Vermisste Menschen in Aalen: So handelt die Polizei

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Zwei Vermisstenfälle in Aalen innerhalb von 24 Stunden. Unter anderem waren Suchhunde im Einsatz.
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Zwei Menschen wurden am Wochenende in Aalen vermisst. Ein Polizeisprecher erzählt, wie bei solchen Fällen vorgegangen wird und wie man sich verhalten sollte, wenn man eine Person in Not sieht.

Aalen. Gleich zwei Vermisstenfälle haben die Aalener Polizei am Wochenende in Trab gehalten: Zwei Frauen, jeweils 18 und 70 Jahre alt, wurden mit hohem Aufgebot gesucht. Die gute Nachricht: Beide konnten wohlauf aufgefunden werden.

Erwachsene, so kennt man es aus Krimis, werden nicht sofort von der Polizei gesucht, wenn es keinen Anlass zur Sorge gibt. Das bestätigt auch Holger Bienert, Pressesprecher vom Polizeipräsidium Aalen. "Wir sind in einem freien Land", sagt er, es gebe auch Personen, die einfach so nicht mehr heimkommen. Nichtsdestotrotz werde jeder Fall individuell untersucht.

So suchten die Beamten auch mit Hochdruck nach der 18-Jährigen, die seit vergangenem Samstagmittag vermisst wurde. Es wurde befürchtet, dass sie sich aufgrund ihrer geistigen Beeinträchtigung möglicherweise in einer hilflosen Lage befinden könnte. Unter anderem war ein Hubschrauber im Einsatz – weil man Anhaltspunkte hatte, in welchen Bereichen sich die junge Frau aufhalten könnte.

Nun ist bekannt, dass sich die junge Frau aufgrund der Ausstrahlung der Fahndung gemeldet hat. "Ja, sie hat sich freiwillig gemeldet", sagt Bienert. "Das ist die Erkenntnis, aber davor sind wir davon ausgegangen, dass sie sich in einer hilflosen Lage befindet." Denn die Polizei müsse bei jedem Fall unterschiedliche Umstände bewerten: Demnach könne die vermisste Person einer Straftat zum Opfer gefallen oder suizidgefährdet sein, oder auf bestimmte Medikamente angewiesen.

70-Jährige aus Wasseralfingen ebenfalls gesucht

Auch eine 70-Jährige aus Wasseralfingen wurde seit Samstagabend vermisst, bei der Suche waren ebenfalls Hubschrauber und Suchhunde der Polizei im Einsatz. Die Frau wurde wohl gegen 2.30 Uhr bei der Papierfabrik Palm gesehen. Als die Polizei eingetroffen ist, war sie allerdings nicht mehr aufzufinden.

Wie also verhalten, wenn man glaubt, eine vermisste Person zu sehen? "Uns ist am besten geholfen, wenn der, der die Person gesehen hat auch bei der Person bleibt", sagt Bienert. Natürlich sei es dennoch eine Hilfe gewesen, dass jemand einen Hinweis gegeben hat. Was die richtige Hilfe ist, könne man nicht pauschal sagen. "Es gibt ja auch Personen, die aggressiv sind", sagt Bienert. Sich selbst sollte man niemals in Gefahr begeben.

Regelungen bei Minderjährigen

Minderjährige gelten grundsätzlich als vermisst. Dennoch werden nicht immer dieselben Fahndungsmaßnahmen eingeleitet. Es gebe auch jene Jugendliche, die dafür bekannt sind, abgängig zu sein, so Bienert. "Die werden aber trotzdem zur Fahndung ausgeschrieben. Und wenn sie kontrolliert werden, kommt das auch raus", so der Polizeisprecher.

Circa 2000 Mitteilungen zu Vermissten gebe es pro Jahr im Bereich des Polizeipräsidiums Aalen. "Aber das kann das Kind sein, das 15 Minuten im Supermarkt vermisst wird, oder der Suizident, der mit einem Großaufgebot gesucht wird", so Bienert.

Die gute Nachricht: Die meisten Vermisstenfälle erledigen sich innerhalb von fünf Stunden oder weniger Tage. Dabei gebe es keine Unterscheidung zwischen dem Kleinkind, das 15 Minuten im Supermarkt vermisst wird oder dem Suizidgefährdeten, bei dem ein Großaufgebot gestartet wird. In den letzten 50 Jahren habe es 34 Langtzeitvermisste gegeben.

"Gewaltdelikte sehen wir am wenigsten, die meisten Vermisstenfälle enden in Suiziden", so Bienert. Die Familien müssen übrigens nicht für den Aufwand der Suche aufkommen. "Nur, wenn man einen Einsatz mit Absicht provoziert, entstehen Kosten", so Holger Bienert.

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