Ukraine-Hilfe: Menschen von der Ostalb tun sich zusammen

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Vernetzungstreffen zur Ukraine-Hilfe im Um-Welthaus.
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Rund 30 Menschen besprechen im Um-Welthaus in Aalen, wie ihre Hilfe vernetzt werden kann. Was sie unternehmen und was sie antreibt.

Aalen

Die junge Frau weint. Gerade hat sie erzählt, dass sie aus der Ukraine stammt und ihre Mutter dort lebt. Jetzt kann sie nicht mehr weitersprechen, muss eine Pause machen. „Sie töten Menschen“, presst sie dann unter Tränen hervor. „Die Menschen haben kein Essen.“ Außer Supermärkten haben ihr zufolge auch Apotheken geschlossen. Ihre Mutter, die Medikamente benötigt, wüsste nicht, woher sie sie bekommen soll .

Eine Freundin, ebenfalls mit Wurzeln in der Ukraine, ist mit ihr zum Treffen ins Um-Welthaus gekommen. Sie sei vor zwei Wochen noch in Kiew gewesen, um ihre Mutter zu besuchen. „Ich habe schon gespendet“, sagt sie. „Aber ich möchte gerne wissen, was ich noch tun kann.“

Genau das ist die Frage, die sich die anderen im Stuhlkreis ebenfalls stellen: Wie können wir helfen? Die gemeinnützige Genossenschaft „act for transformation“ hat am Dienstagabend ins Um-Welthaus eingeladen, um das zu besprechen. Rund 30 Menschen sind diesem Aufruf gefolgt. Darunter Vertreterinnen und Vertreter der Kulturküche, des Integrationsausschusses, der Volkshochschule, der IG Metall, des Ausschusses Ortskirche-Weltkirche Wasseralfingen, des Aktionsbündnisses Mahnwache Ellwangen, Pax Christi, des ADFC, des Aalener Friedensbündnisses, von Utopia Aalen und natürlich von „act for transformation“.

Viele in der Runde sind nicht in einer Organisation oder einem Verein engagiert. Sie haben Verwandte oder Freunde in der Ukraine oder sind bewegt, von dem, was dort geschieht, ohne jemanden im Land zu kennen. Mit dabei sind auch Freiwillige von „act for transformation“, darunter zwei junge Leute aus Georgien. „Wir wissen, was ein Konflikt mit Russland bedeutet“, sagt Said.

Wir wissen, was einKonflikt mitRussland bedeutet.

Said, Freiwilliger aus Georgien

Gemeinsam mit Moderator Jürgen Menzel überlegt die Runde, was zu tun ist. Die Teilnehmer erzählen sich von Aktionen aus der Region, die sie kennen, wie zum Beispiel dem Hilfstransport von Omnibus Grötzinger aus Bartholomä.

Viele aus der Runde möchten auch Kriegsflüchtlingen helfen, die wohl bald in der Region ankommen. Mehrere erzählen, sie würden Menschen bei sich zu Hause aufnehmen und hätten das bereits angemeldet.

Was darüber hinaus zu tun ist, besprechen die Teilnehmer lange. Das Treffen dauert insgesamt beinahe zwei Stunden. Dabei kristallisiert sich heraus, dass sich viele eine Liste mit Hilfsangeboten aus der Region wünschen, zum Beispiel unter aalen.de. Diskutiert wird auch, Hilfsgüter zu sammeln und zu transportieren. Josef Mischko von der IG Metall bietet an, eine Liste sowie Sammlungen und Transporte mit der Stadt, dem Landkreis und Hilfsorganisationen wie der AWO abzusprechen, „um keine Doppelstrukturen“ zu schaffen. Beim nächsten Treffen wolle man klären, welche Art von Hilfe die Runde ergänzend leisten kann. Als Sofort-Maßnahme einigen sich die Teilnehmer darauf, gleich am Mittwoch eine Facebook-Seite einzurichten, auf der jeder Hilfe anbieten oder danach fragen kann.

Facebook-Seite und nächstes Treffen

  • Facebook: „act for transformation“ möchte am Mittwoch eine Facebook-Seite unter dem Titel „Ostalbkreis hilft Ukraine“ einrichten. Jeder, der Hilfe anbietet oder Hilfe sucht, kann dort an die Pinnwand schreiben.
  • Treffen: Das nächste Vernetzungstreffen zur Ukraine-Hilfe ist am Montag, 7. März, um 18 Uhr bei „act for transformation“ im Um-Welthaus im 4. Stock im Torhaus in Aalen.

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Rund 30 Menschen treffen sich am Dienstagabend im Um-Welthaus, um sich in der Ukraine-Hilfe zu vernetzen.

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