„Stadtfürst von Aalen“ trifft auf den „Theatermacher“

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Vor der Aufführung von Romeo und Julia trifft das Theater OB Frederick Brütting.
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Intendant Tonio Kleinknecht lädt Oberbürgermeister Frederick Brütting in der Reihe „Theater trifft ...“ in den Kulturbahnhof ein.

Aalen

Was haben der Fürst von Verona aus „Romeo und Julia“ und Oberbürgermeister Frederick Brütting gemein? Nichts, und das ist gut so. Denn während der eine, der aus der Geschichte, nicht für Frieden und Ordnung sorgen kann und obendrein nicht mal demokratisch gewählt ist, kann sich das neue Stadtoberhaupt, mit über 70 Prozent Zustimmung bei seiner Wahl, einer großen Mehrheit sicher sein.

Tonio Kleinknecht, Intendant des Theaters der Stadt Aalen, hat am Samstagabend im KubAA, vor der Aufführung von Romeo und Julia, OB Brütting als „Stadtfürst von Aalen“ zum offenen Dialog gebeten.

Brütting dankte für die Einladung und sagte lachend, er sei froh, dass Kleinknecht am Ende seiner Einführung noch die Kurve bekommen habe und er als legitimierter Bürgermeister hier stehen dürfe.

Tonio Kleinknecht wollte wissen, was Solidarität für ihn bedeute. Brütting unterstrich, dass Solidarität ganz wichtig sei und die vornehmste Pflicht, auch für Solidarität zu sorgen. Menschen zusammenbringen sei notwendig, denn das sei der Kitt der Gesellschaft.

Aber birgt Solidarität nicht die Gefahr, andere auszuschließen, hakte der Intendant nach? Wie kann eine Solidargemeinschaft gelingen, während man gleichzeitig weltoffen bleibt?

Alle gehören dazu und das schließt sowohl die Religion, die politische Gesinnung, die Weltanschauung und auch die sexuelle Ausrichtung mit ein, so der OB. Das sei auch der Vorteil der Städte, denn hier könne man aktiver gestalten.

Mit Kleinknechts Blick für die Rahmenbedingungen in den nächsten Jahre machte Frederick Brütting klar, dass zur Solidarität auch das Zahlen der Steuern notwendig sei, um eine ordentliche Infrastruktur aufrecht erhalten zu können. Alle müssen sich in der Stadt, aber auch in den Ortschaften ringsum, wiederfinden können, so Brütting. Dies betreffe auch alle Gremien, die Vereine und Ehrenamtlichen.

Auf die Frage, was er als OB von seinen Bürgerinnen und Bürgern erwarte, kam lachend die Antwort, dass Steuern zahlen schon mal ein guter Schritt sei. Die Stadt müsse Lust auf das Ehrenamt machen, die Bürgerinnen und Bürger außerdem miteinbinden, wo es geht. Mehr Farbe müsse in die Stadt gebracht werden. Abstimmungen über Bürgeranträge beispielsweise fänden oft statt. Kompromisse müssten aber auch eingegangen werden.

In Bezug auf notwendige Coronamaßnahmen und die Impfungen sagte Brütting, dass man in dieser Zeit gesehen habe, dass der Staat wichtig sei, aber auch Fehler gemacht wurden. Staatlichkeit könne sich irren, weshalb die Gewaltenteilung so wichtig sei. Die Gesellschaft müsse es aushalten können, andere Meinungen zu akzeptieren, so Frederick Brütting zum Thema 2 oder 3 G und dessen Umsetzung. Hier seien die Kommunen ganz gut aufgestellt und gemeinsam müsse man nach Lösungen suchen, um zielgerichtete und programmatische Kompromisse zu schließen.

Was er sich vom Theater wünsche, wollte Kleinknecht am Ende wissen. „Nahe an den Dingen der Stadt und an der Gesellschaft sein“ war die Antwort. Er habe großes Vertrauen zur Theaterleitung und werde nicht in den Spielplan eingreifen.

Vor der Aufführung von Romeo und Julia trifft das Theater OB Frederick Brütting.

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