Triumph-Joint Venture startet durch

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Der i Live-Tower rechts und links schräg davor das Triumph-Areal. Die neueren Bauten könnten revitalisiert werden.
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Das Triumph-Areal wird entwickelt. Im Interview mit der SchwäPo spricht i Live-Gründer Kai Bodamer über den aktuellen Stand der Dinge - und berichtet Neues zur Sky-Bar im i Live-Tower.

Aalen

Die Neugestaltung des Triumph-Areals am südlichen Stadteingang wird das größte Projekt in Aalens naher Zukunft. Bis zu 800 Millionen Euro Investitionsvolumen kann die Entwicklung der rund acht Hektar großen Fläche auslösen. Federführend sind Triumph und die Aalener i Live Holding. Deren Gründer Kai Bodamer spricht mit der SchwäPo über den Stand der Dinge.

Herr Bodamer, wie weit sind Sie bei der Bildung des Joint Ventures, das die Fläche vermarkten soll?

Kai Bodamer: Wir können wohl in wenigen Tagen die Verträge unterzeichnen.

Wer ist hier nun mit im Boot?

Drei Partner, wir sind einer davon, Triumph der andere, den dritten werden wir, wenn alles unterzeichnet ist, bekanntgeben.

Das Joint Venture soll sich um die Vermarktung des Areals kümmern. Wie viele Firmen können dort später denn unterkommen?

Uns liegen viele Anfrage vor, Gespräche laufen bereits. Im Februar 2022 wollen wir entscheiden, mit wem wir dort ins Rennen gehen. Aber das sind sicher eher drei bis fünf Partner als 15.

An welche Branchen denken Sie?

Wir sind da offen, aber eingeschossige Bauten mit großem Bedarf an Parkplätzen, wie sie beispielsweise ein Baumarkt benötigen würde, schließen wir aus. Verwaltung, Dienstleistung aber auch Produktion sind denkbar.

Keine Chance für kleinere Betriebe, beispielsweise Handwerker, dort unterzukommen?

Wir stecken noch in der Ideenfindung. Es gibt auch die Idee, für ein größeres Gebäude, in dem mehrerer kleinere Firmen unterkommen könnten. Wir sind für vieles offen, wollen uns keinem verschließen. Uns ist die Gestaltung wichtig. Es soll kein Flickenteppich, sondern ein ganzheitliches Konzept entstehen. Nicht maximale Bebauung zählt, sondern die Chance, Neues zu schaffen. Das Ganze muss ein Gesicht haben, wie der Schwabe sagt. Mehrgeschossige, qualitativ hochwertige, moderne Architektur ist das Ziel. Das Areal ist ja auch Stadtentree.

Was macht gute Architektur aus?

Für mich ist das die Verbindung von Funktion und Gestaltung. Das muss beides gleichermaßen ineinander gehen.

Viele Bauten werden abgerissen, auch die beiden doch recht neuen am Eingang des Areals?

Es ist vorstellbar, diese zu revitalisieren und nur deren Grundstruktur zu erhalten, wenn das ins Gesamtkonzept passt.

Wohnen wird auch ein Thema.

Ja. Unternehmen, die neben interessanten Jobs ansprechenden Wohnraum anbieten können, haben im Wettbewerb um Mitarbeiter einen Vorteil, der immer wichtiger wird. Triumph hat das einst mit der Triumphstadt vorgemacht. SHW noch früher in Wasseralfingen. Das Areal ist innenstadtnah, es gibt viel Grün, den Kocher und fußläufig zum Arbeitsplatz zu kommen, ist doch klasse.

Kann das Areal auch interessant für die Hochschule werden?

Natürlich. Wir wollen darüber mit dem Land sprechen und ausloten, welche Chancen es gibt und auch über mögliche andere Fördertöpfe reden.

Was geschieht mit Rollladen Schmidt? Sie sagten, es sei geplant, diese Fläche, die das Areal komplettiert, zu übernehmen.

