Nachruf

Trauer um Josef Legner

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Josef Legner †

Aalen. Die „Gemeinschaft Wischauer Sprachinsel“ trauert um ihren langjährigen Vorsitzenden und Ehrenvorsitzenden Josef Legner. Er verstarb am 16. Juni im Alter von 90 Jahren.

Josef Legner wurde 1931 in der damals deutschen Sprachinsel bei Wischau geboren und verbrachte dort eine unbeschwerte Jugend. 1946 wurden die Bewohner der Wischauer Sprachinsel vertrieben. Viele kamen nach Aalen und Umgebung – darunter auch die Familie Legner. Bald schon begannen die Sprachinsler, die Kontakte untereinander wieder aufleben zu lassen. Josef Legner gehörte zu den Männern der ersten Stunde; er war seit 1951 mit dabei. 1971 wurde er in den Beirat der „Arbeitsgemeinschaft für die Wischauer Sprachinsel“ berufen, vier Jahre später – 1975 – zum stellvertretenden Vorsitzenden ernannt. 1989 wurde die bisherige Arbeitsgemeinschaft in einen eingetragenen Verein umgewandelt – Josef Legner war eines der Gründungsmitglieder.

Im Jahre 1994 wurde Josef Legner einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. Unermüdlich pflegte er den Kontakt zu vielen „Huamatsleit“, organisierte Treffen und sorgte als Zeitzeuge dafür, dass vieles von dem überlieferten Wissen mündlich und auch schriftlich weitergegeben wurde. Den Kontakt zur ehemaligen Sprachinsel, seiner Heimat, ließ er nie abreißen. Gleichzeitig war es ihm wichtig, nach vorne zu sehen. Dass die Stadt Aalen 1980 die Patenschaft für den Verein übernahm, war für Josef Legner stets eine Ehre. Kontaktpflege und ein gutes Miteinander waren ihm immer wichtig. In seine Amtszeit fällt unter anderem auch die Erstellung der Gedenktafel auf der Schillerhöhe in Aalen.

2006 legte er sein Amt als Vorsitzender nieder, brachte aber als Ehrenvorsitzender weiterhin sein Wissen und Herzblut ein, hielt im Hintergrund die Zügel in der Hand. „Es war ihm nichts zu viel, wenn es darum ging, das Kulturgut aus seiner Heimat zu bewahren“, heißt es in einer Würdigung des Vereins. Er habe den Vereinsleitsatz „Für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit“ vorbildlich gelebt.

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