Stumpfes spielen im Stadtgarten

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"Aalen live – we will survive" steigt nun doch. Kulturfreunde Galgenberg und kunterbunt bieten am 28. und 29. August im Stadtgarten regionale Bands sowie Stargast Cosmo Klein.

Aalen. Nun also doch. Am 28. und 29. August steigt im Stadtgarten ein zweitägiges Openair-Festival – präsentiert von der Schwäbischen Post. Gemeinsam holen die Vereine "kunterbunt" und "Kulturfreunde Galgenberg" dabei am Freitag "I am Korny", "Tightrope" und die "Stumpfes" sowie am Samstag "Stefan Frank Guitar Power," das Svend Renkenberger Duo, Edler Giebelmaier (Martin Giebel, Christoph Dangelmaier, Eddy Cichosz), das Simon First Trio und Cosmo Klein auf die Bühne.

Eine Premiere in mehrfacher Hinsicht ist das Festival. Erstmals kooperieren die beiden "Platzhirsche" in Sachen Kultur miteinander. "Das wäre zu groß für einen Verein, es ist aber weder ein Jazzfest noch ein Galgenbergfestival", sagt Ingo Hug (kunterbunt). Vor allem aber planen erstmals in der Pandemie zwei Vereine ein Festival unter erschwerten Bedingungen. Ein Wagnis, nicht nur finanziell.

Ein Anruf bringt die Wende

Dabei wäre es beinahe ganz anders gekommen, wie Ingo Hug beim Pressetermin am Dienstag in seinem Weinkontor erinnerte. Er hatte Anfang Juli die Idee zum Festival im Stadtgarten, hatte "seine" kunterbunt-Leute überzeugt und Michael "Flex" Flechsler (Galgenberg) kontaktiert. Die Stadtverwaltung wurde angefragt und das Ansinnen landete am 23. Juli im Gemeinderat. 5000 Euro und Bauhofleistungen sagte das Gremium für das Event zu.

Beim Land hatte Hug einen Zuschuss über 45 200 Euro beantragt. Ernüchterung aber, als dieser durchfiel. Schweren Herzens entschlossen sich die Macher am 3. August, das Festival abzusagen. Tags darauf die Wende: Ein Anruf der Baufirma Rossaro, mit der Zusage, mit einem "signifikanten Zuschuss" einzuspringen. Wie hoch der ist, das will Hug nicht sagen, "längst nicht so hoch, wie der Landeszuschuss gewesen wäre, aber genug, um uns zu überzeugen, nun wieder Gas zu geben. Wenn Privatleute und Unternehmen dies unterstützen, dann wollten wir nicht aufgeben", sagt Hug. Kreissparkasse, Stadtwerke, Firma Hachtel, Immobilien Poll und andere sponsern ebenso, als Medienpartner hilft die SchwäPo.

Corona-Vorgaben beim Festival

500 Besucher dürfen pro Tag dabei sein. Das Hygienekonzept liege bei den zuständigen Stellen und sei abgesegnet, sagt Flex. Der Stadtgarten sei zwar recht groß, "aber durch die Abstandsregeln wird das schnell eng", meint Flex. Es wird bestuhlt – Sitzgruppen mit Schrannen und Tischen. Maximal 20 Personen dürfen als Gruppe unter freiem Himmel zusammensein. Beim Getränkeholen und beim Weg zur Toilette gilt Maskenpflicht. Ansonsten möge man an seinem Platz verweilen, sich allgemein vernünftig verhalten, bitten die Veranstalter.

Die Toiletten werden stündlich desinfiziert und desinfiziert werde auch kontinuierlich an Verpflegungsständen, sagt Flex. An den Tischen liegen die in der Gastronomie üblichen Corona-Zettel, auf denen Namen und Telefonnummern eingetragen werden. Ehrenamtliche beider Vereine sind beim Festival im Einsatz, aber auch ein professionelles Security-Team.

Eine Abendkasse wird es nicht geben. Tickets – 20 Euro pro Festivaltag – sind nur online unter www.aalener-jazzfest.de ab Mittwoch zu haben. Festivalpässe gibt es nicht. Es können maximal sechs Tickets auf einmal bestellt werden. "Wir wissen nicht, ob das alles finanziell funktioniert, weshalb wir auch um Spenden bitten", sagt Hug.

Das Festival soll regionalen Musikern helfen, die von Konzerten leben. Sie sollen alle eine angemessene Gage erhalten, betonen Flex und Hug. Mit Blick auf die Besucher, gelte es, "den Spagat zu schaffen, alle Auflagen zu erfüllen und das bestmögliche Wohlbefinden eines enthusiastischen, konzerthungrigen Publikums zu erfüllen", wie Flex sagt.

Rund 180 000 Betriebe zählt die Veranstaltungsbranche, sie und rund 3,4 Millionen Jobs stünden vor dem Aus, sagen die Macher. "Wir wissen, dass wir genau beobachtet werden, aber auch, dass das landesweit ein Leuchtturmprojekt ist. Wir loten aus, wie es in der Branche, trotz Corona, weitergehen könnte", sagt Flex. Auf seine Aalener verlässt er sich dabei, weil er weiß, "dass dia alle anständig ond au coronagemäß feira kennad".

Tickets gibt's nur online unter www.aalener-jazzfest.de.

Spenden gerne an Kunterbunt KSK-Ostalb DE87 6145 0050 0110 6961 77 oder an Kulturfreunde Galgenberg KSK Ostalb DE12 6145 0050 0805 4254 95.

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Fotos: Veranstalter
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