v4v: „Partnerbörse“ für nachhaltige Ideen

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Kirsten Petra Seydelmann will mit ihrer GmbH das Thema Nachhaltigkeit ins Bewusstsein der Öffentlichkeit bringen.

Nicht nur über Nachhaltigkeit reden, sondern kreative Köpfe vernetzen, dieses Ziel hat Kirsten Petra Seydelmann. Dazu startet die Aalener Unternehmerin jetzt eine digitale Plattform.

Aalen

Simon hat sie schwer beeindruckt. Immer wieder erwähnt Kirsten Petra Seydelmann die Begegnung mit dem Siebenjährigen. Bei der Innovationsmesse „Make Ostwürttemberg“ war sie auf den kleinen Besucher aufmerksam geworden, „weil er für sein Alter so viel über Umweltschutz und Nachhaltigkeit wissen wollte.“ Von ihr darauf angesprochen, habe er salopp geantwortet: „Die Natur ist unser bester Freund!“

Die Aalener Unternehmerin ist auch Wochen nach dem Dialog noch begeistert. „Besser kann man gar nicht zusammenfassen, worum es jetzt auf unserem Planeten geht“, sagt die 49-Jährige und ergänzt: „Die Natur ist auch unsere beste Lehrmeisterin.“ Will heißen: Was dieser Kosmos produziert, wird von seinen Spezies auch benötigt, Müllberge und Ressourcenverbrauch sind menschengemacht und zwingen zum Handeln. Darauf basiert Seydelmanns Firmenphilosophie, von ihr umschrieben als „Zukunftsnetzwerk für alle, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit befassen“. Wissen, Ideen, aber auch konkrete Projekte oder Produkte will sie jetzt auf einer digitalen Plattform bündeln.

Das Angebot richtet sich an Privatleute wie Unternehmen und „ist kostenlos, sofern man keinen Gewinn machen will“, verspricht die Firmengründerin. Im Idealfall weckt so beispielsweise die Tüftelei eines pfiffigen Schülers das Interesse einer Weltfirma. Damit beide zusammenkommen, will Seydelmann auch gerne persönlich vermitteln. Sie macht keinen Hehl daraus, dass ihr in Unternehmerkreisen bekannter Familienname dabei durchaus nützlich sein kann.

2020 hat die zierliche Powerfrau v4v gegründet. „Das steht für Verantwortung, die wir für unsere Zukunft übernehmen müssen und für Vertrauen, dass diese Zukunft positiv sein kann“, erklärt sie zum Firmennamen. „Gemeint ist auch die Vernetzung mit Gleichgesinnten und dass man den Verbrauch der natürlichen Ressourcen überdenken muss.“

Angesiedelt ist v4v im Aalener Innovationszentrum (INNO-Z), mit im Team sind Studierende der nahen Hochschule, die sich ehrenamtlich einbringen in das „gemeinnützige, eigenfinanzierte Unternehmen“, wie die Chefin betont. Spenden seien aber durchaus willkommen.

Konzerne von hier im Blick

Für ihre Idee sieht Seydelmann auf der Ostalb sehr großes Potenzial. Als mögliche Nutzer hat sie besonders die hier ansässigen Konzerne und Familienunternehmen im Blick. Überall dort ist die gebürtige Landauerin, die 2009 aus familiären Gründen nach Aalen kam, bestens vernetzt. So kennt man sie unter anderem als Mentorin an den Hochschulen Aalen und Schwäbisch Gmünd, ist sie bei den Pelzwasen-Siedlern aktiv und organisiert beim „Aufwind“ Aalen Kinder- und Jugendprogramme, vornehmlich zum Thema Natur.

Als Winzertochter sei ihr das Interesse dafür in die Wiege gelegt worden, später habe sie dann den Wunsch gehabt, „lebenswerte Lebensräume“ zu gestalten. Sie wurde Architektin, arbeitete im Stadtplanungsamt Karlsruhe, spezialisierte sich auf Gebäudemanagement und sattelte ein Begleitstudium in Kulturwissenschaft drauf.

Längst ist auch die Politik auf Kirsten Petra Seydelmann aufmerksam geworden, aber ohne Erfolg. „Meine Unabhängigkeit ist mir sehr wichtig“, so die zweifache Mutter. Gefragt, wie sie es privat mit den Zielen von v4v hält, nennt sie den Verzicht auf Flugreisen und ihr verändertes Einkaufsverhalten, hin zu bewusster und überwiegend regional Ernährung.

„Und ich sehe die Zukunft positiv“, sagt sie mit gewinnendem Lachen. Das dürfte auch an Begegnungen wie der mit dem kleinen Simon liegen.

  • Zukunft durch Verantwortung
  • Kirsten Petra Seydelmann will mit ihrer gemeinnützigen GmbH „Zukunft durch Verantwortung“ das Thema Nachhaltigkeit ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit bringen. Mehr Infos dazu finden Sie online unter www.v4v.eu.

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