Urlaubszeit ist Einbruchszeit

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Schwachpunkt: Fenster. Rund 80 Prozent der Einbrüche werden über das Fenster verübt. Mit den richtigen Sicherungen können es die Bewohner von Häusern oder Wohnungen den Tätern jedoch schwer machen. Archivfoto: Oliver Giers
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Wie man sein Zuhause während des Urlaubs sichert. Polizist Reiner Klotzbücher gibt Tipps, wie man selbst Maßnahmen ergreifen kann.

Aalen

Einen Schnappschuss aus dem Urlaubsparadies für Familie und Freunde in den sozialen Medien posten ist heutzutage gang und gäbe. Sozusagen die schnelle Postkarte online und ganz ohne Briefmarke. Doch was für viele Menschen nur ein unschuldiger Urlaubsgruß sein soll, ist für manchen Einbrecher eine Einladung.

Die Hauptsaison der Einbrüche sei zwar die dunkle Jahreszeit zwischen Oktober und März, berichtet Reiner Klotzbücher von der Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle des Polizeipräsidium Aalen. Jedoch gehört auch die Urlaubszeit dazu. Und obwohl die Einbruchszahlen sich in den vergangen sechs Jahren mehr als halbiert haben, ist die Polizei noch nicht am Ziel angelangt. "Das ist erfreulich. Aber noch lange nicht zufriedenstellen", so Klotzbücher. Tipps, wie man sich mit wenig Aufwand und handwerklichem Geschick schützen kann, oder Fenster und Türen durch zertifizierte Handwerker nachrüsten kann, hat Reiner Klotzbücher in einem Livestream der Themenwoche "Einbruchschutz" vorgestellt.

Fenster geschlossen halten: Rund 80 Prozent der Einbrecher nutzen diese Schwachstelle, um ins Haus oder die Wohnung zu kommen. Dabei sei die häufigste Methode das Aufhebeln des Fensters. "Das geht schnell und geräuschlos", so der Beamte. Daher sollten diese immer geschlossen sein, wenn Bewohner nicht da sind. "Ein gekipptes Fenster ist ein offenes Fenster", sagt Reiner Klotzbücher. Eine Methode, um dieses zu sichern, ist der abschließbare Fenstergriff. Dieser lässt sich von außen nicht in Öffnungsposition drehen. Ebenso schützt eine sogenannte Pilzkopfverriegelung. Diese wird im Rahmen des Fensters verbaut. Um Kellerfenster zu sichern, rät der Polizist dazu, Gitter anzubringen.

Ein gekipptes Fenster ist ein offenes Fenster.

Reiner Klotzbücher Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle

Anwesenheit vortäuschen: Die Weihnachtsbeleuchtung kann im Sommer natürlich nicht angebracht werden. Doch ließe sich mit kleinen Tricks auch in den Sommertagen vortäuschen, dass Bewohner anwesend sind. "Lassen Sie Licht in unterschiedlichen Räumen brennen", rät der Polizeibeamte. Brenne hingegen immer nur Licht in demselben Zimmer, ohne dass von außen Bewegungen nachvollziehbar sind, werde schnell klar, dass das Haus leer ist. Mit Zeitschaltuhren könne man das Licht in unterschiedlichen Räumen steuern.

Elektronische Sicherung: Das laute Heulen der Anlage soll zuerst einmal den Einbrecher abschrecken. Alarmanlagen sollten zwei Meldewege haben, sagt der Beamte. "Informiert werden soll zum einen ein Wach- und Schließdienst, der dann Interventionsmaßnahmen einleitet", so Klotzbücher. Gleichzeitig soll auch der Nachbar alarmiert werden, damit er die Polizei rufen kann. Zudem seien auch Überwachungskameras nützlich. "Jedoch helfen die Aufnahmen nicht immer, da Einbrecher meist maskiert unterwegs sind."

Aufmerksamer Nachbar: Ein übervoller Briefkasten und Mülltonnen, die tagelang vor dem Haus stehen, signalisieren: keiner da. Daher rät Klotzbücher: "Sagen Sie Ihren Nachbarn Bescheid, wenn sie wegfahren oder ob sie Handwerker erwarten." Und: "Falls fremde Personen unerwartet beim verreisten Nachbarn auftauchen: Sprechen Sie sie an!"

Wer in Sachen Einbruchsschutz helfen kann

Aalen. Wer sein Haus oder seine Wohnung professionell checken lassen möchte, kann sich bei der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle melden. Dort wird eine individuelle Beratung zu den technischen Möglichkeiten des Einbruchschutzes angeboten. Ebenso führt die Beratungsstelle eine Liste mit Handwerkern, die die zertifizierten Schutzmaßnahmen ausführen.

Schwachstellenanalyse: Bei einem Beratungsgespräch mit einem Beamten der Beratungsstelle kann bei einer Schwachstellenanalyse informiert werden, welche Sicherungstechnik geeignet ist. Diese Beratung ist kostenlos.

Kontakt: Die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle des Polizeipräsidiums Aalen befindet sich in Schwäbisch Gmünd und ist über die Telefonnummer (07171) 796-6503 zu erreichen.

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