Union-Areal: Wie Landrat Bläse im Kreistag Wogen glättet

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Thema in der nicht öffentlichen Sitzung des Kreis-Bauausschusses war jetzt das Union-Gelände, wo ein zweites Verwaltungsgebäude des Ostalbkreises entstehen soll. Archivfoto: opo
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Sand im Getriebe – warum der extra fürs Union-Gelände gegründete Bauausschuss nicht öffentlich tagt.

Aalen

Anfang 2022 soll mit dem Bau des Landratsamts 2 auf dem Union-Gelände begonnen werden. Im Februar hat der Kreistag für dieses neue Verwaltungszentrum extra einen Bauausschuss gegründet. Wie Landrat Dr. Joachim Bläse jetzt einräumt, ist mittlerweile Sand ins Getriebe des Aussschusses geraten – unter anderem wohl wegen der Gestaltung des Areals entlang des Kochers und wegen des alten Dampfkesselhauses, das die Stadt erhalten und sanieren will. Deshalb habe der Kreis-Bauausschuss nun nicht öffentlich getagt.

"Es klemmt nichts", versichert der Landrat auf SchwäPo-Nachfrage. Aber als neuer Landrat gehe es ihm darum, das Projekt in aller Offenheit und Transparenz voranzutreiben, sofern der Kreistag hinter dem Vorhaben stehe. "Es ist das zweite Verwaltungsgebäude des Kreistags, da braucht es Geschlossenheit", sagt Bläse und streicht damit die Bedeutung des Bauvorhabens heraus. Er lässt dabei durchblicken, dass nicht alle mit dem Prozedere einverstanden sind.

Die fehlende Geschlossenheit zeigt sich auch in der Äußerung Bläses, dass er die Vorbehalte kennen und die kritischen Stimmen hören wollte. "Den Kreistag und den Ausschuss mitnehmen", nennt der Landrat das. Hinein in ein Projekt, das Teil der Stadtentwicklung und des Stadtbilds von Aalen ist.

Auf der grünen Wiese könne man planen, wie man wolle; "vogelfrei" nennt das Bläse. "Wir wollen aber, dass der Kocher und das Umfeld dazugehören", sagt er. Dazu gehöre aber auch, dass die Kunden und Mitarbeiter ein gutes Angebot hätten.

Es geht darum, dass unsere Vorstellungen von Kreistag und Gemeinderat berücksichtigt werden.

Dr. Joachim Bläse Landrat

Und als eine weitere Anspielung auf die Stadtverwaltung betont der Kreischef, dass er als Investor auch als solcher behandelt werden wolle. "Es geht darum, dass unsere Vorstellungen von Kreistag und Gemeinderat berücksichtigt werden." Er wolle so wahrgenommen werden, wie jeder andere, der viel Geld investiere.

"Ich bin mit OB Rentschler und Baubürgermeister Steidle in guten Gesprächen", betont Bläse. Und nach der "tief greifenden" Debatte im Ausschuss wisse er, wo das Gremium stehe. "Jetzt gehe ich das Thema zuversichtlich an", sagt er. Es sei nur zielführend, wenn am Ende im Kreistag 90 Prozent hinter dem Projekt stehen. Eine knappe Mehrheit reicht dem Landrat nicht. Dafür hätten alle das "Visier runtergelassen und ihren Standpunkt erklärt". Die große Richtung stehe und jetzt wisse er, er habe Rückendeckung.

In der letzten Dezembersitzung des Jahres will Landrat Dr. Joachim Bläse das Union-Gelände in den Kreistag einbringen und öffentlich beraten.

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