Tierschutz mit der Drohne

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Jagdpächter Wörner hat ein Rehkitz gefunden.

Weil sich Rehkitze bei Gefahr in das Gras ducken, werden sie beim Mähen häufig übersehen. Jochen Wörner sucht deshalb die Wiesen mit der Drohne ab.

Aalen

Derzeit wird von den Landwirten großflächig gemäht. Bei dem nun guten Wetter muss das Futter für das Vieh schnell eingebracht werden. Auf eine Schattenseite weist Jochen Wörner, ein Aalener Jagdpächter, hin. Neugeborene Kitze seien stark vom Mähtod bedroht. Meist sei es für die Landwirte schwierig, im Gras liegende Rehkitze zu finden. Denn diese „drückten“ sich bei Gefahr durch Landmaschinen in das Gras, sie versuchten also, sich zu verstecken - und nicht zu flüchten.

Suchen Rehkitze mit der Drohne: Prof. Dr. Steffen Kreikemeier und Jäger Stefan Reiser.

„Uns ist es heute in unserem Revier Aalen V - Unterrombach gelungen, zwei Kitze zu finden und aus dem Gefahrenbereich zu bringen“, berichtet Wörner.

Er freut sich über den Erfolg. Dafür sei ein gutes Zusammenwirken der Landwirte, der Anwohner und der Jägerschaft wichtig. Nach Ansicht von Wörner könnte der Weg so aussehen: Die Landwirte informieren über die geplante Mahd, aufmerksame Anwohner melden Rehbeobachtungen und die Jäger könnten mit technischer Unterstützung von Wärmebildoptik und Drohnen rechtzeitig eine gezielte Suche veranlassen.

„Erstmals wurden wir hierbei durch das Drohnenprojekt der MFG - Modellfluggruppe Ostalb in Zusammenarbeit mit der Zukunftsakademie Heidenheim mit einer Flugdrohne unterstützt. „Mit etwas Glück konnten so heute zwei wenige Tage alte Kitze durch einen kleinen Suchtrupp gefunden und gerettet werden“, berichtet Wörner und weiter: „Danach haben wir die Rehkitze in sicherer Entfernung wieder ausgesetzt, wo sie nachts von den Muttertieren gefunden werden können.“

In diesem Zusammenhang hat Wörner in diesen Wochen eine große Bitte an Spaziergänger und Hundehalter: „Bleiben Sie auf den Wegen, halten Sie ihre Hunde an der Leine und lassen sie vermeintlich verwaiste Kitze liegen.“ Die Mutter, die Rehgeiß, komme regelmäßig zurück oder sei noch in der Nähe. Man könne auch den Jagdpächter oder den Landwirt informieren.

Kann leicht übersehen werden: ein im Gras verstecktes Kitz.
Ein ganz junges Rehkitz streckt sich im hohen Gras.

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