Vielseitige „Augenbraue der Venus“: die Schafgarbe 

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Wächst auch in kargen und trockenen Böden gut: die Schafgarbe. Foto: dot
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Warum für die Aalener Kräuterpädagogin die Schafgarbe ein Tausendsassa ist und warum Schafe diese Pflanze nicht immer fressen.

Aalen

Eine Allerweltspflanze - könnte man meinen. Immerhin wächst sie ja fast überall. Die Schafgarbe fühlt sich wohl an Böschungen, Wegrändern, auf Wiesen und Schuttplätzen - was für ihre Wiederstandfähigkeit spricht. Doch sie trägt auch einen Beinamen, der ahnen lässt, dass sie eben doch keine Allerweltspflanze ist.

„Man nennt sie auch die Augenbraue der Venus“, sagt die Aalener Kräuterpädagogin Marianne Kähler, zupft eines der gefiederten, feinen Blättchen ab und hält es sich über ihre Augenbraue. Damit ist zumindest dieser Beiname der „Achillea millefolium" schnell ganz anschaulich erklärt. Der Name der bis zu 80 Zentimeter hochwachsenden Pflanze leitet sich vermutlich vom altdeutschen „garwe„ ab - was so viel bedeutet wie gesund machen. Und eben den Schafen. „Schafe fressen die Schafgarbe aber nur, wenn es ihnen nicht gut geht“, erklärt Marianne Kähler. „Sonst nicht“.  Und „Achillea“? Ja, auch Achilles soll sich seine Verwundung durch den Pfeil von Paris damit schon geheilt haben.

Bauchwehkraut und Bodenheiler

Zwar haben die meisten im heimischen Garten  keine Schafe, der Korbblüter wächst aber auch dort sehr gerne. Eindeutig erkennbar und nicht zu verwechseln wie etwa mit dem Wiesenschaumkraut, der wilden Möhre, die in der Mitte ihrer Blüte einen schwarzen Punkt hat oder dem in der Regel größeren und giftigen Riesenbärenklau ist die Schafgarbe an den gefiederten Blättern. Die kleinen Blütenstände sind weiß oder rosa und duften. „Die Schafgarbe ist ein Tausendsassa“, sagt Marianne Kähler. Das „Bauchwehkraut“ helfe als Tee längst nicht nur bei Blähungen, Krämpfen, Völlegefühl, Übelkeit und Verdauungsbeschwerden. Ihre entkrampfende Wirkung mache sie auch in der Frauenheilkunde zu einem beliebten Heilmittel.  Zudem sei sie auch blutstillend und Schafgarbenöl helfe bei Wunden, Ekzemen und sogar Haarausfall. Im Garten verhindert sie sogar, dass die Nachbarpflanzen erkranken. Das macht sie auch zu einem Bodenheiler. All das machte sie 2004 zur Heilpflanze des Jahres.

Wunderbare Bitterstoffe

Zu finden ist der Korbblütler das ganze Jahr über, auch wenn es im Winter nur die Blätter gibt und man sie sogar unter dem Schnee finden kann, wie die Kräuterpädagogin erklärt. Und diese Blätter haben es in sich: „Die Schafgarbe hat wunderbare Bitterstoffe“, erklärt Marianne Kähler. Dazu ätherische Öle, Gerbstoffe, Flavonoide und Kalium. „Im Frühling und Herbst kann man mit den Blättern auch Gemüse machen.“  Wobei es auch hier wie bei anderen Heilpflanzen ist - die jungen Blätter schmecken am besten. In einer Schafgarbenbutter etwa, in einer Limonade oder in einem Pesto.

Schafgarbenpesto: Schmeckt besonders im Frühjahr

2 Handvoll frische Schafgarbe

100 g geriebene Mandeln oder gehackte Sonnenblumenkerne

1 EL Salz

1 Tl Pfeffer

Saft einer Zitrone 100 ml Rapsöl

Schafgarbe mit dem Öl und Salz pürieren, dann die Mandeln, Zitronensaft und eventuell Pfeffer dazugeben und cremig rühren. Je nach gewünschter Konsistenz kann dann noch etwas Öl oder Nüsse dazugegeben werden. 

Wächst auch in kargen und trockenen Böden gut: die Schafgarbe. Foto: dot
Kräuterpädagogin Marianne Kähler ist ein Fan der Schafgarbe, weil sie eine robuste Heilpflanze ist, die sich vielfältig einsetzen lässt. Fotos: dot
Ein Blatt der Schafgarbe Foto: dot

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