Gespräche laufen. Mehr kann ich derzeit noch nicht sagen.

Wie sieht der zeitliche Gesamtfahrplan im besten Falle aus?

Schaffen wir es, 2022 Baurecht zu erhalten, könnten wir 2023 den ersten Spatenstich dort erleben.

Sie sprachen von einem möglichen Investitionsvolumen von bis zu 800 Millionen Euro. Wie schnell kann man so viel Geld verbauen?

Das wird einige Jahre dauern. Im besten Falle stehen die ersten Gebäude dort in vielleicht viereinhalb Jahren, bis alles fertig ist, wird es wohl sieben Jahre dauern.

Baurecht, da kommt die Stadt ins Spiel. Wie läuft die Kooperation?

Sehr gut. Die Stadt begleitet das Projekt sehr positiv. Die städtische Wohnungsbau ist beim Thema Wohnen involviert, die Stadtwerke bei der infrastrukturellen Entwicklung sowieso und mit der Verwaltung haben wir seit vielen Jahren immer gut zusammengearbeitet, beispielsweise beim Ärztehaus in der Innenstadt oder beim Proviantamt hier in der Nachbarschaft.

Die Gestaltungshoheit, also wer was und wie dort baut, hat sich i-Live gesichert. Heißt das, dass Stadtverwaltung und Gemeinderat ganz außen vor bleiben?

Nein, keinesfalls. Die Stadt kann, will und hat das Recht mitzureden. Schließlich gibt es das Baurecht und auch der Gemeinderat kann Einfluss nehmen. Wir sind an Konsens interessiert und wollen eine super Lösung für das Projekt erzielen. Nur das zählt.

Und wenn ein Investor seinen eigenen Architekten mitbringt?

Auch dann werden wir im Dialog Lösungen finden. Wir sind offen und versuchen, die Vorstellungen zusammenzubringen.

I Live aber hat einen Heimvorteil.

Stimmt. Wir sind zwar international im deutschsprachigen Raum erfolgreich tätig, aber eben ein Aalener Unternehmen und dementsprechend gut vernetzt hier. Für unser Team wird es schön sein, nach viel Außendienst mal quasi vor der Haustür arbeiten zu können.

Hat i Live Erfahrung mit Projekten in dieser Größendimension?

Wir haben schon einige Großprojekte realisiert und dafür renommierte Preise erhalten. Ich denke an Heidelberg, wo wir, gemessen an den Wohneinheiten, mit 370 Mikro-Apartments das damals weltweit größte Passivhaus-Ensemble gebaut haben. Aktuell bauen wir in Frankfurt eines der größten Wohnhäuser in Europa mit über 1200 Wohneinheiten. Wir haben Erfahrung mit Großprojekten in Berlin (Urban Living), in Frankfurt (The Place to be), Offenbach (Kap Inselspitze), Köln (Cologne Parkview) und anderen.

Die Unterzeichnung des Joint Ventures können Sie aber leider nicht in der Sky-Bar in ihrem Firmensitz feiern. Gibt es hier Neues?

Ja, gute Nachrichten. Benjamin Rossaro wird die Sky-Bar pachten. Im Frühjahr 2022 soll eröffnet werden. Es wird eine Bar mit internationaler Küche und 360-Grad-Rundumblick über ganz Aalen. Darauf freuen wir uns. Der künftige Restaurantleiter hat in Bars in New York, Los Angelos oder Rio gearbeitet. Wir freuen uns alle, dass die Sache, die Corona ausgebremst hat, hier nun endlich losgehen kann.

Kai Bodamer.
Die i Live-Skybar. Im Frühling 2022 will Benjamin Rossaro loslegen.
Sky Bar im i Live Tower
Das Triumph-Areal soll überplant werden.
Die Aalener Südstadt von oben.
Triumph-Areal Entwicklung

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