Studie: Masken-Hygiene ist mangelhaft

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Beliebt: Mund-Nasen-Schutz aus Baumwolle.

"AAUF" führt Studie zum Mund-Nasen-Schutz im öffentlichen Raum durch.

Aalen. Der Mund-Nasen-Schutz ist in Corona-Zeiten beim Einkaufen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln Pflicht. Das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen alleine schützt jedoch nicht vor einer Verbreitung des Corona-Virus. Werden aufgrund des Tragens einer "Maske" andere Hygienemaßnahmen missachtet und wird der Mund-Nasen-Schutz nicht gründlich gereinigt, stellt dieser einen potenziellen Infektionsherd dar.

In der Studie "Non-Compliance im Bereich Mund-Nasen-Schutz" wurde vom Aalener Institut für Unternehmensführung (AAUF) das Verhalten von Personen im öffentlichen Raum untersucht. Dafür wurden im Zeitraum von vier Wochen von Ende Mai bis Mitte Juni rund 2400 Personen in einer Online-Erhebung befragt. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden um persönliche Interviews und Beobachtungen mit rund 1100 Probanden vor Supermärkten und Einkaufszentren im süddeutschen Raum ergänzt. Nun liegen erste Vorabergebnisse zu der Studie vor. Diese zeigen, dass zwar der überwiegende Anteil der Probanden in der Öffentlichkeit eine Mund-Nasen-Bedeckung trägt und hierbei auch auf eine richtige Platzierung der Maske über Mund und Nase achtet. Wiederverwendbare Masken werden jedoch, entgegen den Empfehlungen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), selten direkt nach einmaligem Gebrauch gewaschen.

"In allen drei Teilerhebungen nutzen mehr als die Hälfte der Teilnehmer sogenannte "Community-Masken" aus Baumwolle. Nur jeder Dritte verwendet Einweg-OP-Masken oder gar FFP2/FFP3-Masken", sagt Professor Dr. habil. Patrick Ulrich, Sprecher des Direktoriums des "AAUF" und wissenschaftlicher Leiter der Studie. Etwa die Hälfte der Teilnehmer der Online-Erhebung verwendet seine Einweg-OP-Maske mehrmals täglich. Knapp ein Viertel der Befragten gibt an, diese so lange zu nutzen, bis sie kaputt gehe.

"In unserer Beobachtungs-Teilstudie über einen Zeitraum von 14 Tagen konnte Anfang Juni in diversen Einkaufsbereichen beobachtet werden, dass sich unmittelbar vor Anlegen der Maske nahezu keiner der Passanten die Hände desinfiziert. Vielmehr werden eigene Desinfektionsmittel oder das Angebot an Desinfektionsmitteln in den Läden – wenn überhaupt – erst im Anschluss, nach Aufsetzen der Maske, genutzt", sagt Alice Timmermann, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Studie mitgewirkt hat.

Zudem konnten Geschlechtsunterschiede identifiziert werden: Frauen interessieren sich stärker für das Thema Mund-Nasen-Schutz und sind diesbezüglich besser sensibilisiert. Sie tragen eher Einweg-OP-Masken als Männer, welche öfter Schals nutzen. Die Ergebnisse der Studie zeigen auch, dass Männer ihren Mund-Nasen-Schutz häufiger wiederverwenden als Frauen.

Da dem Zusammenwirken von Mund-Nasen-Schutz und der Einhaltung von Hygieneregeln eine hohe Bedeutung für die Prävention der Ausbreitung des Corona-Virus zukommt, untersucht die Hochschule Aalen in einer qualitativen Folgestudie die Gründe für den jeweiligen Umgang mit dem Mund-Nasen-Schutz und Hygieneregeln im Detail.

Die Ergebnisse werden in Kürze auf der Homepage www.hs-aalen.de/aauf veröffentlicht.

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