Traub kritisiert Vergabe von Bauplätzen

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Stadtrat Manfred Traub glaubt nicht, dass im Fall Pelikanweg ein einfacher Rechenfehler vorliegt. Symbolfoto: pixabay
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Fraktionsloser Stadtrat wirft dem OB einen „massiven Vertrauensbruch“ vor.

Aalen. Eine persönliche Erklärung gab Stadtrat Manfred Traub (fraktionslos) am Ende der vergangenen öffentlichen Gemeinderatssitzung ab. Darin äußerte er seinen Unmut über die Vergabe von Bauplätzen im Pelikanweg in Hofherrnweiler und kritisierte Oberbürgermeister Thilo Rentschler scharf.

Traub bezog sich auf eine nicht-öffentliche Sitzung im Frühjahr. Da ging es um die Vergabe von vier Bauplätzen. Zum Hintergrund: Bauplätze in der Region sind begehrt und oft heiß umkämpft. Städte und Gemeinden haben unterschiedliche Systeme, sie zu vergeben. In Aalen läuft die Vergabe nach einem Punktesystem.

Wenn Bewerber Kinder haben, einen Bezug zu Aalen haben oder ehrenamtlich tätig sind, gibt es mehr Punkte und eine höhere Chance auf einen Bauplatz. Außerdem müssen die Bewerber umfangreiche persönliche Angaben machen, zum Beispiel über die bisherigen Wohnverhältnisse und ihre finanzielle Situation. Daher vergibt der Gemeinderat Bauplätze immer nicht-öffentlich. Traub kritisiert nun, dass in dem Fall diese Informationen über die Bewerber öffentlich zugänglich waren. Dadurch hat ein Bewerber seine Punkte nachrechnen können und einen Fehler entdeckt. Da das zuständige Amt sonst aber sehr akribisch arbeite, schließt Traub einen einfachen Rechenfehler aus.

Der Stadtrat unterstellt stattdessen Absicht. Dass das zuständige Amt oder die Amtsleitung Einfluss genommen hat, schließt er aus und kommt zum Schluss, dass es nur die Verwaltungsspitze gewesen sein kann. „Wir alle wissen, dass es in Aalen nur eine Verwaltungsspitze gibt“, sagte Traub in Richtung OB. Rentschler habe dem Gemeinderat falsche Daten vorgelegt. „Sie sind verantwortlich“, sagte Traub zum OB und sprach von einem „massiven Vertrauensbruch.“

Rentschler antwortete: „Ich kann Sie trösten. Ihr Eindruck täuscht.“ Nicht-öffentlich habe er Traub bereits zugesichert, die Sache aufzuklären und eine schriftliche Vorlage zum Thema versprochen. „Wir haben uns mit der Aufarbeitung sehr viel Mühe gemacht“, sagte der OB weiter. Die Frage sei, wie Ehrenamt berechnet wird. Denn wenn jemand von weiter her nach Aalen ziehe und am alten Wohnort zum Beispiel Dirigent eines Musikvereins gewesen sei, dann könne er diese Tätigkeit nicht mehr ausführen, weil er nicht mehr dort wohnt. Im Fall, den Traub angesprochen hat, habe man alle Informationen gegengeprüft und festgestellt, dass man sich um einen Punkt verrechnet habe. „Das spielt aber keine Rolle mehr, denn die Person hat kein Interesse mehr an einem Bauplatz in Aalen“, sagte Rentschler.

Die Vehemenz, mit der Traub das Thema verfolge, erinnere an einen „modernen Kreuzzug“. „Diese Unterstellungen, die seit Wochen hier rumgeistern, diesen Skandal, den Sie hier versuchen, herbeizureden: Ich kann da nichts erkennen. Freuen Sie sich auf die Vorlage“, schloss OB Rentschler. Katharina Scholz

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