Toilette im KubAA taugt auch für Schwerbehinderte

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Oswald Tretter hebt seinen Sohn Timo mit einem Lift von der Pflegeliege wieder in den Rollstuhl.

Am Donnerstag ist im Aalener Kulturbahnhof eine „Toilette für alle“ neu eröffnet worden.

Aalen. Erwachsene, die Windeln tragen? Gibt es mehr, als man gemeinhin denkt. Etwa 380000 Betroffene leben in Baden-Württemberg. Wollen sie am gesellschaftlichen Leben teilhaben, brauchen sie spezielle Toiletten, die genügend Platz bieten: für einen Rollstuhl, eine Pflegeliege, einen Lift und nicht zuletzt für eine helfende Person.
„Toilette für alle“ nennt sich dies. Und ein stilles Örtchen dieser Art ist am Donnerstag im Kulturbahnhof (KubAA) offiziell eingerichtet worden. Man erreicht sie mit dem Aufzug.
„Aalen kümmert sich um die Belange von Behinderten“, betonte an Ort und Stelle Bürgermeister Karl-Heinz Ehrmann. Diese Einrichtung sei sinnvoll an einer Kulturstätte, denn die Zahl von Erwachsenen, die auf sie angewiesen seien, nehme stetig zu.
Dies bestätigt Jutta Pagel-Steidl, die Geschäftsführerin des Landesverbandes für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung. Die Idee dazu stamme ursprünglich aus England, wo Toiletten dieser Art „changing places“ genannt werden.
Sie erklärt, Baden-Württemberg sei das einzige Bundesland in Deutschland, das „Toiletten für alle“ finanziell fördere. So habe Aalen für die Einrichtung im KubAA 8000 Euro erhalten. Den Rest der Kosten von insgesamt etwa 9000 Euro trägt die Stadt.
Die Ausrüstung: Pflegeliege, mindestens 1,80 Meter lang; Patientenlift zum Umsetzen, luftdicht verschließbarer Windeleimer, unterfahrbares Waschbecken. Raumgröße: mindestens 7 Quadratmeter.
Die Toilette im KubAA ist die 67. ihrer Art im Ländle. Im Ostalbkreis existieren bislang sechs: außer im KubAA im Aalener Landratsamt, im Bezirksamt in Wasseralfingen, am Bucher Stausee, im Rathaus Abtsgmünd sowie bei der Volkshochschule in Schwäbisch Gmünd. Standorte online unter www.toiletten-fuer-alle.de

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