Stadt Aalen will nicht die Corona-Keule schwingen

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Es ist wieder etwas los in der Stadt, besonders, wenn es etwas Besonderes gibt, etwa "Musik vom Rathausdach". Die Stadt kontrolliert immer wieder, ob dabei auch die Vorschriften der Corona-Verordnung eingehalten werden. Archivfoto: hag
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SchwäPo-Leserinnen und -Leser wollen wissen, ob und wie in Aalen kontrolliert wird, dass Corona-Regeln eingehalten werden.

Aalen

Eine schwierige Gemengelage. Manchen ist es zuviel an Einschränkung, anderen zu wenig Schutz. Zum Beispiel beim "Konzert auf dem Rathausdach", als Besucher sich etwas mehr Abstand zwischen den Gästen gewünscht hätten. Oder in Ladengeschäften, wo es die einen genauer nehmen mit den Vorschriften, die anderen etwas lockerer. Oder vor Gaststätten, wo manche das Gefühl haben, in der Aalener Innenstadt gehe es sehr leger zu. Zumindest äußern sich Leserinnen und Leser so gegenüber der SchwäPo – und sie fragen: "Wird denn in Aalen nicht kontrolliert?"

Eine Frage, die wir an die Stadt weitergeben. "Freilich wird auch in Aalen kontrolliert", sagt dazu Stadtsprecher Sascha Kurz, allerdings geschehe dies im Rahmen des Möglichen und eher punktuell als flächendeckend. Der gemeindliche Vollzugsdienst übernehme diese Kontrollen. Es seien aber keine "Hundertschaften", die in die Stadt ausschwärmen, sondern in der Regel Zweierteams, die sich umschauen – oder einem konkreten Hinweis nachgehen. In Aalen setze man auf Einsicht, Überzeugungsarbeit und Verständnis. So habe man, flankierend zu den Kontrollen, erst jüngst wieder alle Gastronomen noch einmal auf die Hygienevorschriften der Corona-Verordnung des Landes hingewiesen. Darin sind etwa die Mindestabstandsregeln festgezurrt und deren Ausnahmen. Es geht um Hygienevorschriften und auch um die Erhebung von Daten der Besucherinnen und Besucher – und darum, wie mit diesen Daten umgegangen werden muss. Auch steht darin, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die einen "direkten Kundenkontakt" haben, Alltagsmasken tragen müssen, drinnen wie draußen. Dieses Schreiben ist am 13. August an Betreiber von gastronomischen Betrieben in Aalen versandt worden.

Zudem setze man bei der Stadt nach wie vor auch auf kreative Lösungen, sagt Kurz. Dazu gehöre, dass die Freiflächen, die den Wirten zur Verfügung gestellt werde, so weit wie irgend möglich ausgeweitet worden seien, damit Abstände eingehalten werden. Derzeit seien die Fallzahlen in Aalen niedrig, sagt Kurz auch. Deswegen müsse derzeit nicht "mit der Keule" gearbeitet werden. "Wir wollen Einzelhandel und Gastronomie ja nicht komplett abwürgen", sagt der Stadtsprecher.

Einzelhandel und Gastronomie nicht abwürgen.

Sascha Kurz Presseamt der Stadt Aalen

Bisherige Bußgeld-Bilanz

Dennoch gab es bereits mehrere Verfahren, und es sind auch Bußgelder ausgesprochen worden, "zum Teil im vierstelligen Bereich", berichtet Kurz. Insgesamt hat die städtische Bußgeldstelle bislang rund 300 Bußgeldverfahren wegen Verstößen gegen die Corona-Verordnung eingeleitet. Hinzu kommen "hunderte mündliche Verwarnungen" bei leichteren Verstößen, etwa wegen fehlender oder falsch getragener Masken.

Zu Beginn der Coronaverordnungen wurden hauptsächlich Verstöße gegen das Versammlungsverbot geahndet. In den vergangenen Wochen ging es vermehrt um Verstöße gegen die Maskenpflicht, etwa bei Friseuren sowie im Supermarkt. Das höchste bislang verhängte Bußgeld hat ein Gastronom verhängt bekommen: 4000 Euro hat es betragen.

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