Unternehmer Paul Funk gestorben

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Paul Funk. Archivbild
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Der Seniorchef der gleichnamigen Aalener Traditionsfirma wurde 74 Jahre alt. 

Aalen. Im Alter von 74 Jahren ist der Unternehmer Dr. Paul Funk gestorben. Der vierfache Vater hatte die Eisengießerei Funk einst nach dem Tod des Gründers Georg Funk, seinem Onkel, übernommen und zu einem modernen, mittelständischen Betrieb ausgebaut. Von 1978 bis 2019 war er geschäftsführender Gesellschafter. Heute wird die Firma von seinem Sohn Andreas Funk sowie Funks Schwiegersohn Markus Ill geleitet.

Paul Funk wurde 1946 in Ellwangen geboren, wuchs in Wasseralfingen auf, besuchte die dortige Grundschule, ehe er für einige Jahre an das katholische Internat Kolleg der Schulbrüder in Illertissen wechselte. Nach dem Wechsel auf das Schubart-Gymnasium entdeckte er dann am Wirtschafts-Gymnasium in Schwäbisch Gmünd seine Leidenschaft für die Wirtschaft.

Nach dem Abitur zog es ihn nach Franken: An der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg studierte er Wirtschaftswissenschaften. Seine Diplomprüfung legte er 1970 ab, im Anschluss wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter und schloss seine Promotion mit sechsmal Summa Cum Laude ab. Das hatte es zuvor an dieser Universität noch nicht gegeben. Eine akademische Karriere schien vorgezeichnet – Funks Professor bot ihm die Übernahme eines Lehrstuhls an der Uni an –, doch dann ereilte Paul Funk der Ruf der Heimat.

Sein Onkel Georg Funk, der kinderlos geblieben war, vererbte ihm und seinem Bruder Josef Funk die Eisengießerei. Während Josef Funk sich verstärkt dem väterlichen Modegeschäft in Wasseralfingen widmete, entwickelte Paul Funk die Eisengießerei als geschäftsführender Gesellschafter kontinuierlich weiter. Das Unternehmen gilt noch heute als Spezialist für anspruchsvolle, komplizierte Gussteile. Als er 1978 ins das Unternehmen einstieg, gab es in Württemberg noch 40 Eisengießereien. Heute sind es neben Funk noch Daimler, SHW Tuttlingen und die Heidelberger Druckmaschinen. Funk etablierte die Aalener Traditionsfirma als feste Größe am Markt. Gemeinsam mit seinem Bruder eröffnete er 1983 das heute bekannte Modehaus Funk am Spritzenhausplatz. Paul Funk kümmerte sich unter anderem um Finanzen sowie den Aufbau der EDV und war bis 2012 Gesellschafter der Firma.

Der fünffache Großvater war ehrenamtlich aktiv, unter anderem als Mitglied des Rotary-Clubs Aalen-Heidenheim. Funk war zudem Dozent für die Berufsakademie Heidenheim sowie für die Frankfurt School of Finance & Management, an der Uni in Erlangen-Universität hatte er viele Jahre einen Lehrauftrag inne, einmal in der Woche hielt er dort eine Vorlesung.

Eine besondere Leidenschaft Funks war neben der Wissenschaft auch das Recht. 39 Jahre lang war er Handelsrichter bei den Handelskammern des Landgerichts Ellwangen. Vor zwei Jahren erhielt Funk von Ministerpräsident Winfried Kretschmann deshalb die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg verliehen. 

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