Triumph, i live und die Wohnungsbau bilden Joint Venture

+
Das Triumph-Areal soll überplant werden.
  • schließen

Die Arbeitsgemeinschaft zur Vermarktung des Triumph-Areals mit drei Partnern steht. Nun werden Interessenten gesucht.

Aalen

Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Die Wohnungsbau ist der dritte Partner neben Triumph und i live im Joint Venture zur Vermarktung des Triumph-Areals. „Wir haben den Vertrag für das Joint Venture unterzeichnet“, freut sich Kai Bodamer, Gründer der i Live Holding, im Gespräch mit der SchwäPo. Jetzt gehe es an die Vermarktung der Flächen. „Viel Arbeit wartet, aber wir freuen uns darauf“, sagt Bodamer.

Eine der städtebaulichen interessantesten Flächen Aalens soll ein neues Gesicht erhalten. Das Triumph-Areal im Süden der Stadt wird komplett neu entwickelt. „Wir sind mit zehn Prozent beteiligt, ebenso wie i live, 80 Prozent im Joint Venture hält Triumph“, sagt Wohnungsbau-Geschäftsführer Robert Ihl. Zehn Prozent seien ausreichend, um in der Arbeitsgemeinschaft mitreden zu können, meint er.

Die Wohnungsbau sei hier im Boot als Ideenlieferant und als Spezialist für Wohnraum. Denn Wohnen, so der Grobansatz, soll auf rund einem Drittel der etwa 80.000 Quadratmeter Thema werden. Das Land habe die Wohnraumförderung erhöht, auch vom Bund werde mehr Geld in diesen Sektor fließen, ist Ihl sicher. Die Wohnungsbau sei Spezialist im Erschließen von Fördertöpfen. Änderungen im Steuer- und Sozialversicherungsrecht machten es zudem für Unternehmen attraktiver, für ihre Belegschaft Wohnraum zu schaffen. Werde in solchen Fällen die Miete um ein Drittel reduziert, entfalle beispielsweise der Faktor Geldwerter Vorteil. „Das lohnt sich und Wohnraum für Mitarbeiter zu schaffen, wird immer wichtiger für Unternehmen“, weiß Ihl.

Wie bei allen Projekten der Wohnungsbau soll auch dort versucht werden, Wohnraum für alle Einkommensschichten zu schaffen, sagt Ihl. Ob die Wohnungsbau selbst als Bauherr auftrete, das sei noch offen, als Partner sei man aber in jedem Falle dabei.

Nun gelte es das Projekt intensiv zu beackern, sagt Ihl. Vorstellbar sei vieles dort. Ihl führt das WiZ, einen Steinwurf vom neuen Areal entfernt, an - eine Kombination aus Wirtschaft, Start-ups und Kultur, einst auch aus Gastronomie besteht dort. Diese Komponenten ergänzt um das Thema Wohnen, das könne ein Ziel sein für das Triumph-Areal, sagt Ihl. Er hat sich umgesehen in der Republik. Besonders angetan hat es ihm das mehrfach prämierte „Werksviertel“ in München, das alle genannten Komponenten vereinigt.

Die Ideenfindung läuft, parallel dazu muss Baurecht geschaffen werden. Dies will Kai Bodamer gemeinsam mit der Stadtverwaltung und externen Beratern voranbringen. „Wir werden in diesem Bereich einige Dienstleistungen vergeben, aber wir behalten natürlich die Gestaltungshoheit“, sagt Bodamer.

Auch Triumph-Geschäftsführer Karl-Heinz Gerl ist zufrieden mit der Entwicklung. „Das Projekt startet jetzt so richtig. Ich denke, wir haben die richtigen Partner gefunden. Mein Bauchgefühl sagt mir, das Setting passt“, meint Gerl.

Jetzt beginne die „harte Projektarbeit“. Die nächsten Wochen und Monate würden ergeben, wer die Interessenten für die Flächen auf dem Areal sind, und damit auch, was und wie gestaltet wird. Gerl betont, dass man offen für vieles sei. „Office, Forschung und Entwicklung, aber auch Gastronomie und Handel“ seien denkbar. Wohnen natürlich auch, meint Gerl. Wie viel Wohnraum entstehen kann, das hänge nun auch von den Bebauungsplänen ab.

„Wir stehen noch absolut am Anfang. Klar ist aber, wir wünschen uns einen breiten Mix und halten diese Fläche für reine Logistik für zu schade“, meint Gerl. Dass Triumpf wie bereits in den 50er Jahren mit der Triumphstadt selbst Wohnungen schafft, sei nicht auszuschließen, aber auch nicht fix. „Wie gesagt, wir stehen am Anfang einer spannenden Entwicklung“, sagt Gerl.

OB Frederick Brütting sieht große Chancen für Aalen. „Das Areal bietet eine Riesenchance für die Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Aalen und für die ganze Region. Innenstadtnah, mit hervorragender Verkehrsanbindung, auch für Geh- und Radfahrer, eröffnet sich hier ein Standort, um urbanes Arbeiten und Wohnen in idealer Weise zu vereinen“, meint er.

Im Sinne einer nachhaltigen Klima- und Bodenpolitik, werde bereits versiegelte Fläche für die entstehenden Nutzungen aufbereitet, aber auch Fläche entsiegelt. Auch dies sei gut.

Die Stadt wolle das Projekt eng begleiten, um das Entree zur südlichen Innenstadt städtebaulich und ökologisch qualitätvoll zu entwickeln. Das Quartier Aalen-Süd habe in den vergangenen Jahren einen enormen Aufschwung erfahren, „wozu auch eine gute Zusammenarbeit zwischen Investoren, Planern und der Stadt beigetragen hat“, meint der OB. „Die städtische Wohnungsbau ist mit an Bord, damit der für uns besonders wichtige Aspekt der Wohnraumschaffung mit gedacht wird“, betont er.

Nun gelte es städtebauliche Konzepte zu erstellen, welche mit den angrenzenden gewerblichen Nutzungen korrespondieren und sich ergänzen. Diese Grundlagen müssten intensiv mit Investoren und Planern abgestimmt werden. „Ganz klassisch wird am Ende dieser Konzeptionserstellung ein Bebauungsplanverfahren stehen“, endet Brütting.

Mehr zum Thema:

- Triumph-Joint Venture startet durch
- 800 Millionen Euro Investitionsvolumen für Aalens Süden
- Triumph-Gelände entwickelt sich

Skizze Triumph-Areal
Das Triumph-Areal soll überplant werden.

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare