Umfrage zu Mobilität: Zwei oder mehr Autos pro Haushalt

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Stau in der Aalener Bahnhofsstraße: Die Verkehrssituation in der Stadt zu verbessern, ist das Ziel des Projekts "AA-Mobil". Erste Ergebnisse daraus liegen nun vor. Archivfoto: BW

Über 1300 Befragte beteiligen sich am Projekt. Wie die Zwischenbilanz ausfällt und wie es nun weitergeht.

Aalen

Das Projekt "AA-Mobil" hat ein wichtiges Zwischenziel erreicht: Die Befragung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Bürgerinnen und Bürgern und Unternehmen ist laut Stadtverwaltung abgeschlossen und ausgewertet. Mit über 1300 Rückläufer habe die Befragung überragende Resonanz gefunden.

30 Minuten zur Arbeit: Wesentliche Ergebnisse der Umfrage sind, dass drei Viertel der Befragten täglich Arbeitswege von bis zu 20 Kilometer zu bewältigen haben. Dies entspricht einer Fahrzeit von bis zu 30 Minuten. Hauptverkehrsmittel ist das Auto mit annähernd 60 Prozent. Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nutzen circa 25 Prozent. Der verbleibende Anteil (15 Prozent) entfällt im Wesentlichen auf Fahrrad und Fußverkehr. Fahrgemeinschaften nehmen derzeit eine absolut untergeordnete Rolle ein, was den Schluss zulässt, dass der große Anteil Befragten alleine zur Arbeit fährt. Dies führt in den Stoßzeiten zu einem sehr hohen Verkehrsaufkommen und stellt die Unternehmen vor die Herausforderung, genügend Parkraum anbieten zu müssen.

Zwei oder mehr Autos pro Haushalt: Neben dem Berufsverkehr ist das Auto auch im Freizeitbereich das am Häufigsten benutzte Verkehrsmittel. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass 75 Prozent der Befragten zwei oder mehr Autos in ihrem Haushalt haben. Elektroautos haben immer noch einen geringen Anteil am Fahrzeugbestand. Allerdings geben 62 Prozent der Befragten an, dass sie sich beim nächsten Autokauf vorstellen können, ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor durch ein Elektrofahrzeug zu ersetzen. Weitere beliebte Alternativen sind zudem das E-Bike (32 Prozent), Fahrrad (27 Prozent) aber auch der Umstieg auf den ÖPNV (30 Prozent).

Anschaffungskosten im Blick: Hinsichtlich der Elektroautos wird in der Einstellung der Befragten ein hoher Informationsbedarf bezüglich Kosten, Reichweite, Ladeinfrastruktur und Umweltthemen deutlich. Hier ist erkennbar, dass die Befragten vorrangig die Anschaffungskosten von Fahrzeugen betrachten und die Betrachtung der gesamten Lebenszykluskosten außen vor bleibt. Ähnliches gilt auch bei der Beurteilung des ÖPNV-Angebotes hinsichtlich Taktung und Linienführung.

Die Reaktionen auf die Umfrage: Für CDU-Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter, mit dessen Unterstützung das Projekt an die Stadt Aalen und die Hochschule Aalen vergeben wurde, ist das Projektergebnis interessant: "Das Projektzwischenergebnis bestätigt die Notwendigkeit, berufliche Fahrgemeinschaften zu bilden und den Boden für die Weiterentwicklung von E-Fahrzeugen zu bereiten. In dieses Bemühen müssen auch die Unternehmen der Region eng eingebunden werden." Oberbürgermeister Thilo Rentschler freut sich über die hohe Beteiligung an der Umfrage "Das Ergebnis zeigt uns wichtige Erkenntnisse für Aalen im Bereich zukunftsfähiger Mobilität auf."

Lösungsansätze im Blick: Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsprojektes "AA-Mobil" ist es, Lösungsansätze zu entwickeln, wie der Verkehr verringert, optimiert und die verkehrsbedingte Emissionsbelastung in den Städten vermindert werden kann.

"Dazu war es uns wichtig, im ersten Schritt die Einstellungen von Bevölkerung und Unternehmen zu Verkehrsthemen und die Offenheit für Veränderungen zu erforschen", sagt Felix Unseld Wirtschaftsförderer der Stadt Aalen, der mit seiner Mitarbeiterin Stefanie Benz von städtischer Seite das Projekt betreut. Die durchgeführten Befragungen, Workshops und Experten-Interviews mit den Trägern und Betreibern des ÖPNV bilden dafür die wissenschaftliche Basis.

Die Befragung und Auswertung wurde im Auftrag der Stadt Aalen von der Hochschule Aalen unter Federführung von Prof. Dr. Anna Nagl und Hans-Peter Weber Vorstand der OstalbBürgerEnergie eG (OBE) im Zeitraum von April bis Mai durchgeführt. Die Befragung wurde als "PreTest" mit den Mitgliedern der OBE gestartet.

Wer teilgenommen hat: Von den 250 per E-Mail erreichbaren Mitgliedern haben 113 Personen an der Befragung teilgenommen. Ebenso erfreulich sei die Teilnahmezahl bei den weiteren an der Befragung eingebunden Unternehmen und Organisationen gewesen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Mapal, Alfing, RUD, Wasseralfinger Brauerei, VR-Bank Ostalb, Kreissparkasse Ostalb sowie der Hochschule und der Stadtverwaltung waren in die Befragung einbezogen. Zusätzlich wurden interessierte Bürgerinnen und Bürger über Tageszeitungen, Stadt-Info und Internet gebeten, sich ebenfalls an der Befragung zu beteiligen.

Wie geht weiter geht: Aus den Ergebnissen wurden über 30 Lösungsansätze erarbeitet, wie die Verkehrssituation verbessert werden kann. Diese werden in Projektsitzungen analysiert und bewertet. Anschließend werden Ideen, welche die größten Realisierungschancen haben, ausgewählt. Im September sollen sie im Gemeinderat vorgestellt werden.

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