Steg stoppen: Was das kosten würde

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Der Steg, den Werner Sobek entworfen hat, soll über die Bahngleise führen und Innenstadt und Stadtoval miteinander verbinden. Visualisierung: Sobek
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Was wäre, wenn man den Steg nicht baut? Welche Kosten müsste die Stadt trotzdem tragen? Diese Frage stellt die Grünen-Fraktion. Die Verwaltung hat nun eine Rechnung vorgelegt.

Aalen

Das Projekt Fußgängersteg ist inzwischen weit fortgeschritten. Die Produktion der Brücke werde in einem Werk bei Magdeburg bereits vorbereitet, erläuterte Baubürgermeister Wolfgang Steidle in der vergangenen Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Technik und Stadtentwicklung (AUST). Der Baubeginn in Aalen ist für März 2022 geplant.

Was würde es kosten, das Projekt nun zu stoppen und den Steg nicht zu bauen? Das fragten die Grünen bei den Haushaltsberatungen im Gemeinderat. Im Ausschuss rechnete Steidle vor: Für Honorare und Gutachten fallen ihm zufolge mindestens 1,98 Millionen Euro an. Dazu komme der Gewinnausfall für weitere erwartete Honorare in Höhe von etwa 30 000 Euro. Außerdem müsse die Stadt Fördergelder aus dem Städtebauprogramm in Höhe von 715 000 Euro wieder zurückzahlen. „Das wären also 2,7 Millionen Euro Mindestkosten, die flöten wären“, fasst Steidle bis dahin zusammen. Dazu sei damit zu rechnen, dass beauftragte Firmen auf Schadensersatz klagen werden. Der Baubürgermeister setzte hier zwei Millionen Euro an. Unterm Strich stehen nach dieser Rechnung also Kosten in Höhe von etwa 4,7 Millionen Euro für den Fall, dass der Gemeinderat das Projekt nun doch noch kippen sollte. Den Steg zu bauen, kostet nach aktuellem Stand rund 9,3 Millionen Euro. Allerdings muss die Stadt die Kosten nicht alleine tragen. Fließen die Fördergelder wie erhofft in vollem Umfang und rechnet man die Stegumlage ein, die Investoren auf dem Stadtoval bezahlt haben, bleiben laut Steidles Rechnung noch 3,1 Millionen Euro, die die Stadt für den Bau des Stegs bezahlen muss. Sein Fazit: „Es könnte sein, dass wir einen Steg hätten, der günstiger wäre, als das Projekt jetzt zu stoppen.“

Grünen-Fraktionsvorsitzender Michael Fleischer merkte an, dass man nicht vorhersehen könne, wie hoch der Schadensersatz ausfallen würde. „Das ist Kaffeesatzleserei“, sagte er. Außerdem zweifelte er an, dass die Fördergelder zurückbezahlt werden müssen. Die stehen seiner Meinung nach für das Sanierungsgebiet Stadtoval zur Verfügung und könnten daher im Gebiet auch anders verwendet werden.

Oberbürgermeister Frederick Brütting antwortete, dass die Förderung für konkrete Projekte innerhalb des Sanierungsgebiets erteilt werde. Die Förderung für bereits erbrachte Planungsleistungen für den Steg müsste aus Sicht der Verwaltung also zurückbezahlt werden.

Die Fraktionen beraten sich derzeit zum Haushaltsplanentwurf. In der Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 16. Dezember, werden sie ihre Haushaltsreden halten und Anträge stellen. Dann zeigt sich, ob die Grünen tatsächlich beantragen, den Steg zu stoppen.

Es könnte sein, dass wir einen Steg hätten, der günstiger wäre, als das Projekt jetzt zu stoppen.“

Wolfgang Steidle, Baubürgermeister

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