Tannenwäldle: wie die Stadt Investoren auswählen will

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Blick auf das Wohngebiet am Tannenwäldle. Ein Lebensmittelmarkt und Wohnungen sind im ersten Bauabschnitt schon entstanden. Weitere Mehrfamilien-, Reihen-, und Einfamilienhäuser sollen folgen. Foto: Oliver Giers
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Die Erschließung des neuen Baugebiets an der Ziegelstraße kommt gut voran. Wie es anschließend weitergeht.

Aalen

Wie es im neuen Baugebiet am Tannenwäldle weitergeht, war Thema am Donnerstag im zuständigen Ausschuss des Gemeinderats. „Die Erschließung läuft gut“, sagte Baubürgermeister Wolfgang Steidle. „Sie liegt im Zeit- und Kostenplan.“ In der Sitzungsvorlage stünde zwar, die Baustraße könne bis zum kommenden Herbst freigegeben werden. Steidle zeigte sich aber hoffnungsvoll, dass es bereits im Spätsommer so weit sein könnte.

Bis dahin, so hofft die Stadtverwaltung, viele Investoren anzuziehen, die dort Mehrfamilienhäuser und Reihenhäuser bauen. Da das neue Baugebiet an der Ziegelstraße insgesamt ein Vorbild in Sachen Klimaschutz, Nachhaltigkeit und sozialem Miteinander sein soll, soll das auch für die Reihen- und Mehrfamilienhäuser gelten. Im Moment ist die Stadtverwaltung dabei, Kriterien zur Auswahl der Bewerber zu erarbeiten. Der Leiter des Stadtmessungsamts, Stefan Overmann, hofft auf Investoren aus dem ganzen Land, vielleicht sogar der ganzen Bundesrepublik. Wichtig sei es aber auch, die Baupreise im Blick zu behalten. Overmann formulierte es so: „Was sind die Vorgaben, die wir Investoren noch aufbürden können?“

Die Stadtverwaltung schlägt vor, sich „Hilfe von außen“ zu holen, wie Overmann sagte. Ein externes Büro soll die Arbeit an den Kriterien und deren Wertung abschließen und die Vergabe an die Investoren vorbereiten. Laut Sitzungsvorlage wird der Gemeinderat in diese weiteren Schritte mit eingebunden. Laut OB Frederick Brütting werden die Kriterien auch mit der Kommunalentwicklung (KE) abgestimmt. Das Unternehmen unterstützt Kommunen und Investoren bei Bauprojekten.

Von den Fraktionen gab es Lob und Zustimmung, ein paar Fragen und Hinweise. Grünen-Fraktionssprecher Michael Fleischer lobte, dass die Kriterien mit der KE abgestimmt werden und bat, dass das Gremium über die Rückmeldung informiert werde. CDU-Fraktionssprecher Thomas Wagenblast nannte das Baugebiet „Schlüsselgrundstück in der Kernstadt“. Karl-Heinz Vandrey (SPD) sagte: „Genau das wollen wir gerne haben.“ Es sei sinnvoll, sich jetzt um die Kriterien und die Vergabe zu kümmern. Sinnvoll sei es auch, Unterstützung von außen zu suchen, da das zuständige Amt überlastet sei.

Laut Claus Albrecht, Fraktionssprecher der Freien Wähler, ist das nun der zentrale Punkt beim Projekt: „Investoren zu finden, die das umsetzen, was wir uns ausgedacht haben.“ Albrecht schlug vor, einmal einen Vor-Ort-Termin mit dem zuständen Gemeinderatsausschuss anzusetzen.

Manfred Traub (Zählgemeinschaft Birkhold/Traub) wies darauf hin, dass in der Sitzungsvorlage steht: „Die Bauplatzvergabe inklusive Konzeptvergabe/Investorenauswahlverfahren mit Kriterienkatalog soll künftig nicht nur im Wohngebiet „Wohnen am Tannenwäldle“, sondern auch in allen anderen Baugebieten Anwendung finden.“ Das sei sicherlich nicht so gemeint, denn das gelte wohl nicht für Einzelbauplätze.

Der OB bestätigte, dass es nicht um alle Bauplätze gehe, sondern nur um Mehrfamilienhäuser und Reihenhäuser, die von Investoren gebaut werden. „Für Einzelbauplätze haben wir ja ein anderes Verfahren.“ Zum Hintergrund: Bauplätze für Einfamilienhäuser werden in Aalen nach Kriterien vergeben, die sich auf die Bewerber beziehen. Wer viele Kinder und einen Bezug zu Aalen hat und sich ehrenamtlich engagiert, hat höhere Chancen auf einen Bauplatz.

Christa Klink (die Linke) fragte nach einem Quartierstreff und Gemeinschaftsräumen. Der OB antwortete, dass es auf jeden Fall einen öffentlichen Quartierstreff geben soll. Wenn aber ein Investor zusätzlich dazu Gemeinschaftsräume einrichten möchte, soll das im Vergabeverfahren Punkte geben.

Eine Abstimmung zu diesem Tagesordnungspunkt gab es nicht. Der Ausschuss nahm den Bericht der Stadtverwaltung zur Kenntnis. Einstimmig war das Gremium gleich im Anschluss für den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan im Gebiet „Wohnen am Tannenwäldle.“ Stimmt der Gemeinderat kommende Woche zu, ist der Bebauungsplan rechtskräftig.

Das Besondere am neuen Baugebiet

Im „Wohnen am Tannenwäldle“ sind im ersten Bauabschnitt schon ein Lebensmittelmarkt und Wohnungen entstanden. Weitere Einfamilien-, Mehrfamilien- und Reihenhäuser - werden noch entstehen. Das Quartier soll Vorbild in Sachen Nachhaltigkeit und sozialem Miteinander sein.

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