Trauerzug für Schättere-Trasse

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Die symbolische Trauerrede auf dem Marktplatz: links Tim Steckbauer und Melanie Kraus, vorne rechts Karl Maier.

Für den Erhalt des reinen Wanderwegs: Wie Bürgerinitiative, Naturschützer und Linke symbolisch die Natur zu Grabe tragen.

Aalen

Mit einem "Trauerzug" durch die Reichsstädter Straße und über den Marktplatz zum Rathaus haben Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) "Hände weg von der Schättere-Trasse", von BUND, Naturschutzbund sowie der Ortsgruppe der Linken die "Natur der Trasse" symbolisch zu Grabe getragen. Sie wollten damit zum Umdenken anregen, gegen die Absicht protestieren, die Schättere-Trasse oberhalb Unterkochens als "touristischen Massenradweg" ins Fernradwegnetz zu integrieren. Zudem wurde mit Flyern auf den neuen Dokumentarfilm zur Trasse und der umliegenden Natur aufmerksam gemacht.

Die Gruppe von anfangs zehn schwarz gekleideten Teilnehmern führte einen Sarg mit sich, ausgestaltet mit Bildern von bedrohten Tieren wie Vögeln, Käfern und Raupen, Faltern und Fledermäusen sowie Pflanzenarten. Getragen wurde er von Karl Maier, Christa Klink (beide BI), Melanie Kraus (BUND) und Dr. Hans-Peter Haas. Tim Steckbauer (Die Linke, Ortsvorsitzender Aalen) führte den Zug an. Mehrere Menschen schlossen sich auf der Strecke an.

An drei Stationen hielt die Gruppe Schweigeminuten ab, nachdem Steckbauer jeweils eine kleine Trauerrede an die "trauernden Angehörigen der Natur" gerichtet hatte.

Auf dem Marktplatz erläuterte Melanie Kraus, dass durch die Ausweisung als offizieller Radweg der Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere gestört würde, dass diese von Radfahrern überfahren würden. Man müsse Natur und das FFH-Gebiet, durch das die Trasse führe, schützen. Es gebe alternative Möglichkeiten für einen Radweg auf das Härtsfeld. Steckbauer ergänzte: "Wenn, wie vorgeschlagen, der Asphalt auf dem Weg weggefräst wird, ist der Weg für Ältere, Menschen mit Rollatoren und Rollstühlen nur sehr eingeschränkt nutzbar."

Zudem zweifele die Initiative an, ob sich der Gemeinderat und die Verwaltung von Aalen über einen Beschluss des Ortschaftsrats Unterkochen hinwegsetzen dürften.

Die Verwaltung von Aalen darf sich nicht über Beschlüsse des Ortschaftsrats hinwegsetzen.

Karl Maier Sprecher Bürgerinitiative

Interessiert wurde der Zug von Passanten beobachtet, darunter auch Klaus Berger vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC). "Wir sind an einem Kompromiss interessiert, an einer Ausweisung als Gehweg mit dem Zusatz "Für Radfahrer frei", sagte er. "Die Trasse ist der sicherste und einfachste Weg für Radfahrer aufs Härtsfeld, Radfahrer machen die Natur nicht kaputt."

Dann zog die Gruppe weiter bis vor den Eingang des Rathauses, wo der Sarg abgestellt und symbolisch Schaufeln für das Grab abgelegt wurden. Karl Maier, einer der Sprecher der BI und ehemaliger Ortsvorsteher, sagte abschließend: "Rechtlich darf sich die Verwaltung von Aalen nicht über Beschlüsse des Ortschaftsrats hinwegsetzen, das steht so im Eingemeindungsvertrag."

Steckbauer erklärte, man habe Alternativen aufgezeigt, Kinder mit Begleitpersonen dürften die Trasse danach weiter mit dem Fahrrad nützen."

Film auf Youtube: Der Dokumentarfilm mit dem Titel "Hände weg von der Schättere-Trasse", der von BI, BUND, der Naturschutzgruppe Vorderes Härtsfeld und der Linken gemeinsam erstellt wurde, ist seit Samstag auf der Plattform "Youtube" anzusehen.

Jürgen Eschenhorn

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