Stadtfestle statt Reichsstädter Tage

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Am Spritzenhausplatz genießen viele mit Musik, Bier und Essen die kleine Alternative zum großen Stadtfest. Oberbürgermeister Thilo Rentschler zapft mit vier Hammerschlägen an.

Aalen

O´zapft is" rief Oberbürgermeister Thilo Rentschler am Samstag pünktlich um 10.32 Uhr, nach dem er mit vier Hammerschlägen den offiziellen Bieranstich beim kleinen "Stadtfestle" unter den Platanen am Spritzenhausplatz ausgeführt hatte. Und viele Gäste ließen sich das nicht zweimal sagen und genossen ein frisch gezapftes Bier zum Frühschoppen.

Aufgrund der Corona-Beschränkungen und Abstandsregeln gab es nur rund 90 Sitzplätze, aber die füllten sich recht schnell nach dem Bieranstich, als die Blasmusik der Aalener Stadtmusikanten erklang.

"Nutzen wir die Gelegenheit, sich mal wieder zu treffen, ein wenig zu feiern", sagte Rentschler zur Begrüßung. Mehrere Feste seien schon ausgefallen, auch die Reichsstädter Tage, stattdessen gebe es ein schönes Festle im Kleinformat. Er lobte Dr. Eberhard Schwerdtner und das DRK für die Idee und den ACA für die Unterstützung.

"So etwas macht die Stadt lebendig, ist die beste Prävention und der erste Versuch, ob so etwas wieder funktioniert", merkte er an. Er dankte den DRK-Ortsvereinen für die Organisation und die Bewirtung der Gäste. "Diese Hilfsorganisationen zeigen ebenso wie die Malteser auf dem Aalbäumle: Wir sind da", ergänzte der OB.

Matthias Wagner vom DRK bezeichnete das Festle schmunzelnd "als eine Art Übung für den Ernstfall mit warmen Töpfen und gekühlten Getränken". Josef Funk, Vorsitzender des ACA, freute sich für die Geschäftsinhaber über einen weiteren Schritt Richtung Normalität.

Wir sind selbst gespannt, wie es sich anfühlt, wieder öffentlich zu musizieren.

Stefan Dambacher Aalener Stadtmusikanten

Nach dem Bieranstich legten die "Aalener Stadtmusikanten" mit Blasmusik los, allerdings nur mit neun Musikern des über 50 Köpfe zählenden Orchesters. Für sie war es der erste Auftritt seit März. "Bisher durften wir nur in drei Gruppen proben, nie gemeinsam", erzählt Herbert Ossig, der Tenorhorn spielt. Stefan Dambacher ergänzt: "Wir sind selbst gespannt, wie es sich anfühlt, wieder öffentlich zu musizieren", und schnappt sich sein Flügelhorn zum Einstimmen. Auch auf dem Spritzenhausplatz sitzen die Musiker mit mehr Abstand untereinander und zu den Gästen. In der ersten Pause zeigen sie sich erfreut, endlich mal wieder vor Publikum spielen zu können.

22 Mitarbeiter der DRK-Ortsvereine aus Aalen und Unterkochen kümmern sich um die wachsende Zahl von Gästen. Sie genießen – wie es Wagner gesagt hatte – die Möglichkeit zum Frühschoppen bei Bier und alkoholfreien Getränken und Weißwürsten oder Kürbiscremesuppe aus der Küche des DRK. "Es ist toll, hier bei schönem Wetter zu sitzen und mit anderen plaudern zu können", sagt Klaus Schneider, nachdem er seine Kontaktdaten hinterlegt hat und natürlich die Abstandsregeln einhält.

Bereits am Freitag waren die Veranstalter mit dem Besuch zufrieden. "Es war immer weitgehend voll und gab keine Probleme", sagte Matthias Wagner.

Jürgen Eschenhorn

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