Superfood aus dem Bienenstock

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Ursula Müller hat eine Vielzahl von Bienenerzeugnissen im Angebot. Einen Teil davon produziert sie selbst, manches kauft sie ein.

Bienen können mehr als nur Honig. Fachberaterin Ursula Müller aus Untergröningen kennt die gesamte Produktpalette.

Aalen

Wenn Ursula Müller in die Schule geht, hat sie immer ein paar Kügelchen Bienenwachsknete dabei. Die drückt sie den Kindern am Anfang der Stunde in die Hand – das Kneten trägt zur Entspannung bei. Wachsknete ist nur ein Erzeugnis aus der reichen Palette der Bienenprodukte. "Viele Imker wissen gar nicht, dass man neben dem Honig noch viele andere Dinge gewinnen kann", sagt die Fachberaterin für Bienenprodukte und zeigt Bienenwachstücher, Lippenpflegebalsam und kleine Wachstafeln, auf denen einst die Römer geschrieben haben. Auf dem Tisch spendet ein selbst gemachter Lampion aus Wachs warmes Licht.

Um Bienenprodukte soll es in Folge 8 der Reihe "Bienenjahr" gehen, denn im Bienenstock ist ruhig geworden.

Doch zurück zu Ursula Müller. Die Liebe zu den Bienen liegt ihr im Blut. Sie betreibt die Imkerei in vierter Generation. Als Kind war sie mit dem Großvater und dem Vater oft am Bienenstand. Dann war lange Zeit Pause. Vor 13 Jahren habe sie dann einen Neuimkerkurs besucht, erzählt die gelernte Krankenschwester. Momentan betreut sie zwölf Bienenvölker. 2016 absolvierte sie die Schulung zur zertifizierten Fachberaterin für Bienenprodukte. Bei dieser Qualifizierung liegt der Schwerpunkt nicht auf der Haltung der Bienen, sondern deren Produkte.

Wie zum Beispiel Pollen. Die Biene transportiert den Blütenstaub an den Hinterbeinen. Sie "höselt", erklärt die Expertin. Durch Pollenfallen, verkleinerte Fluglöcher am Bienenstock, werden die Pollen abgestreift. Sie sind ein wertvolles Nahrungsergänzungsmittel durch ihr hochwertiges Eiweiß und alle B-Vitamine. "Superfood aus dem Bienenstock", sagt Ursula Müller. Dazu zählt auch das Perga Bienenbrot, das aus im Volk konservierten Pollen besteht.

Zur Unterstützung des Wohlbefindens und Stärkung nach Krankheit empfiehlt die Imkerin Gelée Royal. Der hochwertige Saft, mit dem die Königinnen gefüttert werden, ist nicht billig: 10 Gramm kosten je nach Hersteller schon einmal 35 Euro.

Propolis, "das Antibiotikum der Bienen", sei momentan das Spannendste, sagt die Fachberaterin. Das Harz an Blatt- und Blütenknospen enthält wichtige Wirkstoffe gegen Krankheitserreger, etwa Herpesviren. Die Bienen kleiden mit der klebrigen Substanz den ganzen Bienenstock aus. Am Flugloch gibt es einen Propolis-Teppich, "damit jede Biene saubere Füße hat," erklärt Müller. "Propolis ist wie ein Medikament als Schutz vor Krankheit." Und das ist nötig, wenn sich im Sommer um die 50 000 Bienen in einem Stock bei einer Temperatur von 35 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit tummeln.

Der Mensch kann durch Propolis-Produkte sein Immunsystem unterstützen. Es gibt sie als Tinktur, Bonbons oder Cremes zur Hautpflege. Propolis-Verdampfer dienen der Luftreinigung und reduzieren Krankheitserreger.

Überhaupt entfalte die durch Propolis angereicherte Luft am Bienenstock eine heilsame Wirkung bei Lungen- und Allergieerkrankungen, erklärt Müller. Zur Veranschaulichung hat sie ein leeres Schraubglas mit der Aufschrift "Bienenstockluft" dabei.

Ein weiteres Produkt der fleißigen Tiere soll nicht vergessen werden: Bienengift. Die daraus gewonnene Salbe kann rheumatische und arthritische Beschwerden, Spannungskopfschmerzen sowie Muskelverspannungen lindern.

Ursula Müller gibt ihr Wissen in Vorträgen, Workshops und Bienen-AGs an Schulen weiter. Die Produkte, teils selbst hergestellt, teils Handelsware, bietet sie auf saisonalen Märkten an oder auf Anfrage. Müller betont: "Ich mache keine therapeutischen Aussagen, da ich weder Ärztin noch Heilpraktikerin bin." Wer auf die Kraft der Bienenprodukte setzen will, sollte dies mit einem Arzt oder Heilpraktiker absprechen, betont sie.

Ursula Müller hat eine Vielzahl von Bienenerzeugnissen im Angebot. Einen Teil davon produziert sie selbst, manches kauft sie ein.

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