Neue Verkehrsführung auf der B29

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Die Baustelle der B29 Anschlussstelle bei Essingen im April 2022.
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Wie der aktuelle Stand ist und was jetzt ansteht. Bauleiter Engelhart: Kosten und Zeitplan des ersten Bauabschnitts sind im Soll.

Aalen Die gute Nachricht vorneweg: Der erste Bauabschnitt des Mega-Projekts B-29-Baustelle ist bisher zeitlich und kostentechnisch im Soll. „Da läuft nichts aus dem Ruder“, sagt  Frank Projektleiter Frank Engelhart. Bis Dezember soll die 1,15 Kilometer lange Trasse zwischen der Gärtnerei Welzel und dem Essinger Bahnhof fertig sein. Kosten: etwa 22 Millionen Euro.

Was schon geschafft wurde: Die südliche Fahrbahnhälfte der neuen B29 ist weitgehend fertig. Begonnen wurde mit dem Bau der Zu- und Abfahrtsrampen am Kreisel Stockert. Zwei imposante neue Brücken stehen, ebenso die Vorschüttung für die Brücke in Höhe Lobo. Parallel zur Bahntrasse entstand eine 120 Meter lange und bis zu sechs Meter hohe Wand aus Steinkörben.

Was jetzt ansteht: Am kommenden Wochenende, 23./24. April, wird die Verkehrsführung erneut vorübergehend geändert, und zwar bis zum Ende der Sommerferien. Die Schnittstelle zwischen der südlichen Fahrbahn – also aus Richtung Mögglingen kommend - und der nördlichen Fahrbahn wird ein Stück weiter in Richtung Aalen verlegt. Das sei Voraussetzung für die weiteren Arbeiten an der nördlichen Trasse, also der in Richtung Stuttgart, erläutert Frank Engelhart. Voraussichtlich Anfang Mai beginnt der Bau einer Stützwand parallel zur Esso-Tankstelle.

Was bis Ende 2022 ansteht: Schwerpunkt ist die Fertigstellung der nördlichen Fahrbahn, inklusive Rampen. Der Kreisel Stockert wird gebaut, inklusive Zu- und Abfahrtsrampen. Die provisorische Umfahrung nach Essingen wird zurückgebaut. Großes Ziel ist es, die durchgängige Verbindung, aus Richtung Forst kommend, zu eröffnen: über den Kreisel Streichhoffeld, die beiden neuen Brücken bis zum Kreisel Stockert und dann weiter auf der neuen Trasse bis zum Kreisel Blümle. Projektleiter Engelhart ist optimistisch: „Zum Schulbeginn nach den Sommerferien sollte sie in Betrieb gehen.“ Vorausgesetzt, die beteiligten Firmen kriegen Material her. Engelhart: „Die Baufirmen importieren 30 Prozent ihres Bitumens aus Russland.“

Dicker Brocken: Vom 15. August bis 2. September wird Essingen von der Esso-Tankstelle her für den Autoverkehr nicht anzufahren sein. Wegen des Baus des Kreisels Blümle wird die Straße gesperrt.

Unwägbarkeiten: „Wir hoffen, bei der Bauzeit ein bisschen wieder rauszukitzeln, weil wir die Vorschüttung der Lobo-Brücke und den Bau der Gabionenwand vorgezogen haben“, beschreibt Engelhart. Schwer vorauszusagen sei, wie sich die Lieferketten und die allgemeine politische Situation entwickeln. Zurzeit sei eine „enorme Kostenentwicklung“ zu verzeichnen. Ein Beispiel: „Bisher kostete die Tonne Stahl 400 Euro, jetzt liegen wir bei 1700 Euro.“ Bisher war der zweite Bauabschnitt mit 30 Millionen Euro brutto kalkuliert worden.

Lärmschutz: Als „leidgeprüfte Anliegerin“ outete sich die Grünen-Gemeinderätin Sandra Bretzger im Umweltausschuss des Gemeinderats. Schon jetzt nehme die Lärmbelästigung durch die B29 für Hofherrnweiler und Unterrombach von Jahr zu Jahr zu. „Eklatant“ gewachsen sei der Schwerlastverkehr. Und wenn die B29 erst ausgebaut sei, werde es noch schlimmer, fürchtete Bretzger und fragte nach Lärmschutz und „Flüsterasphalt“. Projektleiter Engelhart erläuterte, dass die bestehende Lärmschutzwand um 75 Meter in Richtung Westen, also in Richtung Essingen verlängert werde. Beim „Flüsterasphalt“ ist er skeptisch: „Es gab Pilotprojekte, aber die haben sich zum großen Teil nicht bewährt, weil die Dauerhaftigkeit des Belags fehlte.“ Des Weiteren kritisierte Bretzger die Photovoltaikmodule auf der bestehenden Lärmschutzwand: Die seien falsch positioniert, würden Schatten an den falschen Ort werfen. Engelhart sicherte zu, sich kümmern, ob es Pläne gebe, die umzugestalten. Hier aber sei der Bund nicht der Eigentümer. Mehr Bilder und ein Video....

Zweiter Bauabschnitt - Auftakt mit Haken

Er ist knapp 2,4 Kilometer lang, reicht vom Essinger Bahnhof bis etwa in Höhe der Spedition Brucker, und kalkuliert mit 30 Millionen Euro. Die Ausschreibung in diesem Frühjahr musste aufgehoben werden. Fünf Bieter, fünf Angebote – alle verstießen gegen die allgemeinen Vergaberichtlinien und waren deshalb nicht zu werten. „In diesem Monat gibt es deshalb eine neue Ausschreibung“, schildert Projektleiter Engelhart. Geplant sei, die Arbeiten bis Dezember dieses Jahres zu vergeben und den ersten Baggerbiss im Frühjahr 2023 über die Bühne zu bekommen. Voraussichtliches Ende der Bauzeit wäre dann im Dezember 2025 – also ein Jahr später als geplant.

Baustelle B29: Der Verkehr rollt bereits über die neue, südliche Fahrbahn. Jetzt geht es an den Bau der anderen Seite.
Aufschüttung für die zukünftige Brücke ins Gewerbegebiet Aalen West.
Der Baufortschritt der B29 Anschlussstelle Essingen von oben betrachtet.
Luftaufnahme der Aufschüttung für die zukünftige Brücke ins Gewerbegebiet Aalen West.
Baustelle der B29: Der Verkehr rollt bereits über die neue, südliche Fahrbahn. Jetzt geht es an den Bau der anderen Seite.

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