Tanzen ist seine Leidenschaft

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Der Hobbytänzer Willi Peter wird 95 Jahre. Erst mit 60 Jahren begann er zu tanzen. Noch mit 92 Jahren stand er auf große Bühnen.

Aalen-Attenhofen

Der Stepptänzer Willi Peter wird an diesem Montag, 29. Juni, 95 Jahre alt. Erst im hohen Alter, mit 60 Jahren, entdeckte er im Stepptanz seine große Leidenschaft.

Obwohl bereits in jungen Jahren das Tanzen für ihn eine große Rolle spielte, hatte er zu dieser Zeit andere Herausforderungen zu bewältigen. Seien es der Zweite Weltkrieg, die russische Gefangenschaft oder auch sein späterer Beruf in der Verwaltung. Bis vor wenigen Jahren stand er noch auf großen Bühnen und tanzte Stepptanz, allerdings auch das letzte Mal.

Das Leben von Willi Peter

Willi Peter ist im Jahr 1925 in Karlsbad, Tschechien, geboren. Nach einer fröhlichen Kindheit wurde er mit 17 Jahren als Marinesoldat in den Zweiten Weltkrieg eingezogen. "Es war schade, gerade in der Jugendzeit in den Krieg zu ziehen", sagt Willi Peter. Doch im Jahr 1944 wurde seine Fregatte im finnischen Meerbusen (Meeresbucht) versenkt. Als wäre dies nicht schlimm genug, wurde er anschließend für fünf Jahre in Russland in Kriegsgefangenschaft festgehalten. Erst im August 1950 wurde er entlassen und konnte zurück zu seiner Familie. Das sei allerdings schwieriger als gedacht gewesen, denn "diese ist in der Zwischenzeit nach Aalen im Ostalbkreis gezogen", erinnert sich Peter.

Nach seiner Arbeit in der Verwaltung im Landratsamt Ostalbkreis, ging er im Jahr 1985, mit 60 Jahren in Rente. Statt ein ruhiges Rentnerleben zu führen, wollte Willi Peter stattdessen noch etwas ganz Besonderes erleben. Er sah einen Auftritt von Stepptänzern und wollte diesen Tanz unbedingt erlernen. "Da Tanzen für mich sowieso eine große Leidenschaft war, hat mich dieser Tanz sofort gepackt", erklärt Peter. Gesagt, getan: "Ich hab mich schließlich mit 60 Jahren bei der Tanzschule angemeldet und hab den Stepptanz gelernt", erzählt Willi Peter. Dass er dabei meistens der Älteste war, störte ihn keinesfalls. "Stattdessen habe ich immer viel Lob von den anderen Tänzern, aber auch von den Lehrern bekommen", so Peter.

Der Beginn der Auftritte

Das Tanzen hat mich auf so lange fit gehalten.

Willi Peter Geburtstagskind und Hobbytänzer

Um sein Können immer weiter zu perfektionieren, hat er auf der Bühne in seinem Haus ein kleines Tanzstudio eingerichtet. "Hier habe ich jeden Tag zwei Stunden geübt." Unabhängig davon, ob er in der Tanzschule gewesen sei oder nicht.

Die Mühen und das Training zahlten sich schließlich aus. Dank seines Sohnes wurde er in die bekannte Rudi-Carrell-Show als Überraschungsgast eingeladen. Zusammen mit den Kessler-Zwillingen hatte er, im Alter von 66 Jahren, seinen ersten großen Auftritt und das vor einem Millionenpublikum. "Das war auf jeden Fall der Höhepunkt", sagt Peter. Gleichzeitig war das der Startschuss seiner Tanzkarriere. "Danach folgten zahlreiche regionale und auch überregionale Vorführungen in unterschiedlichen Institutionen", erzählt Peter. Insgesamt stand er in den ganzen Jahren 124 Mal auf den großen Bühnen.

Die größten Auftritte, neben dem bei Rudi Carrell, hatte er noch am Ende seines großen Hobbys. Mit 90 Jahren war er zu Besuch in seiner Heimatstadt und trat dort auf einer großen Bühne auf. Zwei Jahre später war seine letzte Darbietung auf der Bühne des Kapfenburg-Festivals.

Jetzt, im Alter von 95 Jahren, kann Willi Peter aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr tanzen, was ihn besonders traurig macht. "Es ist sehr schade, dass ich nicht mehr tanzen kann. Aber ich bin mir sicher, durch das Tanzen bin ich erst solange fit geblieben", sagt der nun 95-Jährige.

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