Sterben in Aalen wird deutlich teurer

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Die Bestattungsgebühren für die elf Aalener Friedhöfe steigen.Grafik/Symbolbild: ca/pixabay
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Die Gemeinderäte beschließen mit großer Mehrheit, dass die Bestattungsgebühren in der Kocherstadt im Schnitt mehr als zehn Prozent steigen. Das müssen Sie wissen.

Aalen

Die Friedhofsgebühren in Aalen steigen deutlich. Das hat der Gemeinderat jetzt mit großer Mehrheit beschlossen. Die Erhöhung begründet die Verwaltung damit, dass einerseits in den vergangenen Jahren die Kosten nicht ausreichend gedeckt waren und andererseits künftig eine Kostendeckung von 100 Prozent erreicht werden soll.

Das ist die Lage: "Die Gesamtkosten aller elf städtischen Friedhöfe wurden, wie es das Landes-Kommunalabgabengesetz vorschreibt, nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen ermittelt", betonte Oberbürgermeister Thilo Rentschler im Gemeinderat. Dabei weisen die einzelnen Friedhöfe deutliche Unterschiede im Bezug auf die Kostendeckung auf. Trotz der Differenzen sollen auch künftig bei allen elf Aalener Friedhöfen einheitliche Gebühren veranschlagt werden.

Das sind die künftigen Gebühren: Nachdem die Gemeinderäte der geänderten Satzung zugestimmt haben, rechnet die Verwaltung in den Jahren 2021 und 2022 mit einer 100-prozentigen Kostendeckung. Um dieses zu erreichen, steigen die Kosten für ein Erdbestattungsreihengrab von 954 auf 1110 Euro; für ein Urnenreihengrab von 860 auf 1030 Euro; für ein anonymes Urnengrabfeld von 500 auf 940 Euro; für ein Rasenreihengrab von 954 auf 1254 Euro; für ein Rasenwahlgrab von 1911 auf 2211 Euro; für ein Urnengrab mit Einzelgrabstein (inklusive Pflege) von 3058 auf 3220 Euro.

Neue Grabarten: Wegen der Einwicklung in der Bestattungskultur und der steigenden Nachfrage nach unterschiedlichen Urnengräbern und pflegefreien Angeboten, bietet die Stadt künftig auch Urnenrasengräber als Reihengrab (940 Euro) oder als Wahlgrab (1350 Euro) auf sämtlichen Aalener Friedhöfen an.

Weitere Kosten: Nicht nur die Grabstellen werden teurer, auch bei weiteren Services erhöht die Stadt die Gebühren. So steigt unter anderem die Grundgebühr für eine Urnenbeisetzung in einem Urnen- oder Erdgrab von 510 auf 550 Euro; die Gebühr für die geschlossene Aussegnungshalle von 330 auf 360 Euro und für eine offene Aussegnungshalle von 166 auf 240 Euro.

Darum eine neue Kalkulation: In den vergangenen Jahren ist im Bereich Friedhofswesen ein Anstieg der Ausgaben festzustellen. Ursache sind, laut Verwaltung, im Wesentlichen, die Kosten, die in den vergangenen Jahren zu niedrig kalkuliert waren, Personalkosten, die gestiegen sind, und Sanierungs- sowie Instandhaltungsmaßnahmen.

Mit Blick auf die Zahlen der Vorjahre ergibt sich beim Kostendeckungsgrad folgendes Ergebnis: 88,46 Prozent im Jahr 2016; 85,73 Prozent im Jahr 2017; 87,95 Prozent im Jahr 2018 und 90,16 Prozent im Jahr 2019. Daraus resultiert eine notwendige Erhöhung im Schnitt von mehr als zehn Prozent, um einen Kostendeckungsgrad von 100 Prozent zu erreichen.

Neben den prognostizierten Kosten sind die zu erwartenden Einnahmen in die Kalkulation der Stadtverwaltung eingeflossen.

Die Bestattungszahlen: Auf den elf Aalener Friedhöfen wurden 2016 668 Menschen, 2017 676 Menschen, 2018 699 Menschen und 2019 744 Menschen bestattet. Für 2020 liegen aktuell noch keine abschließenden Zahlen vor; die Prognose für 2020 nimmt 744 an. Auf der Basis der Vorjahre geht die Verwaltung für 2021 von 759 Bestattungen aus.

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