Union-Areal: Kreistag macht Weg frei

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Das Union-Areal in Aalen: Derzeit ist dort ein provisorischer Parkplatz. In ein paar Jahren soll dort das zweite Verwaltungsgebäude des Landratsamtes entstehen.
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Kreistag macht den Weg frei, damit ein neues Gebäude für die Landkreisverwaltung gebaut werden kann. Im nächsten Schritt ist nun die Stadt Aalen gefragt.

Aalen

Es hat einen gewissen Gärungsprozess hinter sich. Und an den Plänen, die zunächst als Sieger des Architektenwettbewerbes hervorgegangen sind, ist kräftig herumgedoktert worden. Am Dienstag hat jetzt der Kreistag die Entscheidung getroffen, wie der zweite große Verwaltungsstandort, das Landratsamt Zwei gewissermaßen, auf dem Union-Areal gebaut werden soll. Zumindest vom Grundsatz her. Mit dem überarbeiteten Entwurf geht nun die Kreisverwaltung zur Stadt Aalen, damit diese das Baurecht schaffen kann.

Das Vorhaben: Statt drei Baukörper sollen es jetzt zwei werden, in denen die insgesamt gut 470 Arbeitsplätze untergebracht werden. Dafür wurde ein Kostenrahmen von knapp 50 Millionen Euro festgelegt. Sollte es zu einem späteren Zeitpunkt notwendig werden, könnte ein dritter Baukörper auf dem Gelände untergebracht werden. Klar ist, dass die Gebäude höher werden müssen, wenn es nur zwei statt drei sind. Denn sowohl Kocher wie Wilhelm-Merz-Straße begrenzen das Grundstück, wenn zudem die Option auf ein drittes Gebäude und ein Parkhaus bestehenbleiben soll. Der eine Trakt werde 23 der andere 26,5 Meter hoch, sagte Landrat Dr. Joachim Bläse am Dienstag.

Das Parkhaus: Die Verwaltung schlägt in der Vorlage ein Parkhaus vor. Dieses ist gedacht für Bedienstete, aber auch Besucher und eventuell andere Akteure im Quartier Aalen-Süd – vielleicht für Dauerstellplätze. Allerdings will man ins Planverfahren mit der Stadt Aalen ohne eine Festlegung zur Zahl der Stellplätze gehen, weil zunächst einmal die Bedarfe erhoben werden sollten. Hintergrund: Die Stadt Aalen hat, weil das Gelände auf Aalener Gemarkung ist, den Hut auf, was die Baugenehmigung anbelangt. Klar sei aber, wie Bläse sagte, dass man im Genehmigungsverfahren eine mögliche Gebäudehöhe von 25 Metern festzurren möchte, damit man alle Optionen offen hat. Bei den Stellplätzen solle man 350 „anstreben“, heißt es in der Vorlage.

Die Stellplatz-Diskussion: In Bezug auf die Stellplätze gab es eine Diskussion, ausgehend von einem Antrag der Freien Wähler, den Peter Traub formulierte und der sich dafür aussprach, dass der Landkreis von Beginn an 450 Parkplätze ins Genehmigungsverfahren einbringen solle. Bläse wies darauf hin, dass 450 Stellplätze möglich seien, da man im Planverfahren eine maximale Höhe von 25 Metern festlegen werde und entsprechend flexibel sei. Georg Ruf (CDU), Volker Grab (Bündnis 90/Die Grünen) und Thilo Rentschler (SPD) sprachen sich dafür aus, zunächst den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln – und dann erst über Stellplatzzahlen zu entscheiden. Traub stellte den Antrag dennoch, unterlag in der Abstimmung aber – lediglich die Freien Wähler und Teile der AfD stimmten dafür.

Das Grundsätzliche: Insgesamt gab's Lob dafür, dass es weiter geht im Verfahren. Georg Ruf sprach von immerhin „kleinen Schritten“ – und regte an, statt eines Parkhauses ein „Mobilitätszentrum“ zu bauen, das alle Aspekte moderner Mobilität berücksichtige: von der Ladestation für E-Bikes bis hin zur eventuell integrierten KfZ-Zulassungsstelle. Dr. Rolf Siedler (Bündnis 90/Die Grünen) lobte die veränderte Planung ohne Tiefgarage und mit mehr Grün in der Fläche – und fand Gefallen am Ruf'schen Mobilitätszentrum. Thilo Rentschler wünschte sich mehr Tempo bei der Realisierung. Schließlich warteten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landkreisverwaltung schon lange auf eine Verbesserung der Situation – im beengten Landratsamt und in den auf viele Gebäude in der Stadt verteilten Außenstellen. Und auch Peter Traub (Freie Wähler) sagte, „wir kommen aus den Startlöchern, worüber wir uns freuen.“ Für die AfD erklärte Dr. Frank Gläser, dass seine Fraktion sich zunächst schwergetan habe mit den Plänen, nun aber den Neubau als die „bessere Lösung“ ansehe.

Der Terminplan: Bis September sollen Lage, Höhe und Dimension der Baukörper festgelegt werden und Entscheidungen getroffen werden zu den Innenräumen, zur Fassade und zum Energiekonzept. 2022 gehen die Verfahren weiter, Ende 2022 sollen erste Ausschreibungen erfolgen. Für April 2023 ist der Beginn der Bauarbeiten geplant – und für 2026 die Fertigstellung.

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