Viele Drachen kämpfen am Himmel über Aalen

Drachenzahmer, -freunde und -kämpfer: Das Gebiet rund um die Limes-Thermen Aalen stand vergangenes Wochenende im Zeichen des 22. Drachenfests. Damit die Veranstaltung gelingt, helfen viele Menschen im Hintergrund. Alle Leinen in den Händen hält Organisatorin Sabine Flechsler, Jahr zum letzten Mal.

Sabine Flechsler schaut in den Himmel. Dort surren 20 Flugdrachen wie wild umher. Jeder Lenker versucht, durch das Verhaken der Schnur die Widersacher auf den Boden zu ziehen. Der Rokkaku-Wettbewerb ist stets ein Höhepunkt für Drachenfreunde und -gäste. "Es sind so viele Teilnehmer wie noch nie", sagt sie. Seit zwölf Jahren ist die 52-Jährige die "Drachenmutti" und kümmert sich darum, dass Gäste von nah und fern das Fest zu einer bunten Veranstaltung werden lassen. Sie ist die Frau mit dem heißen Draht zur Drachenszene, die das Aalener Fest gerne besucht wegen der familiären Stimmung. Außerdem koordiniert sie die Veranstaltung gemeinsam mit den Mitveranstaltern, dem städtischen Amt für Kultur und Tourismus Aalen, der TSG Hofherrnweiler-Unterrombach und den Limes-Thermen. Sie ist der Punkt, an dem das Drachennetzwerk zusammenläuft. Doch 2016 ist das letzte Fest unter der Leitung von Flechsler – aus persönlichen Gründen zieht sie sich zurück. Während auf der Wiese weiter farbenfrohe Drachen versuchen, im lauen Wind an Höhe zu gewinnen, steht nur wenige Meter weiter Tobias Hegele vor dem Zelt der TSG Hofherrnweiler-Unterrombach. Der Vorsitzende von Verwaltungs- und Bewirtschaftungsausschuss des Vereins zählt rund 800 Arbeitsstunden, die die TSG-Mitglieder ehrenamtlich Getränke ausschenken und Schnitzelwecken verkaufen. In der täglichen Früh- und Spätschicht sind rund 30 Personen aus den 18 Abteilungen des Vereins aktiv. Der enorme Aufwand wurde vergangenes Jahr mit der Rekordbesucherzahl von 25 000 honoriert. Wie es nach dem Ausscheiden von Flechsler weitergeht, weiß er nicht: "Was sie organisiert hat, kann die TSG nicht stemmen." Bisher keine Schürfwunden oder Wespenstiche, Wolfgang und Franz Burger vom DRK Unterkochen sind zufrieden. Auch wenn Kinder nach ihren Eltern suchen, sind sie zur Stelle. "Das ist schon interessant, was hier am Himmel herumschwirrt", sagt Wolfgang Burger und fügt pragmatisch hinzu: "Unser Fokus liegt auf der Sicherheit der Besucher." Auf einer kleinenWiese kurz vor dem Parkplatz der Limes-Thermen lassen Eltern mit ihren Kindern kleine Drachen steigen. "Der Wind ist nicht so gut", beschwert sich ein Mädchen. Es schnappt sich die Leine und rennt los. Zaghaft fliegt ihr Drachen etwas höher, vor lauter Geschwindigkeit verliert sie beim Rennen ihre Mütze. Wer zum Drachenfest möchte, fährt an Siegfried Kirsch und seinen Kollegen von der freiwilligen Feuerwehr in Aalen vorbei. "Früher haben wir jeden angehalten", erinnert sich Kirsch. Das ist jetzt nicht mehr so. Halbseitig habe man die Straße gesperrt, damit Hotel- und Thermenbesucher einen Parkplatz bekommen und die Drachenfest-Gäste ihr Auto weiter unten abstellen. Außerdem fischt die Feuerwehr auch Drachen aus den Bäumen, wenn es nötig ist. Wie vergangenes Jahr hängt auch an diesem Wochenende ein großer Flugkörper in den Wipfeln. Und während im Hintergrund weiter die Drachen in luftige Höhe vordringen, hat Kirsch noch einen Satz parat: "Das sollte man das weitermachen, das Drachenfest."

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