Unzählige Schutzengel wollen den todkranken Yigit retten

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Foto: privat
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Ein Spendensegen in Höhe von knapp zwei Millionen Euro ermöglicht zweijährigem Bub aus Aalens Partnerprovinz Hatay die Gentherapie.

Aalen. Das schier Unglaubliche ist geschafft: Der zweijährige Yigit erhält eine zweite Lebenschance. In einer unvergleichlichen Aktion haben unzählige Menschen in Aalen, in Deutschland und in der Türkei für den todkranken zweijährigen Bub aus Aalens türkischer Partnerprovinz Hatay gespendet. Denn ihm kann nur eine knapp zwei Millionen Euro teure Genersatztherapie das Leben retten.

Allein aus Deutschland kamen knapp 1,3 Millionen Euro Spenden.“

Serdar Atasoy, Initiator der Spendenaktion

Die Spendenbereitschaft war kolossal: „Allein aus Deutschland flossen knapp 1,3 Millionen Euro“, berichtet Serdar Atasoy, der gemeinsam mit seiner Frau Derya und dem gemeinsamen Freund Ufuk Sabah im März dieses Jahres eine deutschlandweite Spendenaktion für den sterbenskranken Bub losgetreten hat. Die restlichen Spenden kamen seinen Angaben zufolge aus der Türkei und zum Teil auch aus Saudi-Arabien, den Niederlanden und den USA.

Serdar Atasoy, der in Olpe (NRW) wohnt und als Key-Account-Manager beschäftigt ist, hatte Anfang des Jahres durch Verwandte in Aalens türkischer Partnerprovinz Hatay von Yigits Schicksal erfahren.

Seltene Erbkrankheit

Der Zweijährige leidet unter einer seltenen tödlichen Erbkrankheit mit dem Namen Spinale Muskelatrophie (SMA Typ I). Der medizinische Fachbegriff steht für einen Muskelschwund, der durch den Untergang von Nervenzellen im Rückenmark verursacht wird. Dadurch können Impulse nicht an die Muskeln weitergeleitet werden. Lähmungen und eine verminderte Muskelspannung sind die Folge. Es kommt zu Einschränkungen der Schluck-, Kau- und Sprechfunktionen. „Die meisten kleinen Patienten sterben in den ersten drei Jahren aufgrund von Atemversagen“, weiß Atasoy.

Ihn hat das Schicksal des kleinen Yigit Akkaya nicht mehr losgelassen. Knapp zwei Millionen Euro kostet die Therapie mit dem Medikament, das ein Schweizer Pharma-Konzern auf den Markt gebracht hat. Serdar Atasoy: „Damit würde die Erfolgschance einer Behandlung bei 95 Prozent liegen, wurde uns gesagt.“

Bis vor Kurzem lag der kleine Yigit noch auf der

Mit großer Hoffnung und einer Herzensbitte waren Serdar Atasoy und seine Frau Derya Anfang Mai nach Aalen gereist. In die Stadt, die seit 28 Jahren eine Städtepartnerschaft mit Antakya, beziehungsweise mit der Provinz Hatay pflegt. Gemeinsam mit OB Thilo Rentschler und dem in der türkischen Städtepartnerschaft sehr engagierten Stadtrat Roland Hamm richtete das Ehepaar Atasoy damals aus tiefstem Herzen einen dringlichen Spendenappell an die Aalener: „Lassen Sie uns Yigits Leben retten!“

Die frohe Botschaft

Am Telefon übermittelt Serdar Atasoy der SchwäPo jetzt die frohe Botschaft: „Das Geld für die Therapie ist beisammen. Seit einer Woche befindet sich Yigit in Begleitung seiner Eltern in einem Klinikum in Dubai.“ Sobald das Medikament eingetroffen ist, werde dort innerhalb der nächsten zehn Tage die Therapie starten. Das Medikament, berichtet Atasoy weiter, werde „Tröpfchen für Tröpfchen“ injiziert. Danach beginne die Nachsorge mit gezielter Physiotherapie und engmaschigen Kontrollen in der Klinik in Dubai. Damit der kleine tapfere Bub irgendwann sitzen, sprechen und laufen kann.

„Danke“, sagt Serdar dann. „Danke an alle Helfer und Unterstützer. Ohne Euch wäre das nicht zustande gekommen! Möge Yigit gesund wieder zurückkommen!“

Auf den Instagram-Kanälen yigit_akkaya_(Türkisch) und yigit_ol_germany (Deutsch/Englisch), wird der Zustand des zweijährigen Bubs mit Fotos und kleinen Videos dokumentiert:

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