Trassenfindung für den Albaufstieg: BI fordert, Tempo zu machen

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Der bisherige Albaufstieg von Unterkochen aus, die Ebnater Steige.
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Der Zeitplan ist inzwischen ein halbes Jahr im Verzug.

Aalen

Eigentlich hätte der Gemeinderat sich bis Ende des Jahres für eine Trasse entscheiden sollen. Eine neue Verbindung von der B 19 in der Tallage bei Unterkochen hinauf aufs Härtsfeld zur A 7. Doch jetzt schon ist klar: Der Zeitplan kann so nicht eingehalten werden. Es hat länger gedauert als gedacht, Planungsbüros zu finden, die den Prozess begleiten. Nicht schon im März, sondern erst Ende Juli, in der letzten Sitzung vor der Sommerpause, hat der Gemeinderat nun den Auftrag einstimmig an die Büros vergeben.

Die Moderation übernehmen Moderator Prof. Dr. Karl-Christof Renz und Moderatorin Dutschmann von der Hochschule Aalen. Die beiden rechnen Stundenweise ab. Der Gemeinderat hat den Auftrag daher mit einer vorläufigen Deckelung von 20 000 Euro  vergeben. Der Auftrag für die Machbarkeitsbewertung, die Überprüfung der Alternativen und die Verkehrszählung geht für rund 63 000 Euro an das Büro Modus Consult Gericke aus Karlsruhe. Die Untersuchung zum Verlagerungspotential hin zur umweltfreundlichen Mobilität übernimmt für rund 79 000 Euro das Büro Raumkom aus Trier.

In der Vorberatung im Ausschuss Anfang Juli hatte OB Frederick Brütting von einem "guten Vierteljahr" Verzug gesprochen. Im Gemeinderat Ende Juli sagte er, der Zeitplan sei ein "knappes halbes Jahr" im Verzug. Ein genauerer Zeitplan war aber noch nicht Thema. In keiner der beiden Sitzungen.

Die Bürgerinitiative (BI) Unterkochen drängt nun drauf, Tempo zu machen. Die beiden Sprecher Karl Maier und Guntram Kottwitz fordern in einer Pressemitteilung, dass "eine breite Öffentlichkeitsbeteiligung als Begleitprozess für einen ortsentfernten Albaufstieg mit den Bürgern so schnell wie möglich angesagt" sei. "Und nicht zuletzt erwartet die BI mit ihren Sprechern Karl Maier und der UnterkochenerBürgerschaft einen verbindlichen, nachvollziehbaren Etappen-Plan", heißt es in der PM.

Nachgefragt bei der Stadtverwaltung, antwortet Pressesprecherin Karin Haisch, dass man mit dem Zeitplan "circa ein halbes Jahr" in Verzug sei. Ihr zufolge ist geplant, dass sich der Gemeinderat bis Mitte 2023 für eine bevorzugte Trasse entscheidet. Termine für die Schritte, die bis zu diesem Ergebnis führen, gibt es aber noch nicht. Im Moment können Bürgerinnen und Bürger noch Vorschläge für die Trassen einreichen.

"Wir nehmen jederzeit Vorschläge an", erläutert Haisch. "Es sind auch schon zahlreiche Vorschläge, insbesondere der BI Unterkochen, eingegangen." Bislang müssen Bürgerinnen und Bürger nichts Besonderes dabei beachten. "Uns genügt bislang eine Planskizze mit Eintragung der vorgeschlagenen Trassenführung", führt die Pressesprecherin aus. Ein Onlinebeteiligungsformat soll mit den beauftragen Planungsbüros eingerichtet werden. Genauere Informationen folgen, sobald Format steht, verspricht Haisch.

Bei einer Einwohnerversammlung sollen die Vorschläge vorgestellt werden. Nachdem das Planungsbüro die Vorschläge geprüft hat, soll das Ergebnis auf einer weiteren Einwohnerversammlung vorgestellt werden. Einen Termin für beiden Versammlungen gibt es laut Haisch noch nicht. Die Stadt sei aber laufend mit dem Regierungspräsidium (RP) in Kontakt. "Das RP ist über den Zeitplan informiert", hält Haisch fest. Es seien keine negativen Auswirkungen auf den Gesamtprozess zu erwarten.

Die BI Unterkochen allerdings findet laut der Pressemitteilung, dass im Prozess Zeit verschwendet wird. "So sollen im stark verkehrsbelasteten Unterkochen (...) auch neue Verkehrszahlen erhoben werden", bemängeln Maier und Kottwitz unter anderem. Die Verkehrsbelastung auf der Ebnater Steige sei schon jetzt unzumutbar. Das zeige eine 24-Stunden-Verkehrszählung aus dem Jahr 2007. Bei der Sommerklausur der BI sei die Frage laut geworden, was denn der gesetzlich und politisch verabschiedete Bundesverkehrswegeplan als bestimmende Basis-Grundlage für einen Albaufstieg noch Wert sei, wo doch schon alles untersucht, bewertet und beschlossen worden sei. Weitere Gutachten seien nur zeitraubend und Geldverschwendung, schreiben Maier und Kottwitz.

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