Vom Galgenberg zum Tannenwäldle

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Rechts der Ziegelstraße wird das große Baugebiet "Galgenberg-Ost" erschlossen, links davon sieht man das Baugebiet "Schlatäcker II". Die Drohnenaufnahme zeigt, wie nah das neue Baugebiet an der Innenstadt liegt. Im Teil, der sich gleich an die Straße anschließt, wird derzeit gebaut für das Bauvorhaben des Projektentwicklers Merz Objektbau, das Lias-Quartier. Das Baugebiet "Galgenberg-Ost" schließt die Flächen rechts daneben und oben, Richtung Aalen, mit ein.
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Die Stadt plant an der Ziegelstraße Großes im Baugebiet "Galgenberg-Ost" – erste konkrete Bauvorhaben entstehen bereits.

Aalen

Wir bauen am Stadtbezirk der Zukunft", sagt der Aalener Oberbürgermeister Thilo Rentschler – und spart nicht mit großen Worten, wenn es um das geht, was insgesamt im Baugebiet "Galgenberg-Ost" entwickelt werden soll. 7,4 Hektar ist dieses groß – das entspricht in etwa der Größe von zehn Fußballfeldern. Insgesamt rund 250 "Wohneinheiten" – vom Einfamilienhaus bis zur Mietwohnung – sollen dort entstehen.

Der Werbeblock: Rentschler spricht von einem "wunderschönen Neubaugebiet", dem letzten, "das so nah an der Innenstadt" noch möglich sei. Das Hirschbachtal grenze an, wo gerade das Kombibad gebaut werde, das Schulzentrum am Galgenberg sei in unmittelbarer Nähe. Auf kurzem Wege sei man in der Innenstadt und an der "großen Fernverkehrsdrehscheibe der Region, dem Aalener Hauptbahnhof". Auch sei man schnell in der Natur, ergänzt Rentschler den Werbeblock für das Gebiet, das eigentlich "Galgenberg-Ost" heißt, jetzt aber den etwas weniger martialischen und geschmeidigeren Namen "Wohnen am Tannenwäldle" bekommen hat.

Die Entstehung: Rentschler und Baubürgermeister Wolfgang Steidle loben im Zusammenhang mit der Erschließung des Gebietes "die Altvorderen, die das Gelände in den 90er-Jahren in den Flächennutzungsplan als künftiges Baugebiet aufgenommen haben", wie Rentschler sagt. Heute, da ist sich der OB sicher, wäre das so nicht mehr möglich. Dass es so lange gedauert hat, von den 90er-Jahren bis jetzt: Dies liege daran, dass man erst einmal alle Grundstücke habe aufkaufen musste. Dies sei erst in den jüngst vergangenen Jahren möglich geworden.

Die Mixtur: Rentschler verweist auf die besondere Struktur dessen, was im "Wohnen am Tannenwäldle" angeboten werde: zum einen Bauplätze für die schwäbischen Klassiker wie das Einfamilien- oder das Reihenhaus, aber auch Wohnungen in mehrgeschossigen Gebäuden, in denen es günstige Mietwohnungen geben soll und die durch das Aalener Modell und das Förderprogramm Wohnungsbau des Landes gefördert werden – 25 Prozent der angebotenen Mietwohnungen im neuen Gebiet sollen so künftigen Mietern zur Verfügung gestellt werden, "die nicht zu den Topverdienern gehören", so Rentschler. Weil es für die Bauträger Geld von der Stadt und vom Land gibt, liegt die Miete in diesen Wohnungen ein Drittel unter der "ortsüblichen Miete", wobei dafür der qualifizierte Mietspiegel als Grundlage dient. "Das ist unsere Antwort auf steigende Wohnkosten", sagt Rentschler und weiter: "Wir sorgen so dafür, dass Menschen mit mittlerem und unterem Einkommen in der Stadt wohnen bleiben können."

Durchmischt bedeutet aber auch, dass es im neuen Baugebiet eine Kindertagesstätte mit wohl vier Gruppen gibt, Spielplätze, Gemeinschaftsgärten, Spielstraßen, eine App für das Quartier – "und vielleicht ein Projekt mit betreutem Wohnen", wie Rentschler sagt.

Das Grüne: Steidle verweist darauf, dass für das Baugebiet eine "gute Versorgung mit Grün- und Freiflächen" geplant sei. Straßen dort seien verkehrsberuhigt und werden mit vielen Bäumen so gestaltet, dass der Straßenraum als öffentlicher Raum "zur gestalterischen, ökologischen und klimatischen Qualität des Quartiers" beitrage.

Wir bauen am Stadtbezirk der Zukunft.

Thilo Rentschler Aalener Oberbürgermeister

Die Ökologie: Im Baugebiet gilt die Vorgabe, dass 30 Prozent der Dachflächen für Solarthermie oder Fotovoltaik zu nutzen sind. Auch müssen die Gebäude einen hohen Standard erfüllen, was die Energieeffizienz anbelangt. Vorgeschrieben sind KfW-40-Gebäude. Das bedeutet, dass das Haus nur 40 Prozent der Energie eines Hauses verbrauchen soll, das den "normalen" Vorgaben der Energiesparverordnung entspricht.

Die Mobilität: Die Stadt möchte erreichen, dass das neue Wohngebiet eine gute Busanbindung erhält, und setzt auf eine verbesserte Taktung der bisherigen Buslinien und den neuen Regiobus nach Neresheim, dessen Route am Gebiet entlang läuft. Fußwege sollen die Anbindung ans Hirschbachtal, zu den Schafgärten und zum Tannenwäldle sicherstellen. Am Quartierseingang soll es ein Carsharingangebot geben und eine Art Parkhaus für Bewohner und Besucher – mit Ladesäulen für Elektrofahrzeuge.

Aktuell im Bau: Aktuell gebaut wird dort schon das Lias-Quartier. Entlang der Ziegelstraße baut der Projektentwickler Merz Objektbau ein Ensemble aus fünf Baukörpern. Das Besondere daran: Diese stehen auf einem "Tegut"-Lebensmittelmarkt. Der wird, um Fläche zu sparen, in den Hang getrieben – und bietet so architektonisch die Basis für die darüberliegenden Baukörper, die nach Angaben von Merz Objektbau aus Maisonette-Townhäusern, Penthäusern und Mehrfamilienhäusern bestehen. Es sollen so 40 Wohneinheiten entstehen, erstellt in nachhaltiger Holzbauweise. Diese Wohnungen sollen vermietet werden.

Der Zeitplan: Die anderen Baufelder könnten im Jahr 2021 und 2022 erschlossen werden. Anfang 2023 soll das Gebiet komplett erschlossen sein. Die Vergabe der Baufelder für den Geschosswohnungsbau könnte ab April 2022 beginnen, die für die privaten Häuser im Anschluss. Am Donnerstag, 15. April, geht's im Aalener AUST um detaillierte Pläne für das Baugebiet.

Das Areal, auf dem Merz Objektbau das Lias-Quartier baut – mit einem Lebensmittelgeschäft und fünf Wohngebäuden darauf, in denen insgesamt 40 Wohnungen untergebracht sind.

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