Tradition und Verbundenheit mit der Stadt

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Nach zwei Jahren Corona-Pause wurden auf dem Marktplatz wieder Nachtwächter öffentlich auf ihren Dienst vereidigt. OB Frederick Brütting (links) freut sich über die Aktion.
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OB Frederick Brütting vereidigt die neuen Nachtwächter auf dem Marktplatz.

Aalen. Am Freitag wurden die Aalener Nachtwächter unter den wachsamen Augen des Spions für die neue Saison vereidigt. Nach zwei Jahren Zwangspause konnten im Anschluss die Besucher des feierlichen Akts mit den Gewandten durch die Reichsstadt ziehen.

Einst sorgte er für nächtliche Ruhe, Sicherheit und kündigte die Uhrzeit an. Der Nachtwächter, früher unentbehrlich für jede Stadt, hat euch heute noch wichtige Aufgaben zu erfüllen: Das Brauchtum zu erhalten, seine Stadt präsentieren und die Geschichte am Leben zu erhalten. Am Freitag starteten Aalens Nachtwächter in die mittlerweile 19. Saison und wurden, nach altem Brauch, von Oberbürgermeister Frederick Brütting auf ihren Dienst vereidigt.

Die vergangenen zwei Saisons musste die Vereidigung coronabedingt ausfallen, umso mehr freute sich Brütting vor dem Marktbrunnen, die 2004 von Dr. Eugen Hafner neu ins Leben gerufene Nachtwächtertradition mit dem „Nachtwächter- und Holtzwarths Ayd“ wieder auf den Weg zu bringen.

Manfred Gaißler, Markus Indlekofer, Alexander Steinmann, Andreas Koch, Christoph Geissler und Joachim Ruß folgten dem OB beim Aufmarsch zum Brunnen zur Musik des Spielmannszugs der Aalener Feuerwehr.

„Ehrlich, aufrichtig und redlich, der Wirtshäuser müßig und nicht ab der Wacht gehen, eher er von seinem Kameraden abgelöst wird“, sind einige der wichtigen Punkte im Eid, die Brütting verliest. Alle Aalener Nachtwächter schwören, bekräftigen den Akt mit dem Blasen ins Horn und stimmen das Lied der Nachtwächter an, wo es in einer Strophe heißt: Heute leisten wir den Eid, passen auf, auf alle Leit. Werden immer redlich sein, gehen ins Wirtshaus nicht hinein“.

Weiter im Text heißt es aber auch: „Trinken Bier auch gern im Steh´n, notfalls im Vorübergeh´n“. Klare Ansage und wichtig, um die Stimmbänder immer wieder zu erfrischen. Denn schließlich ist es kein leiser Job, den die Hüter der Stadt da ausüben.

Wer sich davon überzeugen wollte, konnte im Anschluss des feierlichen Akts bei einer Stadtführung mit den frisch vereidigten Nachtwächtern in die Vergangenheit eintauchen, neue Einblicke gewinnen und alten Geschichten aus der Reichsstadt lauschen. Uwe Glowienke

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