TSG-Platz: Konsens im Rat überwiegt Kritik Einzelner

+
Die vorbereitenden Arbeiten für die Sanierung des TSG-Sporplatzes am Bohnensträßle sind bereits im Gange.
  • schließen

Die Ausnahmeregelung für die TSG Unterrombach-Hofherrnweiler schlägt immer noch hohe Wellen. Wie es jetzt weitergeht.

Aalen

Der Gemeinderatsbeschluss am 17. Februar, wonach die Stadt Aalen die Sanierungskosten des Maulwurfgeschädigten Spielfelds der TSG Hofherrnweiler-Unterrombach am Bohnensträßle zu 100 Prozent übernimmt, hat hohe Wellen geschlagen. Denn die Stadt lässt bei der TSG eine Ausnahme von der städtischen Sportförderrichtlinie zu. Diese sieht bei vergleichbaren Maßnahmen lediglich einen Zuschuss von 30 Prozent vor.

Mehrere Aalener Sportvereine wandten sich daraufhin mit massiver Kritik an die Stadt und die Gemeinderatsfraktionen. Entsprechend unter Druck gesetzt fühlt sich wohl dadurch die TSG-Hofherrnweiler-Unterrombach. OB Frederick Brütting gab nun in der jüngsten Sitzung des städtischen Finanzausschusses bekannt, dass sich TSG-Vereinsvorsitzender Achim Pfeifer vor wenigen Tagen an ihn gewandt habe mit der Bitte, Beregnungs-, Flutlicht- und Blitzschutzanlage aus der Ausnahmeförderung herauszunehmen und gemäß der gültigen Sportförderrichtlinien nicht mit 100 Prozent, sondern mit 30 Prozent zu bezuschussen. Damit würde sich der städtische Zuschuss für die Gesamtbaukosten für die Sanierung des Sportplatzes von 435 020 Euro um 38 060 Euro auf 396 960 Euro reduzieren, rechnete der OB vor.

Kritik an Beschlussvorlage

Grünen-Fraktionssprecher Michael Fleischer kritisierte die Beschlussvorlage der Stadtverwaltung als „etwas unübersichtlich“. Er bat darum, die Abstimmung bis zur Sitzung des Gemeinderats am 31. März zu vertagen. „Denn aus der Sitzungsvorlage geht nicht hervor, warum unsere Fraktion damals gemeinsam mit CDU, SPD und Freien Wählern den Antrag gestellt hat, die vollen Kosten der Sanierung des TSG-Sportplatzes zu übernehmen“, wandte er sich an die Stadtspitze. In puncto Gleichbehandlung sei das wichtig.

Die Argumente der Fraktionen, dass die TSG als einziger sporttreibender Verein keinen städtischen Sportplatz zur Verfügung habe, und dass der Maulwurfschaden eine Folge des coronabedingten Lockdowns sei, müsse in die Formulierung der Sitzungsvorlage mit aufgenommen werden, forderte Fleischer. Zudem, so Fleischer weiter, hätten die Fraktionsvorsitzenden von Grünen, SPD, CDU und Freien Wählern selbst darauf gedrängt, dass die Beregnungsanlage aus der 100-Prozent-Ausnahmeförderung herausgenommen werde. „Einen entsprechenden Antrag haben wir an die Stadtverwaltung gestellt.“ Und jetzt sei plötzlich noch von einer Blitzschutzanlage die Rede, „davon wussten wir zuvor noch nichts.“

SPD-Fraktionsvorsitzender Hermann Schludi bekräftigte: „Im Prinzip besteht Konsens über den Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung. Aber wir wollen eine klare Formulierung, warum wir hier eine Ausnahme machen.“

Thomas Rühl (FW) ergänzte: „Sollten andere Vereine mit vergleichbaren durch die Pandemie verursachten Problemen zu uns kommen, müssten wir das vergleich bar lösen.“

Der OB und Sportbürgermeister Karl-Heinz Ehrmann sagten zu, die Sitzungsvorlage bis zur Gemeinderatssitzung entsprechend zu ergänzen.

„Eine Ungleichbehandlung“

Inge Birkhold von der Zählgemeinschaft Birkhold/Traub goss Wasser in den Wein. Die Ausnahmeregelung für die TSG halte sie nach wie vor für eine Ungleichbehandlung, die zu einem Riss in der Aalener Vereinslandschaft führe. Corona, Maulwurfschäden ... das seien alles Ausreden. „Indem man jetzt Flutlicht-, Beregnungs- und Blitzschutzanlage aus der Ausnahmeregelung herausnimmt, will man nur die Brisanz ein bisschen abfedern“, meinte sie sinngemäß.

Arian Kriesch (FDP) hält es für „sehr wichtig“, dass der Gemeinderat aus diesem Ausnahmebeschluss, der „leider“ gefasst worden sei, nicht die Regel ableite, von jetzt an immer Ausnahmeentscheidungen zuzulassen. Heute, sagt Kriesch, würde er mit „Nein“ stimmen. Ihm, Kriesch, sei nicht ganz klar, warum es der TSG-Hofherrnweiler-Unterrombach gelungen sei, in diesem Fall eine bessere Kommunikationsarbeit zu leisten, als andere Vereine, und damit eine 100-prozentige Förderung durchzusetzen.

„Jetzt ist es, wie es ist“, bemerkte Roland Hamm (Die Linke) relativ leidenschaftslos. Obwohl er damals zugestimmt habe, teile er jetzt die Bedenken von Birkhold und Kriesch. Weil andere Sportvereine sich an Briefen an die Fraktionen gewandt haben, bat Hamm Bürgermeister Ehrmann, den Vereinen noch einmal zu erklären, warum es zu der Entscheidung kam.

Oberbürgermeister Brütting antwortete, dass er die unterschiedlichen Sichtweisen der Gemeinderatsmitglieder „natürlich nicht“ beantworten könne. Zudem möchte er auch nicht mehr den Finger in die Wunde legen.

Lesen Sie auch:

Stadionneubau am Sauerbach: Die Mitglieder der TSG Hofherrnweiler stimmen ab

Zurück zur Übersicht: Stadt Aalen

Mehr zum Thema

Kommentare