Umfrage: 40 Prozent sind für Ausbau der Ebnater Steige

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Von Unterkochen aus geht es für viele Auto- und Lastwagenfahrer über die Ebnater Steige hinauf auf die Alb. Derzeit wird nach einer alternativen Trasse gesucht. Foto: Oliver Giers
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Der Gemeinderat hat eine Umfrage unter Aalenerinnen und Aalenern zum Albaufstieg in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse sind teils überraschend.

Aalen

Wer Albaufstieg sagt, meint damit meist eine neue Trasse zwischen der B 19 bei Unterkochen und der A 7 bei Ebnat. Vergessen wird oft, dass es im Prozess auch um die umweltfreundliche Mobilität geht. Untersucht wird, inwiefern Verkehr aufs Rad oder den Bus verlagert werden kann. Der Gemeinderat hat das Büro Raumkom mit einer Umfrage beauftragt, die nach den Wünschen der Aalenerinnen und Aalener fragt. Bei der Bürgerversammlung im November in der Festhalle Unterkochen wurden die Ergebnisse bereits vorgestellt. Wir nutzen die ruhige Zeit um den Jahreswechsel herum, um die Umfrage genauer zu betrachten. Einige der Ergebnisse sind überraschend.

Wer mitgemacht hat: Vorweg muss man festhalten, dass 573 Aalenerinnen und Aalener teilgenommen haben. Das entspricht 0,85 Prozent der Gesamtbevölkerung, wie das Büro Raumkom errechnet hat. Damit ist die Umfrage nicht repräsentativ. Vor allem haben sich Menschen aus den Teilorten beteiligt, die besonders betroffen sind. Die Hälfte der Teilnehmenden kommt aus Unterkochen. Überdurchschnittlich viele Befragten kommen auch aus Ebnat und Waldhausen.

Vorhandene Fortbewegungsmittel: 95 Prozent der Befragten haben ein Auto mit Verbrennungsmotor. Aber 20 Prozent besitzen (zusätzlich) ein Elektro-Auto. 90 Prozent haben außerdem ein Fahrrad. In über der Hälfte der Haushalte gibt es ein Pedelec. Und in einem Drittel der Haushalte sind Zeitkarten für Bus und Bahn vorhanden.

Wunsch und Wirklichkeit: 60 Prozent der Befragten geben an, täglich oder fast täglich mit dem Auto zu fahren. 30 Prozent wünschen sich, nicht mehr täglich mit dem Auto fahren zu müssen. Über 60 Prozent fahren nie oder fast nie mit dem Bus. Wären die Rahmenbedingungen perfekt, würden über 20 Prozent gerne täglich den Bus nutzen. Ähnliches gilt auch für Bahnfahren, Radfahren oder zu Fuß gehen. Wären die Rahmenbedingungen perfekt, würden mehr Menschen diese Fortbewegungsmittel häufiger nutzen, geben sie an.

Situation zwischen Unterkochen und dem Härtsfeld: Rund 35 Prozent der Befragten bemängeln, dass es auf der Strecke häufig zu Staus kommt. Was den öffentlichen Nahverkehr angeht, bemängelt die Mehrheit der Teilnehmer die Taktdichte und die Bedienung am Wochenende. Die Mehrheit der Befragten kritisiert außerdem, dass es zu wenige Radwege zwischen den Orten und insgesamt zu wenig Fläche für Radfahrende gibt. Außerdem gebe es zu wenige Möglichkeiten, das Rad abzustellen. Auch die Sicherheit der Radfahrenden wird überwiegend als schlecht bewertet.

Besorgnis vorhanden: Gefragt wurde, ob sich die Menschen um bestimmte Aspekte im Zusammenhang mit dem Albaufstieg Sorgen machen. Zur Auswahl standen Eingriffe in Natur und Landschaft, Umweltauswirkungen (insbesondere Lärm und Abgase), Barrierewirkung der Ebnater Steige in Unterkochen und bauliche Auswirkungen in Unterkochen. Ergebnis: Zwischen 60 und 70 Prozent der Befragten machen sich Sorgen um jeden dieser Aspekte.

Für den Ausbau der Ebnater Steige: Überraschend ist, dass nur rund 60 Prozent für eine neue Trasse zwischen der B 19 und der A 7 sind. Rund 40 Prozent sind stattdessen für den Ausbau der Ebnater Steige, ohne dass eine neue Trasse gebaut wird.

Sofortmaßnahmen an der Ebnater Steige werden eher nicht befürwortet. Rund 60 Prozent der Befragten sehen außerdem dringendere Verkehrsprobleme in Aalen, die eher angegangen werden müssten.

Informationsveranstaltung am Montag, 30. Januar

In der letzten Gemeinderatssitzung vor Weihnachachten ging Oberbürgermeister Frederick Brütting auf Nachfrage von Christa Klink (Die Linke) auf den aktuellen Stand in der Diskussion beim Albaufstieg ein.

Am Montag, 30. Januar, um 18 Uhr ist die zweite öffentliche Informationsveranstaltung in der Sporthalle Unterkochen geplant. „Die Festhalle ist zu klein“, sagte der OB zur Wahl des Orts.

Dabei sollen die Anregungen aus den Expertenrunden im Dezember vorgestellt werden. Zum Hintergrund: In den Gesprächen, an denen sich Bürgerinnen und Bürger beteiligen konnten, ging es um Bewertungskriterien für die Trassenvorschläge. Bis Ende Oktober vergangenen Jahres konnten Bürgerinnen und Bürger Vorschläge für Trassen machen, die die B 19 bei Unterkochen mit der A 7 bei Ebnat verbinden. Auch soll bei der Informationsveranstaltung in Unterkochen Raum für Diskussion sein.

„Je nachdem, wie das läuft, sind wir dann schon so weit, dass wir den Ortschaftsräten und dem Gemeinderat Ergebnisse vorlegen können“, sagte der OB und fügte an: „Dann werden wir sehen, ob wir daran noch weiterarbeiten müssen oder ob wir bereits Beschlüsse fassen können.“

Zum Hintergrund: Ziel ist es, sich bis etwa Mitte des Jahres auf eine Aalener Vorzugstrasse zu einigen. Der OB hatte sich bei der ersten öffentlichen Informationsveranstaltung im November zuversichtlich gezeigt, dass das Regierungspräsidium den Aalener Wunsch respektiert und die Trasse entsprechend umsetzt.

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