Streit ums Gebiet Zwischen Waldcampus und Waldstadion

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In einem Ausschuss des Gemeinderats wirft Sandra Bretzger von den Grünen Fragen auf. Warum der OB dann die Sitzung unterbricht.

Aalen

Erneut sind die Wellen beim Thema Bebauungsplan "Zwischen Waldcampus und Waldstadion" im zuständigen Ausschuss hochgeschlagen. Erst nach langer Diskussion, einer Sitzungsunterbrechung und einem Angebot der Verwaltung für weitere Ausgleichsmaßnahmen gab der Ausschuss die einstimmige Empfehlung an den Gemeinderat ab, den geänderten Plan noch einmal öffentlich auszulegen.

Von vorne: Baubürgermeister Wolfgang Steidle hatte in der Sitzung eine andere Abgrenzung für den Geltungsbereich des Bebauungsplans vorgestellt. Das Gebiet ist nun kleiner und konzentriert auf den bebauten Bereich. Über das kleine Wäldchen im Westen, das ohnehin hätte erhalten werden sollen, reicht der Bebauungsplan nun nicht mehr hinweg. Die obere Forstbehörde habe eingewandt, dass die Bewirtschaftung des dortigen sogenannten Niederwalds nicht ganz ideal sei. Das wolle man nun außerhalb des Bebauungsplanverfahrens regeln.

Sandra Bretzger (Grüne) hatte sich sehr genau in die umfangreichen Sitzungsunterlagen einschließlich Stellungnahmen eingelesen und warf in der anschließenden Diskussion mehrere Fragen auf. In den Plänen zum Bebauungsplan sei die Fläche mit 0,28 Hektar angegeben, im Flächennutzungsplan dagegen sei von 0,9 Hektar die Rede. "Hält man da etwa auf Vorrat Flächen bereit?", fragte Bretzger. Außerdem monierte sie unter anderem, dass die Bodenausgleichspunkte fehlerhaft berechnet worden seien und zitierte die ihrer Meinung nach negative Stellungnahme des Landkreises, die das Gebiet als Habitat für strenggeschützte Fledermaus- und Vogelarten nenne. Steidle antwortete, dass der Flächennutzungsplan schon älteren Datums und entsprechend ungenau sei. Viele weitere Probleme im Verfahren seien auf die Verwaltungsreform und geänderte Zuständigkeiten zurückzuführen.

Ich finde die Diskussion für dieses Gremium fast beschämend.

Claus Albrecht Fraktion Freie Wähler Aalen

Von den Mitgliedern anderer Fraktionen musste Bretzger Kritik einstecken. CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Wagenblast zum Beispiel sagte: "Ich bin erstaunt, dass wir einen elfeinhalbminütigen Diskurs in Ökobürokratie bekommen, aber keinen lobenden Satz für die Arbeit der Hochschule." Claus Albrecht (Freie Wähler) sagte: "Wenn ich als Investor diese Diskussion hören würde, dann würden Sie mich als Investor verlieren. Ich finde die Diskussion für dieses Gremium fast beschämend."

Nach dieser Wortmeldung unterbrach Oberbürgermeister Thilo Rentschler die Sitzung und bat die Fraktionsvorsitzenden zu sich. Kurze Zeit später verkündete er das Ergebnis der Verhandlung: Die Verwaltung beantwortet alle aufgeworfenen Fragen innerhalb einer Woche schriftlich und nimmt als weitere, zusätzliche Ausgleichsmaßnahme 10 Ar Stadtwald aus der Bewirtschaftung heraus. Anschließend stimmte der Ausschuss einstimmig zu.

Was auf dem Gelände geplant ist

Eine Stiftung plant auf dem Areal eine hochschulnahe Einrichtung zum Austausch von Wissenschaft und Wirtschaft. Details sind bisher nur nicht öffentlich beraten worden.

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