Tübinger Modell in Aalen: So könnte die Öffnung gehen

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Die Aalener Innenstadt wird mit seinem vielfältigen Einzelhandel gerne auch als das "Kaufhaus Ostwürttembergs" bezeichnet.
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Ein Testkonzept für die Innenstadt wird nach Tübinger Vorbild ausgearbeitet. Damit will man für die Öffnung bereit sein, wenn die Zahlen sinken.

Aalen

Im Moment lässt die Pandemie nicht zu, dass Geschäfte, Restaurants und Cafés in der Aalener Innenstadt öffnen. Für die Zeit, in der die 7-Tage-Inzidenz unter 150 fällt, will man vorbereitet sein, das Konzept für eine testgestützte Öffnung nur noch aus der Schublade ziehen müssen. Vor zwei Wochen hat die Grünen-Fraktion im Gemeinderat daher den Antrag gestellt, dass eine sogenannte Taskforce ein solches Konzept nach Tübinger Vorbild ausarbeiten soll.

Das Tübinger Modell funktioniert in etwa so: An Teststationen in der Innenstadt werden Besucherinnen und Besucher per Schnelltest auf Corona getestet. Fällt das Ergebnis negativ aus, bekommen sie einen Tagespass und können damit einkaufen oder essen gehen. Wie weit die Taskforce gekommen ist, berichtete Bürgermeister Karl-Heinz Ehrmann dem Gemeinderat in der Online-Sitzung am Donnerstag.

Eigentlich sollte Citymanager Reinhard Skusa als Hauptverantwortlicher berichten. Doch er ist krank. Genau das mache es auch für die Taskforce schwierig.

Ein verwaltungsinternes Auftaktgespräch hat Ehrmann zufolge stattgefunden. Im zweiten Schritt wolle man die Taskforce mit externen Mitgliedern erweitern. Der Innenstadtverein ACA müsse mit ins Boot. Die Grünen hatten beantragt, auch Hilfsorganisationen, Medizinerinnen oder Mediziner einzubeziehen.

Das Ding muss in drei Wochen fertig sein.“

Dr Thomas Battran, Grünen-Stadtrat

Beim Auftaktgespräch habe man unter anderem festgehalten, über welche Achsen sich die Fußgängerinnen und Fußgänger hauptsächlich durch die Aalener Innenstadt bewegen. „Die Teststationen und Kontrollpunkte müssen sich schließlich an der richtigen Stelle befinden“, sagte Ehrmann. So reagierten die Fraktionen auf seinen Bericht:

Dr. Thomas Battran (Grüne): „Es freut uns, dass zumindest Ansätze erkennbar sind“, sagte er. Vor allem interessierte ihn der Zeitplan. „In drei Wochen muss das Ding stehen“, forderte Battran. Ehrmann gab als Ziel die kommende Gemeinderatssitzung am 20. Mai aus. Grünen-Fraktionssprecher Michael Fleischer bat ihn, in der Ausschusssitzung kommende Woche noch einmal über den Zwischenstand zu berichten.

Ehrmann gab zu bedenken, dass ein Konzept und eine niedrige Inzidenz noch keine Öffnungen garantieren. Das Land müsse das Konzept erst genehmigen. Pauschal seien erst kürzlich rund 50 Anträge abgelehnt worden. Städte, die Modellstadt werden wollten, hätten sie gestellt. Auch das Vorfühlen aus Aalen sei negativ beschieden worden.

Battran fragte außerdem, wie mit Geimpften und Genesenen zu verfahren sei. Darauf erhielt er die Antwort, dass man abwarten müsse, wie Bund und Land Geimpfte und Genesene behandeln wollen.

Teststationen braucht man Battrans Meinung nach fünf oder sechs in der Innenstadt und dachte an Zelte, die man dort aufbauen könne.

Claus Albrecht (Freie Wähler): Seiner Meinung nach braucht es acht Teststationen. Er schlug vor, dafür Leerstände in der Innenstadt zu nutzen. Über jeden Tag früher, an denen man öffnen dürfe, würde man sich freuen. „Der Einzelhandel ist bereit.“

Helmut Gentner (SPD): Er begrüßte ein Konzept, „um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein.“

Dr. Frank Gläser (AfD): Er würde es begrüßen, wenn dank Tests Händler und Gastronomen wieder öffnen dürfen, bezweifelte aber, dass die Tests etwas aussagen. Battran widersprach ihm.

Thomas Wagenblast (CDU): Das Netz aus Teststationen müsse so dicht wie möglich gespannt werden. Gleichzeitig müsse das Angebot so niederschwellig wie möglich sein.

Christa Klink (Linke): „Was passiert mit den positiv getesteten?“, wollte sie wissen. Ehrmann antwortete, dass dann ein PCR-Test das positive Ergebnis eines Schnelltests bestätigen müsse. Dann würde das Gesundheitsamt Quarantäne anordnen.

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