereine ausbezahlt“, betont Kurz. UW

Einen Kommentar zum Thema können Sie hier nachlesen.

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