Turmsanierung in wichtiger Phase

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Ein neuer Schallladen für den Turm der Salvatorkirche hängt am Kran und wird in die Höhe gehievt. Die Turmsanierung läuft weiter auf Hochtouren und soll bis Oktober abgeschlossen sein.
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Derzeit werden spezielle Schallläden am Turm der Salvatorkirche in Aalen eingebaut - Sanierung des Turmes soll bis Oktober abgeschlossen sein.

Aalen

Mit schwerem Gerät sind in dieser Woche Handwerker am Turm der Salvatorkirche in Aalen zugange. Mittels eines Kranwagens werden schwere Bauteile aus Holz in die Höhe gehoben: Neue Schallläden sind das, gebaut aus festem Eichenholz, wie Helmut Erhardt berichtet, der für die katholische Kirchengemeinde das Bauprojekt koordiniert.

Die Turmsanierung war notwendig geworden, weil der Zahn der Zeit insbesondere an den rund 110 Jahre alten Betonteilen der Balustrade genagt hatte. Balustrade: So wird der Rundgang oben am Turm genannt. Die Sanierung war dringend angezeigt, denn vor etwa drei Jahren sind Betonteile in die Tiefe gefallen - glücklicherweise kam niemand zu Schaden damals, wie Erhardt im Rückblick erzählt.

Betonsanierung abgeschlossen

Die Betonsanierung ist mittlerweile abgeschlossen. Bei der Gelegenheit wurde zudem der Umgang um den Turn herum neu abgedichtet. Die Glocken haben die „Glockenputzer“, eine Gruppe ehrenamtlich Tätiger rund um Erhardt, sauber geschrubbt.

Dann haben Spezialisten die vier Glocken abgenommen und oben im Turm abgestellt. Maler haben den Glockenstuhl entrostet und frisch gestrichen. Zudem wurden die alten, maroden Schallläden entfernt - und in dieser Woche durch neue ersetzt. Diese Schallläden sind dazu da, die Glocken vor Witterungseinflüssen zu schützen, gleichzeitig aber sollen sie den Schall gut nach draußen dringen lassen. Die bisherigen Läden seien aus Eisen gewesen, die neuen seien aus schwerem Eichenholz gebaut, berichtet Erhardt - diese seien günstiger vom Klangverhalten her.

Im nächsten Schritt der Sanierung werde nun das Gerüst weiter in Richtung zur Turmspitze verlängert. Die soll bei der Gelegenheit gleich kontrolliert werden. Dass man das Gerüst nicht sofort bis ganz zur Spitze hinauf aufgebaut habe, begründet Erhardt mit finanziellen Erwägungen. Das größere Gerüst hätte bezahlt werden müssen, obwohl es erst zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werde.

Jetzt hofft Erhardt, dass die Bauarbeiten bis Oktober abgeschlossen sind. Das hänge aber davon ab, „was uns im Gebälk unter dem Kreuz erwartet“, sagt Erhardt.

Ähnlich sei dies beim Kostenrahmen. Mit 750 000 Euro an Kosten kalkuliert die Kirchengemeinde, wobei sich Kirchengemeinde und Diözese die Kosten teilen. Ein wichtiger Posten zur Finanzierung sind auch Spenden. 50 000 Euro sollen so zusammengekommen, ein Ziel, das noch nicht erreicht sei, wie Erhardt sagt. Spenden seien noch sehr willkommen.

Spenden Für den Salvatorturm kann man spenden unter: Katholische Gesamtkirchenpflege Aalen, IBAN: DE 15 614 500 5001 1000 4408; Verwendung: Salvatorturm

Eine kleine Geschichte über die Glocken der Salvatorkirche

Helmut Erhardt berichtet über die besonderen Glocken der Salvatorkirche: „Glocken und Geläute begegnen uns schon seit über 5000 Jahren. Mit dem Ausgang der Spätantike finden sie Eingang ins Christentum. Dort unterliegen sie seit jeher liturgischen und kirchenrechtlichen Formen und Bestimmungen, die einem vielfältigen Wandel bis in die Gegenwart unterworfen sind. Glocken rufen zum Gebet ebenso wie zur Fürbitte. Sie zeigen die Zeit an und weisen uns somit auf die Ewigkeit hin.

 Die vier Glocken des ersten Geläutes der Salvatorkirche wurden in der Glockengießerei Bachert in Kochendorf am Neckar 1913 gegossen. Dieses 1913 gegossene Geläute hatte einen so hohen Klangwert, dass es von der Ablieferung im Ersten Weltkrieg befreit wurde. Das Hitlerregime nahm jedoch darauf keine Rücksicht und drei der vier großen Glocken, mit einem Gesamtgewicht von 5591 Kilogramm am 14. Juli 1942 abgeliefert werden. Sie kehrten nie mehr nach Aalen zurück.

 Die neuen Glocken der Salvatorkirche wurden am 22. September 1950 gegossen und stammen aus derselben Glockengießerfamlie Bachert - Albert und Hermann -, die auch die ersten Glocken, damals in Kochendorf, gegossen hatte. Am 13. Oktober 1950 wurden die Glocken der Salvatorkirche feierlich eingeholt. Am 15. Oktober 1950 wurden sie von Weihbischof Dr. Franz Josef Fischer geweiht. Während der Glockenweihe wurde eine Schallplatte mit den Klängen der alten abgelieferten Glocken über eine Lautsprecheranlage abgespielt (beides Firma Elektro Jerg). Bei der Turm - und Glockenprüfung am 14. Juli 1951 kam die Kommission des Bischöflichen Ordinariats und der Glockenexperte der Diözese, Pfarrer und Dozent Eugen Schneider, zu folgenden Ergebnis: Der Eindruck war ein derartiger, dass ich den Vorschlag machen möchte, diese Geläut als Ganzes unter Denkmalschutz stellen zu lassen.“

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