Steg kostet 9,34 Millionen Euro

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Der Sobek-Steg in der akuellen Version
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Das Projekt wird teurer. Auf Nachfrage hat die Stadtverwaltung nun aktuelle Zahlen bekanntgeben. Norbert Rehm macht seine eigene Rechnung auf. Er geht von noch höheren Kosten aus.

Aalen

Im Mai hat der Gemeinderat den Kostenrahmen für den Steg auf 8,71 Millionen Euro erhöht. Bleibt es dabei oder ist mit einer weiteren Kostensteigerung zu rechen? Aus der Sitzungsvorlage für den Ausschuss für Umwelt, Stadtentwicklung und Technik (AUST) am Donnerstag geht das nicht eindeutig hervor. Dort ist zwar das Ergebnis der Ausschreibung für zwei von drei Ausschreibungspaketen aufgelistet. Eine Gegenüberstellung zur Kostenberechnung gibt es aber nicht.

Steidles Rechnung: Auf Nachfrage liefert Baubürgermeister Wolfgang Steidle die Zahlen nach. Die Kostenberechnung hat ihm zufolge für das erste Ausschreibungspaket 5,25 Millionen Euro ergeben. Das günstigste Angebot liegt bei 6,05 Millionen Euro. Das zweite Vergabepaket wurde in der Kostenberechnung auf 620 000 Euro geschätzt. Das günstigste Angebot liegt bei rund 459 000 Euro. Damit ergibt sich eine Kostensteigerung von insgesamt rund 640 000 Euro oder 6,5 Prozent. „Das ist ein annehmbarer Betrag“, sagt Steidle.

Es fehlt noch das dritte Ausschreibungspaket. Das soll erst im Frühjahr ausgeschrieben werden. Steidle zufolge sind dann günstigere Ergebnisse zu erwarten. Die Kostenberechnung setzt 357 000 Euro dafür an. Dazu kommen Baunebenkosten in Höhe von 2,48 Millionen Euro. Rechnet man alles zusammen, kostet der Steg also nach aktuellem Stand rund 9,34 Millionen Euro.

Rehms Rechnung: FDI-Fraktionsvorsitzender Norbert Rehm rechnet anders. Er schätzt, dass der Steg am Ende rund 20 Prozent, also 1,74 Millionen Euro teurer wird. In Summe ergäbe das Gesamtkosten von 10,45 Millionen Euro.

So geht Norbert Rehms Rechnung: Bei den Baukosten für den Fußgängersteg war man ihm zufolge zuletzt von 6,23 Millionen Euro ausgegangen. Die Ausschreibung hat nun laut Sitzungsvorlage rund 6,51 Millionen Euro ergeben. Das würde also eine Kostensteigerung von 280 000 Euro ergeben.

Rehm rechnet nun noch die Baunebenkosten oben drauf. 2,48 Millionen Euro sind das. Insgesamt ergeben sich Rehms Rechnung zufolge also schon jetzt Kosten von 8,99 Millionen Euro. Mehr als vom Gemeinderat bewilligt. Und das dritte Vergabepaket, Fassade und Fördertechnik, ist da noch nicht einberechnet, weil noch nicht ausgeschrieben. Geschätzte 1,2 Millionen Euro setzt Rehm für diese noch ausstehenden Gewerke an. Damit ergibt sich eine Kostensteigerung von rund 1,5 Millionen Euro. „Bis zur Endabrechnung werden wir dann eine nicht genehmigte Überschreitung von 20 Prozent haben“, schreibt der FDI-Fraktionssprecher in einem Brief an OB Thilo Rentschler und ans Regierungspräsidium, der auch der SchwäPo vorliegt.

Zuschüsse: Wie hoch auch immer am Ende die Gesamtkosten sind, die Stadtverwaltung rechnet damit, dass 60 Prozent als Fördergelder zurück in Stadtkasse fließen. Außerdem haben Investoren auf dem Stadtoval eine sogenannte Stegumlage, eine Beteiligung an dem Projekt, bezahlt. Die Stadtverwaltung führt hier 620 000 Euro auf der Guthaben-Seite an.

Vergabe aufheben: Rehm bemängelt, dass der Gemeinderat nie beschlossen habe, wie genau die Arbeiten für den Steg auszuschreiben sind und schließt seinen Brief mit: „Zum aktuellen Informationsstand kann kein Vergabebeschluss gefasst werden, die Ausschreibung muss aufgehoben werden, da die Finanzierung nicht gesichert ist.“ Dazu sagt Steidle, dass die Kostensteigerung bei 6,5 Prozent liege. Laut Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) seien bis zu zehn Prozent erlaubt.

Entscheidung verschieben: Auch Grünen-Fraktionsvorsitzender Michael Fleischer hatte die Sitzungsvorlage für die AUST-Sitzung kritisiert, weil der Vergleich der Ausschreibungsergebnisse mit der Kostenberechnung fehlt. Daher hätte er daher gerne, dass die Entscheidung über die Vergabe noch verschoben wird. Nach Plan der Stadtverwaltung soll sie in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 30. September, getroffen werden. Das ist der letzte Tag in der Amtszeit von OB Thilo Rentschler. Fleischer sehe es lieber, diese Entscheidung unter dem neuen OB Frederick Brütting zu treffen.

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