Virtuelle Modeschauen gegen den Ruin

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Sorgte für viel Aufmerksamkeit im Netz: der Modepuppen-Catwalk vor Malibu Fashion auf dem Aalener Marktplatz zeigte die Winter- und auch die neue Frühlingskollektion.
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Wie Einzelhändler in den sozialen Medien auf sich aufmerksam machen.

Aalen. Um im Lockdown nicht in Vergessenheit zu geraten, haben einige Modegeschäfte in der Aalener Innenstadt in den sozialen Medien verschiedene Aktionen gestartet. Von Fashionshows bis zu einem Catwalk der Modepuppen mitten auf dem Marktplatz ist alles dabei. Dennoch soll diese vorübergehende Lösung keinesfalls eine langfristige sein. "Wir hoffen, dass wir unsere Läden bald wieder öffnen dürfen", sagt Uli Riegel, Geschäftsführer von Dr. Fashion.

Neben Dr. Fashion hat auch bereits Mode Funk eine Internet-Modenschau veranstaltet. Tamara Schmitz von Malibu Fashion hat ihre Modepuppen in den neuesten Frühjahrslooks mitten auf dem Marktplatz über den roten Catwalk "laufen" lassen und ins Internet gestellt.

Citymanager Reinhard Skusa findet diese Aktionen der Modegeschäfte toll. "Durch die sozialen Medien kann man sich das immer wieder ins Gedächtnis rufen und vor allem die Lust aufs Einkaufen nach dem Lockdown aufrecht erhalten", sagt er.

Malibu Fashion: Erst vergangene Woche machte Tamara Schmitz mit ihrer ungewöhnlichen Ausstellung mitten auf dem Marktplatz auf sich aufmerksam. Dutzend Modepuppen standen neben einem ausgelegten Roten Teppich in der Reihe und trugen die neuesten Kleider der Kollektion. "Dabei zeigte ich die Wintermode, aber auch schon die aktuelle Frühlingsmode", sagt Schmitz. Bereits vor sechs bis acht Wochen habe sie die neueste Kollektion erhalten, die sie bereits komplett bezahlt hat. Doch wie dafür Werbung machen, wenn die Geschäfte geschlossen sind? Schmitz hat sich für den Catwalk auf dem Marktplatz entschieden und die Bilder anschließend ins Internet gestellt. Mit Erfolg. "Die Leute haben es über 7500 mal geteilt", sagt sie. Was auch bei den vielen nachfolgenden Bestellungen über Click & Collect spürbar gewesen sei.

Das Problem einer solchen Aktion indes sei, dass sie sich schnell in den sozialen Medien "verlaufe". "Man muss sich dann immer wieder etwas Neues überlegen, um im Gespräch zu bleiben. Ein positiver Punkt ist, dass man mit einer solchen Aktion viel mehr Kunden gleichzeitig ansprechen kann." Vor allem freut sich Tamara Schmitz darüber, dass sie mit dieser Aktion jetzt auch viele jüngere Kundinnen gewinnen konnte.

Trotz allem seien die Umsätze übers Internet nur gering, im Vergleich zu den bisherigen Umsätzen im Verkauf im Geschäft.

Dr. Fashion: Uli Riegel zeigt zusammen mit seinem Team in den sozialen Medien täglich eine Auswahl seiner neuesten Trends. "Dadurch erlangen wir im Moment einfach die größte Reichweite", erklärt Riegel. Jeden Donnerstag um 19 Uhr zeigen sie hier für eine halbe Stunde die neuesten Kollektionen, die auch bei ihnen bereits im Lager liegen. Wie auch in den anderen Modehäusern musste auch Dr. Fashion bereits früh die Ware für die kommende Saison bestellen. "Die Regierung ließ damals verkünden, dass es keinen zwei

ten Lockdown geben wird", sagt Ulli Riegel. "Daraufhin haben wir die Mengen der bestellten Ware entsprechend kalkuliert." Heißt: Durch den zweiten Lockdown gibt es seit Mitte Dezember keine Gelegenheit für die Händler, ihre Ware im Laden zu verkaufen. "Diese virtuelle Fashionshow ist genau das Richtige Instrument, auf unsere Ware aufmerksam zu machen", sagt Riegel. Der Verkauf laufe gut. Die Kunden bestellen über die sozialen Medien oder rufen an.

"Natürlich wären wir froh, wenn unser Laden bald wieder öffnen dürfen", sagt er. Aber ganz von der virtuellen Fashionshow verabschieden möchte sich Ulli Riegel nicht. "Es ist einfach eine gute Möglichkeit, die Ware vor dem Kauf einmal getragen zu sehen", sagt er.

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